Bundesliga: SC Freiburg droht der Ausverkauf

Bundesliga
SC Freiburg droht der Ausverkauf

Es ist der Fluch des Erfolgs: Die bisherige erfolgreiche Saison des SC Freiburgs könnte fatale Folgen haben. Drei Stammspieler sind dem Lockruf des Geldes schon gefolgt und verlassen den Verein. Droht der Ausverkauf?
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FreiburgChristian Streich ist schon seit einigen Wochen nachdenklicher als früher. Der Trainer des SC Freiburg kann den derzeitigen Erfolg nicht recht genießen, denn er rechnet schon mit dem Schlimmsten. „Wir werden Misserfolge haben, vielleicht sogar absteigen“, sagt der Coach des Tabellenfünften, der Chancen auf die Qualifikation für die Champions League hat. Nur ein Punkt fehlt in der Fußball-Bundesliga zu Platz vier.

Streich treibt die Sorge um, dass die famosen Leistungen der Breisgauer im Umfeld als Normalität angesehen werden, dass viele Anhänger glauben, darauf ließe sich problemlos aufbauen. „Es wäre schön gewesen, mit der Mannschaft, so wie sie zusammengestellt ist, weiter zu arbeiten und sie weiter zu verstärken“, sagt Streich.

Doch die Abgänge von drei Strammkräften stehen bereits fest: Max Kruse (Borussia Mönchengladbach), Jan Rosenthal (Eintracht Frankfurt) und Daniel Caligiuri (VfL Wolfsburg) sind dem Lockruf des Geldes schon gefolgt. Streich fürchtet weitere personelle Verluste - mit womöglich gravierenden Folgen.

Der Trainer sagt, dass für ihn der Kampf um den Klassenverbleib „schon wieder begonnen“ habe. Er weiß, dass Offensivkraft Kruse kaum zu ersetzen ist und dass sich die jungen Spieler in Freiburg nicht automatisch gut weiterentwickeln müssen - trotz großartiger Talente wie Matthias Ginter, Jonathan Schmid und Oliver Sorg.

Parallelen mit Mönchengladbach drängen sich auf: Die Borussia spielte eine herausragende Saison 2011/12 mit Platz vier in der Endabrechnung. Die Abgänge Dante, Marco Reus und Roman Neustädter waren die Folge und in dieser Saison haben die Westdeutschen Mühe, Anschluss an die europäischen Plätze zu halten - trotz getätigter Reinvestitionen.

Der finanziell gesunde Sportclub, der vor einem Jahr durch den Transfer von Papiss Demba Cissé kolportierte zwölf Millionen Euro eingenommen hatte und aktuell durch Verkäufe mit weiteren sieben Millionen rechnen kann, spart immer auch für wirtschaftlich schwierige Zeiten. Deshalb wird dürfte lediglich im überschaubaren Rahmen Geld für neues Personal ausgegeben werden.

Dafür behält der Verein lieber die Zukunft im Blick. Man schaue weiterhin „nach jungen, ehrgeizigen Spielern, die wir ausbilden wollen, um weiter in der Bundesliga bleiben zu können“, sagt Streich und betont: „Wir haben gar nicht die Möglichkeiten, etwas anderes zu machen. Andere gehen ins Risiko, bei uns wird so aber nicht gedacht.“ Man werde „keine Dinge übers Knie brechen“. Streich weiß um die Anziehungskraft des Vereins als Fußball-Lehrbetrieb: „Der SC ist hochattraktiv.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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