Nicht traurig sein

In Dortmund erwartet den Hamburger SV keine leichte Aufgabe.

(Foto: dpa)

Bundesliga-Prognose (22) Harte Zeit für Auswärtsteams

In der Bundesliga geht es oben weiter um die Internationalität, unten um das blanke Überleben. Eine Hiobsbotschaft für Auswärtsfahrer: Der KickForm-Rechner prognostiziert keinen einzigen Fernsieg am 22. Spieltag.
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DüsseldorfMathematik kann die Welt erklären. Zumindest einen Großteil davon. Auch wenn der Fußball bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, den Naturgesetzen muss sich auch die schönste Nebensache der Welt fügen. Und so geben komplexe Statistiken Hinweise darauf, wie eine Bundesliga-Partie ausgeht.

Die Statistikexperten des Start-ups KickForm haben sich auf diese Form der Prognose spezialisiert. Der mathematische Algorithmus dahinter berücksichtigt zum Beispiel den messbaren Heimvorteil, die Besonderheiten des Spieltags oder den Tordurchschnitt. Die Trefferquote liegt damit zwar bei rund 13 Prozent. Damit liegt sie jedoch höher als das statistische Mittel von Algorithmen, die Wettanbieter einsetzen.

Wer für das Bundesliga-Tippspiel im Büro noch schnell eine Inspirationsquelle sucht: Hier finden sich die laut KickForm wahrscheinlichsten Ergebnisse des Spieltags. Die Tendenzen der vergangenen fünf Spiele berücksichtigen alle Pflichtspiele, also auch nationale und internationale Pokalwettbewerbe.

RB Leipzig – FC Augsburg

Das gefühlte Topspiel hat es in sich. Das Wiedersehen des FC Augsburg und Spielführer Daniel Baier mit RB Leipzig soll aber nicht von unpassenden Nebenschauplätzen geprägt werden. Der 1:0-Sieg der Augsburger im Hinspiel beendete zunächst eine kleinere Erfolgsserie der Leipziger. Zum Auftakt der ersten Englischen Wochen rotierte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl dann mächtig durch, veränderte seine Startelf auf neun Positionen.

All das blieb aber weniger in Erinnerung als eine obszöne Handbewegung Baiers in Richtung des RB-Coaches, dessen wütende Reaktion und die weiteren Spitzen von FCA-Sportdirekor Stefan Reuter in Richtung des Leipziger Trainers. Hasenhüttl bedauert, wie er damals die „Contenance“ verloren hatte. Er mag das nicht, schon gar nicht bei sich selbst. Weiter anheizen wollte er das Wiedersehen daher erst recht nicht. „Mir ist schon klar, dass ihr daraus einen kleinen Warmmacher fürs Spiel verwenden wollt. Aber den Gefallen tue ich euch nicht.“ Kollege Manuel Baum betonte: „Wir betrachten Leipzig sportlich.“ Da wird es für Augsburg aber eng. Das wahrscheinlichste Ergebnis ist nämlich ein 2:1 für Leipzig,

Borussia Dortmund – Hamburger SV

Mit dem Blick auf die Tabelle wird die Favoritenrolle überdeutlich: Der BVB ist Vierter, der HSV nimmt Position 17 ein. Die Hamburger verloren zuletzt viermal in Serie gegen die Borussia – bei 2:14 Toren. Letztmals siegten die Hamburger in Dortmund am 4. Oktober 2014 (1:0). Allerdings: Im neuen Jahr ist der BVB zu Hause bei zwei Unentschieden noch sieglos. Die Norddeutschen könnten von dieser „Misere“ nur träumen (der letzte Heimsieg datiert auf den 24. November 2017). Personell kann BVB-Coach Stöger wohl wieder auf Marco Reus und Mario Götze setzen. Hollerbach muss dagegen auf den gesperrten Papadopoulos verzichten. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:0 für Dortmund.

Bayer 04 Leverkusen – Hertha BSC

Die Statistik spricht für einen Heimsieg des aktuellen Tabellenzweiten, weil Berlins letzter Erfolg in der BayArena schon lange zurückliegt (1:0 am 04. Oktober 2008). Allerdings fällt Bayer-Kapitän Lars Bender mit einer Oberschenkelverletzung aus. Bei den Berlinern soll Jarstein wieder in das Tor zurückkehren. Hertha-Coach Dardai sprach im Vorfeld von einer „Berliner Mauer“, mit der er die starke Bayer-Offensive (41 Saisontore) stoppen möchte. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 1:0 für Leverkusen.

TSG 1899 Hoffenheim – 1. FSV Mainz 05

Hoffenheim steckt in der Krise. Seit fünf Spielen gelang den Sinsheimern kein Sieg mehr, der Kontakt zu den internationalen Startplätzen scheint vorerst verloren. In Mainz läuft es aber alles andere als besser. Die 05er stecken als Tabellensechszehnter im Abstiegskampf. Die TSG muss am Samstagmittag auf Regisseur Demirbay aufgrund eines Syndesmosebandanrisses verzichten. Bei Mainz hütet Öztunali das Bett und kuriert eine Grippeerkrankung aus. Die Bilanz spricht zwar für die Gäste, die von den bisher 17 Bundesligaduellen sieben gewannen und fünf verloren. Der letzte Mainzer Sieg liegt allerdings schon zweieinhalb Jahre zurück. Deshalb lautet auch das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Hoffenheim.

Eintracht Frankfurt – 1. FC Köln

Die Eintracht steht trotz des 0:3 in Augsburg als Sechster glänzend da. Die Kölner Aufholjagd im Abstiegskampf wurde zuletzt mit nur einem Punkt aus zwei Spielen etwas gebremst. Und während Frankfurts Kovac aus den Vollen schöpfen kann, ist beim FC Guirassy angeschlagen. Besonders wird es auf der geschäftsführenden Ebene. FC-Boss Armin Veh kehrt erstmals nach seiner Entlassung im März 2016 an seine alte Wirkungsstätte zurück. Vor seiner zweiten Amtszeit bei den Hessen ab Sommer 2015 hatte Veh die Eintracht schon von 2011 bis 2014 trainiert. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Frankfurt.

Au revoir, Auba – willkommen, neue Gesichter
FC Bayern München
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Sandro Wagner kam für 13 Millionen Euro als Lewandowski-Backup. Von Winter-Transfers hält Trainer Jupp Heynckes grundsätzlich nicht so viel, aber in diesem Fall passte die Verpflichtung gut ins Konzept. Und getroffen hat Wagner zuletzt auch schon.

Bayer Leverkusen
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Der Tabellenzweite kommt, erfolgsentsprechend, völlig ohne Neuzugänge aus. Auch die Leistungsträger blieben alle an Bord. Lediglich André Ramalho (Red Bull Salzburg/0,8 Millionen Euro) und der ohnehin feilgebotene Admir Mehmedi (VfL Wolfsburg/8,0 Millionen Euro) verließen die Werkself.

Schalke 04
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Juventus-Leihgabe Marko Pjaca scheint eine Verstärkung, der Kroate erzielte schon ein Tor. Die Leihe von Abdul Rahman Baba wurde vom FC Chelsea wurde verlängert. Vom 1. FC Nürnberg wurde Cedric Teuchert für 1,5 Millionen Euro geholt, Leihspieler Bernhard Tekpetey kommt vom SCR Altach zurück. Die drei Abgänge des Winters gehen allesamt auf Leihbasis: Coke zum UD Levante, Donis Avdijaj zu Roda Kerkrade und Fabian Reese zu Greuther Fürth.

Eintracht Frankfurt
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Mit Marijan Cavar (Bild links) wurde ein Perspektivspieler geholt, es blieb der einzige Zugang. Sonst ging es nur darum, den Kader zu verkleinern. Andersson Ordonez (LDU Quito/ausgeliehen), Slobodan Medojevic (SV Darmstadt 98) und Max Besuschkow (Holstein Kiel/verliehen) wurden abgegeben.

RB Leipzig
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Zwei gestandene Spieler (der eine mehr, der andere weniger) gingen, einige Talente kamen. Marvin Compper wechselte für eine Million Euro zu Celtic Glasgow, Frederico Palacios ging zum 1. FC Nürnberg. Der 16 Jahre alte dänische Junioren-Nationalspielers Mads Bidstrup wechselt vom FC Kopenhagen zum Bundesligisten. Er ist Mittelfeldspieler. Zudem wurde U19-Spieler Niclas Stierlin mit einem Profi-Vertrag ausgestattet. Der 18-Jährige spielt im defensiven Mittelfeld. Spät am 31. Januar wurde auch noch Ademola Lookman (20) vom FC Everton ausgeliehen.

Borussia Dortmund
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Jetzt ist er weg: Pierre-Emerick Aubameyang wechselte am letzten Tag der Transferperiode für 63,75 Millionen Euro Ablöse zum FC Arsenal nach London. Auch Marc Bartra zog es weg, für 10,5 Millionen Euro ging es zu Betis Sevilla. Jacoob Bruun Larsen wurde an den VfB Stuttgart verliehen, Neven Subotic an den AS St. Etienne. Die Erlöse wurden nicht vollständig reinvestiert, es kamen Manuel Akanji für 20 Millionen Euro vom FC Basel und Sergio Gomez für drei Millionen Euro vom FC Barcelona. Dazu wurde am Deadline Day noch Michy Batshuayi als Aubameyang-Ersatz vom FC Chelsea ausgeliehen.

Borussia Mönchengladbach
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Einziger Zugang ist Reece Oxford, der nach seiner Rückkehr zu West Ham United erneut ausgeliehen wird. Einziger Abgang ist Kwame Yeboah, der an den SC Paderborn verliehen wird.

Hannover 96 – SC Freiburg

Beide Teams stehen momentan im Tabellenmittelfeld und können sich mit einem Erfolg zumindest weiter von der Abstiegsregion entfernen. Bis auf die Langzeitverletzten stehen 96-Trainer Breitenreiter alle Spieler zur Verfügung. Freiburg muss auf die gelbgesperrten Haberer und Höfler verzichten. Hannover blieb gegen den SC zuletzt viermal ungeschlagen. Davor gewann Freiburg jedoch drei Partien in Serie. Eine wichtige Personalie wird 96-Torjäger Martin Harnik. Der Stürmer traf in den letzten neun Partien gegen den SC neunmal. Für Freiburg ist es im Übrigen das 600. Bundesligaspiel. Das wahrscheinlichste Ergebnis lautet trotz Jubiläum aber: 2:1 für Hannover.

FC Bayern München – FC Schalke 04

Der Erste empfängt den Fünften, ein vermeintliches Spitzenspiel. Aber in der Tabelle trennen Bayern und Schalke Welten: 19 Punkte beträgt der Abstand. Schalke wartet zudem seit 14 Ligaspielen auf einen Sieg gegen die Bayern. Im Fokus steht der bei den Königsblauen in Ungnade gefallene Goretzka, der auf seine künftigen Münchener Kollegen trifft. Darüber hinaus ist auf der Seite der Gäste Nastasić gesperrt. Bei den Bayern sind wiederum Martínez, Boateng und Müller wieder fit. Stürmerstar Lewandowski jagt derweil den Rekord seines Trainers Heynckes, der als bislang einziger Bundesligaprofi in den ersten elf Heimspielen einer Saison (1972/73) jeweils traf. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:0 für München.

VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach

Dem VfB gelang in den vergangenen neun Erstligaspielen nur ein Sieg. Aber auch bei den Gästen läuft es nicht rosig. Die Gladbacher brauchen nun einen Sieg, um weiter im Kampf um die Europapokal-Plätze mitmischen zu können. Die Statistik spricht für die Fohlen. Mönchengladbach gewann die vergangenen fünf Pflichtspiele gegen Stuttgart. Der VfB wartet seit April 2013 auf einen Heimsieg gegen die Borussia. Die Stuttgarter könnten wieder auf Abwehrchef Badstuber setzen, der nach überstandenen Problemen an den Adduktoren wieder im Kader steht. Die Borussia hofft derweil auf die Rückkehr von Raffael. Für VfB-Trainer Korkut ist es das Heimdebüt. Gelingt jetzt kein Sieg, dürfte die Fan-Kritik an der Verpflichtung noch stärker werden. Die KickForm-Prognose ist erbarmungslos. Denn das wahrscheinlichste Ergebnis lautet: 1:1.

Werder Bremen – VfL Wolfsburg

Beide Mannschaften schieden unter der Woche aus dem DFB-Pokal aus. Nun heißt es aber Mund abputzen und weitermachen, denn die abstiegsbedrohten Bremer könnten mit einem Erfolg zumindest auf einen Zähler an den VfL heranrücken. Werder kann dafür wieder auf Bargfrede zurückgreifen. Bei den Wolfsburgern fehlen wiederum die angeschlagenen Gerhardt und Tisserand. Schaut man auf die Statistik, könnte man fast blind auf eine Punkteteilung setzen. Werder spielte im eigenen Stadion dreimal in Serie unentschieden. Wolfsburg steht in dieser Saison mit bislang zwölf Punkteteilungen sogar vor einem Vereinsrekord (13 Mal). Der KickForm-Rechner weiß es aber besser. Das wahrscheinlichste Ergebnis: 2:1 für Bremen.

  • dpa
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