Michy Batshuayi

Die neue Offensivkraft beim BVB.

(Foto: Twitter @BVB)

Bundesliga-Prognose (21) Die neuen Fußballer dürfen sich beweisen

Stöger wieder in Köln, Gomez in Wolfsburg. Neben den Rückkehrern bietet sich nach dem Ende der Transferperiode jedoch für viele Neulinge ein Kader- oder sogar Startelf-Debüt. Der KickForm-Rechner gewährt einen Überblick.
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DüsseldorfMathematik kann die Welt erklären. Zumindest einen Großteil davon. Auch wenn der Fußball bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, den Naturgesetzen muss sich auch die schönste Nebensache der Welt fügen. Und so geben komplexe Statistiken Hinweise darauf, wie eine Bundesliga-Partie ausgeht.

Die Statistikexperten des Start-ups KickForm haben sich auf diese Form der Prognose spezialisiert. Der mathematische Algorithmus dahinter berücksichtigt zum Beispiel den messbaren Heimvorteil, die Besonderheiten des Spieltags oder den Tordurchschnitt. Die Trefferquote liegt damit zwar bei rund 13 Prozent. Damit liegt sie jedoch höher als das statistische Mittel von Algorithmen, die Wettanbieter einsetzen.

Wer für das Bundesliga-Tippspiel im Büro noch schnell eine Inspirationsquelle sucht: Hier finden sich die laut KickForm wahrscheinlichsten Ergebnisse des Spieltags. Die Tendenzen der vergangenen fünf Spiele berücksichtigen alle Pflichtspiele, also auch nationale und internationale Pokalwettbewerbe.

1. FC Köln – Borussia Dortmund

Am vergangenen Wochenende endeten die Partien in Köln und in Dortmund je mit einem Unentschieden. Was für die eine Mannschaft ein weiterer Achtungserfolg ist, ist für die andere ein weiterer Schritt in die Krise. Nun soll BVB-Coach Stöger gegen seinen alten Verein den ersten Sieg im Jahr 2018 einfahren. Es sei definitiv „kein Spiel wie jedes andere“. Dafür sei der Österreicher zu lange in Köln gewesen. Neben der

Trainerposition steht am Freitagabend aber auch Aubameyang-Ersatz Michy Batshuayi im Fokus. Da er „voll im Saft“ stehe, sei die Chelsea-Leihgabe für das Spiel in Köln auf jeden Fall im Kader, sagt Stöger. Auch eine Startelfeinsatz schließt der Trainer nicht aus. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Dortmund.

1. FSV Mainz 05 – FC Bayern München

Die Mainzer Tormaschinerie geriet am vergangenen Sonntag gegen Leverkusen ins Stocken. Die 0:2-Niederlage und der immer näher rückende Sturz auf die Abstiegsränge frustet die Fans, die ihren Unmut inzwischen verstärkt über die sozialen Medien äußern. „Es fühlt sich nicht immer gut an“, gibt Coach Schwarz zu. Rouven Schröder, der sich weitestgehend von Twitter und Co. fernhaltende Mainzer Sportchef, betrachtet die scharfe Kritik nüchterner. „Früher war es am Stammtisch, heute in den Netzwerken.“

Aber nicht nur die Mainzer hadern mit sich selbst. Der „kicker“ titelte unter der Woche: „FC Bayern auf der Suche nach Zielen“. Die Ermangelung ernsthafter Konkurrenz macht den Bayern auf dem Weg zur sechsten Meisterschaft in Serie tatsächlich zu schaffen. Trotz am Ende deutlicher Siege fingen sich die Münchener zu Beginn der Partien gegen Bremen und Hoffenheim zunächst Gegentreffer. Die nötige Konzentration scheint zeitweise zu fehlen. Deshalb könnte ein neues Ziel lauten: Zu Null spielen. Laut KickForm-Prognose wird das am Samstagmittag aber nicht klappen. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für München.

SC Freiburg – Bayer 04 Leverkusen

Für Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier kommt mit Leverkusen eine „Herkulesaufgabe“ auf den SC zu. Die Werkself reist als verdienter Tabellenzweiter zwar mit großem Selbstvertrauen in den Breisgau, die Freiburger müssen sich aber keineswegs verstecken. Seit acht Spielen wurde der SC in der Bundesliga nicht mehr geschlagen – so lange wie kein anderer Verein. Die Statistik gegen Leverkusen ist jedoch wieder etwas zwiegespalten. Zwar verlor Freiburg mit Trainer Christian Streich an der Seitenlinie keines seiner vier Heimspiele gegen Bayer, in fünf der letzten sieben Heimpartien erzielte der SC gegen Leverkusen aber kein einziges Tor. Dass die Werkself zudem über eine Auswärtsserie von sieben ungeschlagenen Spielen in Folge verfügt, kommt erschwerend hinzu. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 1:1.

FC Schalke 04 – Werder Bremen

Schalke grüßt in der Tabelle zurzeit von Position drei. Nach nur einer Niederlage in den letzten 14 Spielen haben sich die Gelsenkirchener das auch verdient – meint man zumindest. Denn anders betrachtet haben die Königsblauen nur zwei der letzten acht Ligapartien gewonnen. Deshalb soll Zuhause gegen Bremen der nächste Dreier eingefahren werden. Aber Trainer Tedesco warnt: „Bremen macht das im Moment insgesamt super gut.“ Die Norddeutschen würden niemals in Stress geraten und legen vor allem ein starkes Konterverhalten an den Tag. Doch für Werder sind die lobenden Worte vermutlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn den Bremern wird häufiger ein gutes Spiel bescheinigt, die Punkteausbeute des Tabellensechzehnten (drei Punkte aus den letzten fünf Bundesligapartien) bleibt dagegen jedoch verhalten. Und die KickForm-Prognose lobt ausnahmsweise nicht: Kein Team hat am 21. Spieltag eine geringere Siegeswahrscheinlichkeit als die Norddeutschen (zehn Prozent). Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:0 für Schalke.

Hertha BSC – TSG 1899 Hoffenheim

Es ist das Mittelfeldduell des aktuellen Spieltags. Elfter gegen Neunter, 26 gegen 27 Punkte. Trotzdem könnten die Stimmungslagen kaum unterschiedlicher sein. Während die Hauptstädter nur eines der letzten sechs Ligaspiele verloren, gingen die Hoffenheimer in der selben Zeitspanne gleich vier Mal leer aus. Der angespannten Lage ist sich auch TSG-Trainer Nagelsmann bewusst. „Es kommen keine entscheidenden Wochen, aber wichtige.“ Nachdem zu Beginn der Rückrunde „die zwei großen Brocken“ (Leverkusen und München) mehr schlecht als recht überstanden wurden, wolle Hoffenheim jetzt wieder erfolgreich sein. Die eigene Schwächephase sieht Nagelsmann aber auch als Vorteil. Demnach würden die Berliner versuchen, „uns wehzutun“ und sich nicht mehr – wie im Hinspiel (1:1) – tief hinten reinzustellen. Trotzdem lautet das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Berlin.

Au revoir, Auba – willkommen, neue Gesichter
FC Bayern München
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Sandro Wagner kam für 13 Millionen Euro als Lewandowski-Backup. Von Winter-Transfers hält Trainer Jupp Heynckes grundsätzlich nicht so viel, aber in diesem Fall passte die Verpflichtung gut ins Konzept. Und getroffen hat Wagner zuletzt auch schon.

Bayer Leverkusen
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Der Tabellenzweite kommt, erfolgsentsprechend, völlig ohne Neuzugänge aus. Auch die Leistungsträger blieben alle an Bord. Lediglich André Ramalho (Red Bull Salzburg/0,8 Millionen Euro) und der ohnehin feilgebotene Admir Mehmedi (VfL Wolfsburg/8,0 Millionen Euro) verließen die Werkself.

Schalke 04
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Juventus-Leihgabe Marko Pjaca scheint eine Verstärkung, der Kroate erzielte schon ein Tor. Die Leihe von Abdul Rahman Baba wurde vom FC Chelsea wurde verlängert. Vom 1. FC Nürnberg wurde Cedric Teuchert für 1,5 Millionen Euro geholt, Leihspieler Bernhard Tekpetey kommt vom SCR Altach zurück. Die drei Abgänge des Winters gehen allesamt auf Leihbasis: Coke zum UD Levante, Donis Avdijaj zu Roda Kerkrade und Fabian Reese zu Greuther Fürth.

Eintracht Frankfurt
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Mit Marijan Cavar (Bild links) wurde ein Perspektivspieler geholt, es blieb der einzige Zugang. Sonst ging es nur darum, den Kader zu verkleinern. Andersson Ordonez (LDU Quito/ausgeliehen), Slobodan Medojevic (SV Darmstadt 98) und Max Besuschkow (Holstein Kiel/verliehen) wurden abgegeben.

RB Leipzig
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Zwei gestandene Spieler (der eine mehr, der andere weniger) gingen, einige Talente kamen. Marvin Compper wechselte für eine Million Euro zu Celtic Glasgow, Frederico Palacios ging zum 1. FC Nürnberg. Der 16 Jahre alte dänische Junioren-Nationalspielers Mads Bidstrup wechselt vom FC Kopenhagen zum Bundesligisten. Er ist Mittelfeldspieler. Zudem wurde U19-Spieler Niclas Stierlin mit einem Profi-Vertrag ausgestattet. Der 18-Jährige spielt im defensiven Mittelfeld. Spät am 31. Januar wurde auch noch Ademola Lookman (20) vom FC Everton ausgeliehen.

Borussia Dortmund
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Jetzt ist er weg: Pierre-Emerick Aubameyang wechselte am letzten Tag der Transferperiode für 63,75 Millionen Euro Ablöse zum FC Arsenal nach London. Auch Marc Bartra zog es weg, für 10,5 Millionen Euro ging es zu Betis Sevilla. Jacoob Bruun Larsen wurde an den VfB Stuttgart verliehen, Neven Subotic an den AS St. Etienne. Die Erlöse wurden nicht vollständig reinvestiert, es kamen Manuel Akanji für 20 Millionen Euro vom FC Basel und Sergio Gomez für drei Millionen Euro vom FC Barcelona. Dazu wurde am Deadline Day noch Michy Batshuayi als Aubameyang-Ersatz vom FC Chelsea ausgeliehen.

Borussia Mönchengladbach
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Einziger Zugang ist Reece Oxford, der nach seiner Rückkehr zu West Ham United erneut ausgeliehen wird. Einziger Abgang ist Kwame Yeboah, der an den SC Paderborn verliehen wird.

VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart

Mit Admir Mehmedi wurde in Wolfsburg zum Ende der Transferperiode nach Brekalo und Steffen noch ein dritter Offensivmann verpflichtet. Die Marschroute ist damit klar: „Gegen Stuttgart muss es knallen“, betont VfL-Trainer Schmidt. Das wichtige Duell gegen den direkten Tabellenkellernachbarn steht aber unter schweren Vorzeichen. Wolfsburg verzeichnet nicht nur eine miese Heimbilanz gegen Liganeulinge (jedes der letzten vier Spiele gegen Aufsteiger wurde nicht gewonnen), es ist zudem das erste Spiel von Stuttgarts neuem Coach Tayfun Korkut, weshalb die taktische Einstellung auf den Gegner aus dem Schwabenland schwerfällt.

Korkut selbst wurde aber nicht nur spielerisch eine schwere Aufgabe zuteil. Die überraschende Entlassung von Hannes Wolf und die Verwunderung über seine Personalie sorgt für mächtig Unruhe im Stuttgarter Umfeld. Davon beeinflussen ließe er sich aber nicht. „Ich konzentriere mich absolut auf meinen Job. Alles andere ist ausgeblendet.“ In Plan des neuen Trainers spielt Mario Gomez eine entscheidende Rolle. Demnach werde Korkut schon bei der Aufstellung berücksichtigen, „wie wir ihn in gute Situationen vor dem Tor bekommen“. Gar nicht mal so unklug, denn als Gomez das letzte Mal im VfB-Dress gegen Wolfsburg 2009 antrat, schürte er seinen ersten und einzigen Viererpack für Stuttgart. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Wolfsburg.

Borussia Mönchengladbach – RB Leipzig

Am Samstagabend ist Leipzig zu Gast in Mönchengladbach. Beide Teams spielen zwar im oberen Tabellendrittel weiter eine Rolle, auf beiden Seiten läuft es aber auch nicht sonderlich rund – wobei der Vorteil klar bei Gladbach liegt. Die letzten fünf Heimspiele wurden nicht verloren, wogegen Leipzig keine der letzten fünf Auswärtspartien gewann. Eine Schlüsselfigur gegen Timo Werner, der in allen drei Spielen gegen die Borussia je einen Treffer erzielte, könnte Defensivtalent Reece Oxford sein. Nach langem hin und her steht die erneute Leihe von West Ham United fest. Da der Engländer die Mannschaft bereits aus der Hinrunde kennt und in der Gladbacher Verteidigung gerade nach dem Ausfall von Oscar Wendt eine Personalnot herrscht, hat Oxford eine vielversprechende Chance auf einen Spieleinsatz. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Mönchengladbach.

FC Augsburg – Eintracht Frankfurt

Die Statistik gegen Augsburg ist für Frankfurt ernüchternd. Nur eines der letzten zehn Duelle konnte die Eintracht für sich entscheiden. Dabei spricht dieses Mal viel dafür, dass die momentan auf einem Champions-League-Platz stehenden Frankfurter in der Ferne den nächsten Dreier einfahren werden. Die Tabellenkonstellation (Vierter gegen Achter), die Auswärtsstärke der Frankfurter, der Ausfall des Augsburger Abwehrchefs Jeffrey Gouweleeuw, einer der besten Defensivakteure der Bundesliga, und der stark auftretende Luka Jovic. Das serbische Offensivtalent spielte in Frankfurt bislang die Rolle eines Jokers. Nachdem er aber bei seinen letzten drei Einsätzen je einen Treffer erzielte und der eigentlich gesetzte Ante Rebic eine Gelbsperre absitzen muss, kann sich der 20-Jährige Hoffnungen auf seinen erst dritten Startelfeinsatz machen. Viele gute Vorzeichen für die Eintracht, aber die KickForm-Prognose sieht das anders. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Augsburg.

Hamburger SV – Hannover 96

Nachdem man das Debüt von Bernd Hollerbach als HSV-Trainer nach dem 1:1 gegen Leipzig als Erfolg verbuchen kann und auf bessere Zeiten hoffen konnte, rückte das Sportliche unter der Woche leider wieder in den Hintergrund – bei beiden Vereinen, die sich am Sonntagabend gegenüberstehen. In Hannover wird das DFL-Präsidium aller Voraussicht nach den Antrag von Martin Kind zur Übernahme des Vereins ablehnen. Das Thema gibt bei den Niedersachsen schon lange den Ton an, was Trainer Breitenreiter sichtlich nervt. „Die Jungs freuen sich ja schon fast mehr auf Auswärtsspiele als auf Heimspiele“, ärgert sich der Coach. Hintergrund ist der anhaltende Stimmungsboykott der 96-Ultras wegen der Übernahmepläne ihres Vereinspräsidenten.

In Hamburg ist die Lage noch unruhiger. Zunächst sorgte das wenig professionelle Vorgehen seitens des HSV in der Verpflichtung des neuen Trainers für Aufsehen. Der Streit mit den Würzburger Kickers wurde letztlich mit einem „Entschädigungsangebot“ beigelegt. Kurz darauf wurden aber Berichte laut, nach denen ein Aufsichtsratsmitglied versucht haben soll, den Vorstandvorsitzenden Bruchhagen und Sportchef Todt aus dem Amt zu treiben. Der Versuch ist gescheitert, klubschädigende Unruhe wurde dadurch aber allemal gestiftet. Und das Sportliche? Der KickForm-Rechner hat die Antwort. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Hamburg.

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