Bundesliga-Rückblick
Die Dinos der Fast-Food-Liga

Was für eine Saison! Hamburg spielt um den Abstieg, Gladbach spielt Handball, und München kickt in einer eigenen Klasse. Zudem erobert ein neues Gesellschaftsspiel die Sportwelt. Der Rückblick auf ein Drama in 34 Akten.
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Wieder eine Bundesliga-Saison vorbei! Und diese Spielzeit war alles andere als Durchschnitt. Weil der HSV ein Jammertal der Tränen durchschritt. Weil ein Spaßvogel das Hoffenheimer Tornetz durchschnitt. Weil der Rekordmeister Rekorde sammelte und der Vizemeister Verletzungen.

Doch zunächst Ehre, wem Ehre gebührt: In 10 Spielen erzielte der FC Ballern München vier oder mehr Tore. Gegen Wolfsburg traf der FCB sogar sechsmal, gegen Bremen siebenmal. Als Pep Guardiola seine erste Bundesligapartie verlor, war sein Team bereits Deutscher Meister.

Hatte die Sportwelt vor der Saison noch andächtig den (deutschen!) Ansagen des angesagtesten Trainers der Welt gelauscht, sorgte der Dreitagebärtige in der zweiten Spielhälfte für Verstimmungen: Erst verglich er den Landeswettbewerb mit Fast Food, dann erklärte er die Saison nach vollzogener Meisterschaft pofallaresk für beendet.

Die Respektlosigkeiten gegenüber der gebeutelten Ligakonkurrenz ließ die Kritiker so sehr rotieren wie Pep seine Stammelf. Doch dann ging der Spielrhythmus verloren, sowie Klub-Präsident Hoeneß und die Chance zur Tripleverteidigung.

Nach dem Aus in der Königsklasse sprach man beim besten Deutschen Meister aller Zeiten nur noch von einer guten, verbesserungswürdigen Saison: „Double oder nix“ ist die neue Devise. Am kommenden Samstag müssen die Bayern den Pokal holen um nicht als teuerste Underachiever der Vereinsgeschichte in die Annalen einzugehen.

Ebenjene Annalen wurden in dieser Saison durch einige Kuriositäten ergänzt: Leverkusen und Hoffenheim bewiesen etwa eindrucksvoll, dass ein Netz auch zu viele Löcher haben kann. Das Phantomtor von Stefan Kießling sorgte beim Bayer-Stürmer für einen mentalen Knick und bei 1899-Trainer Markus Gisdol für ungläubige Entrüstung.

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