Bundesliga-Prognose des Handelsblatts
Die Bayern geben den Takt vor

In der Redaktion des Handelsblatts sind Fans von vielen Bundesligisten vertreten. Unsere Redakteure haben sich an Prognosen für ihre Herzensteam gewagt. Dabei geht es um die Meisterschale – und den Abstiegskampf.

DüsseldorfDer neue Bayern-Trainer Carlo Ancelotti hat den Ruf, ein Genussmensch zu sein. Tortellini sind sein Leibgericht, auch einer Flasche Rotwein aus der Toskana ist der Italiener nicht abgeneigt. Und auf der Trainerbank lässt er sich durchaus im gemütlichen Trainingsanzug blicken. Das wäre bei seinem Vorgänger nicht denkbar gewesen: Pep Guardiola konnte vor Spielen kaum etwas essen. Und an der Seitenlinie zeigte er Herrenmode, die schick, aber nicht unbedingt bequem aussah.

Tatsächlich lässt Ancelotti es auf beim Team etwas gelassener angehen, das zeigt schon die Vorbereitung. Der FC Bayern München ist nicht mehr so dominant und überlässt auch der anderen Mannschaft mal den Ball, etwa im Supercupfinale gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund. Auch Spitzenteams aus Europa dürften die Ancelotti-Bayern defensiver begegnen. Dass so etwas zum Erfolg führen kann, hat der Trainer dem deutschen Meister höchst selbst demonstriert – als er diesem mit Real Madrid im Halbfinale der Champions League übertölpelte.

In der neuen Saison wird der FC Bayern Gelassenheit allerdings auch brauchen. Die Europameisterschaft steckt vielen Spielern in den Knochen, einige ältere Leistungsträger wie Philipp Lahm und Arjen Robben spüren auch ohne großes Turnier den Verschleiß. Die Umstellung auf neue Spielsysteme wird nicht reibungslos laufen. Und dann ist da noch die erstarkte Konkurrenz, die diese Neuorientierung ausnutzen will. Gegen Dortmund und Leverkusen, Gladbach und Schalke wird der FC Bayern einige Punkte lassen.

Meine Prognose für die neue Saison: In der Bundesliga reicht die neue Gemütlichkeit nur für Platz 2 hinter dem BVB, der nach den vielen Jahren ohne Titel gallig ohne Ende ist und vermutlich auch nicht so lange die Doppelbelastung mit Meisterschaft und Europapokal hat. In der Champions League coacht der Trainerfuchs den FC Bayern zum ersehnten Sieg. Danach gibt’s ein Bankett bei Tortellini mit Rotwein. Christof Kerkmann

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