Fußball
Bundesliga-Rückkehr im Zebrastall

Wenn heute um 15.30 Uhr (live auf Premiere) der Anstoß in den sechs Bundesligastadien erfolgt, sind alle Enttäuschungen im UI-Cup und Liga-Pokal vergessen, die Erfolge der vergangenen Wochen zählen nicht mehr und Träume vom internationalen Geschäft werden verdrängt. Für die 18 Klubs der Bundesliga hat mit der am Freitag in der Münchner Allianz-Arena begonnenen 43. Saison das Titelrennen wieder oberste Priorität. Nach dem 3:0-Auftaktsieg von Meister FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach geht es heute für die Vereine in sechs Partien um einen erfolgreichen Start in die neue Spielzeit. Und vor allem dort, wo man noch in der Qualifikation zur Champions League oder dem Uefa-Cup steht, wird die hundertprozentige Konzentration auf das Liga-Geschäft beschworen.

Die wohl schwierigste Aufgabe hat dabei Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf, dessen Team es vor der am Mittwoch anstehenden Champions-League-Qualifikation gegen den FC Basel im ersten Liga-Heimspiel mit Arminia Bielefeld zu tun bekommt. "Nur dieses Spiel ist jetzt wichtig, nicht das, was irgendwann mal sein könnte", sagt der Coach. Vollen Einsatz von Beginn an fordert auch Werders Sportdirektor Klaus Allofs: "Wir müssen gleich voll da sein. Wir haben hohe Ansprüche, deshalb müssen wir Bielefeld schlagen."

Von Heesen sieht sich beim Debüt nicht chancenlos

Als Minimalziel peilt der Meister von 2004 und Dritte der vergangenen Saison erneut einen Platz im internationalen Geschäft an. "Wenn möglich, wollen wir darüber hinaus gehen", erklärt Schaaf: "Wenn es richtig optimal läuft, können wir auch ganz nach vorne kommen." Ein Ausrutscher gegen Außenseiter Bielefeld, bei dem Trainer Thomas von Heesen ("Wir sind nicht chancenlos.") sein Bundesliga-Debüt als Coach feiert, kann man sich da nicht leisten: "Ein Erfolgserlebnis zum Saisonstart ist immens wichtig", sagt Schaaf: "Das bringt dann auch Selbstvertrauen für das Spiel gegen Basel".

Auf die Reihenfolge "Bundesliga-Pflicht vor internationaler Kür" setzt auch Trainer Thomas Doll vom Nordrivalen Hamburger SV. Doch seit dem Einzug ins UI-Cup-Finale gegen den FC Valencia ist die Europacup-Euphorie vor dem Hinspiel am Dienstag kaum noch zu bremsen. "Wir müssen Valencia ganz weit nach hinten stellen, das darf uns im Moment überhaupt nicht interessieren", mahnt der Coach, dessen Team zum Auftakt den 1. FC Nürnberg empfängt: "Darauf müssen wir uns voll konzentrieren, das wissen auch die Spieler. Wir brennen darauf, endlich einmal einen guten Bundesliga-Start hinzulegen."

Dortmund und Wolfsburg kicken gegen den UI-Cup-Frust

Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf Neuzugang Rafael van der Vaart. Der niederländische Nationalspieler, der für 5,1 Mill. Euro von Ajax Amsterdam kam, konnte bei seinen Auftritten im UI-Cup bereits überzeugen. Auch Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf, der den Hamburger 3:0-Sieg über Sigma Olmütz vor Ort beobachtete, zeigte sich beeindruckt: "Der HSV hat viel investiert und spielt in einer anderen Liga. Wir sind in dieser Begegnung nur krasser Außenseiter."

Zum Duell zweier UI-Cup-Versager kommt es dagegen in Wolfsburg, wo der VfL in der VW-Arena Borussia Dortmund empfängt. Dabei ist das Negativ-Erlebnis der "Wölfe" mit dem Halbfinal-Aus gegen den RC Lens (0:4) noch frisch, während Dortmunds Pleite gegen Olmütz schon zwei Wochen zurückliegt. Für BVB-Trainer Bert van Marwijk Grund genug, wieder nach vorne zu blicken. "Sonst dürfte ich diesen Beruf nicht ausüben", sagt der 53-jährige Niederländer.

Dagegen macht sein Trainerkollege Holger Fach vor seinem ersten Bundesligaspiel mit Wolfsburg aus der Not eine Tugend: "Vielleicht kam diese Niederlage zum richtigen Zeitpunkt, denn so werden wir sicherlich nicht noch einmal auftreten."

Eher schlechte Erinnerungen an die vergangene Spielzeit hat der VfB Stuttgart, der die erhoffte Qualifikation zur Champions League erst am Saisonende verspielte. Bei Aufsteiger MSV Duisburg wollen sich die Schwaben unter ihrem neuen Trainer Giovanni Trapattoni zudem für die schwache Vorstellung im Liga-Pokalfinale gegen Schalke 04 (0:1) rehabilitieren. Allzu viel Zuversicht versprüht der frühere Bayern-Coach allerdings noch nicht: "Wir müssen von unseren Stärken überzeugt sein, das haben noch nicht alle Spieler verstanden", sagt "Trap".

Mit gewohnter Lockerheit versucht es derweil "Spaßfußball"-Verfechter Jürgen Klopp, dessen FSV Mainz 05 bei Aufsteiger 1. FC Köln antritt. "Ich könnte mir derzeit wenig schönere Dinge vorstellen, als in Köln zu spielen", so der Coach, der damit auch Gedanken an die Uefa-Cup-Qualifikation gegen IB Keflavik (Island) am kommenden Donnerstag verdrängt: "Das wird sicher auch schön, aber unser Wettbewerb ist die Bundesliga."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%