Bundesliga-Sensation
So knackten die Fohlen den Bayern-Code

Ganz selten verliert Bayern München seine Spiele. Dass Borussia Mönchengladbach die jüngste Serie furios beendete, war kein Zufall. Der mutige Plan des Trainers ging perfekt auf. Eine Analyse.

DüsseldorfDie Bayern sind unter Trainer Pep Guardiola in der Bundesliga eine Klasse für sich. Selbst wenn das Team einen schlechten Tag erwischt, landet der Ball meistens doch noch im gegnerischen Tor, gelegentlich mit gütiger Hilfe des Schiedsrichters. Die Antwort der Liga-Konkurrenten auf die extrem hohe Qualität der Bayern war bisher meist: Mauern und Beten!

Der Eintracht aus Frankfurt gelang auf diese Weise immerhin ein Unentschieden. Zwei andere Spitzenteams wollten dagegen in München mitspielen. Das gelang jedoch nur phasenweise. Sowohl der VfL Wolfsburg als auch Borussia Dortmund wurden zerlegt und mit einer richtigen Packung nach Hause geschickt. Ein Klassenunterschied offenbarte sich.

Der neue Trainer von Borussia Mönchengladbach, André Schubert, fand am Samstag eine andere Lösung. Im Vorfeld war er noch belächelt worden, als er sagte: „Wir wollen uns nicht einigeln.“ Auf dem Platz setzte die Fohlenelf genau das um: von Anfang an, dabei taktisch variabel und kampfstark. Wie Schubert den Bayern-Code knackte. Sieben Gründe.

1. Glück

Wer gegen den FC Bayern spielt, braucht das nötige Glück. Denn ein derart gut besetztes und spielstarkes Team kommt immer zu Chancen, selbst wenn der Gegner ein Bollwerk aufbaut. In der ersten Halbzeit überstanden die Gladbacher etliche kritische Situation. Die Stars des Rekordmeisters gingen mit guten Gelegenheiten zu lässig um:

 

18. Minute: Torwart Yann Sommer pariert gegen Robert Lewandowski, der Angriff der Gäste war toll. Arturo Vidal und Philipp Lahm kombinieren wunderbar Richtung Strafraum. Am Ende kommt der Pole sechs Meter vor dem Tor zum Abschluss.

20. Minute: Kingsley Coman trifft aus neun Metern das Tor nicht. Eine Flanke von Jerome Boateng wehrt Sommer schlecht ab. Der Ball landet bei Coman, dessen Aufsetzer noch abgefälscht zwei Meter links vorbei geht.

24. Minute: Medhi Benatia scheitert an Sommer. Eine lange Freistoßflanke landet bei Benatia, dessen Kopfball aus fünf Metern bei Sommer landet.

25. Minute: Kingsley Coman trifft den Pfosten. Sommer pariert zunächst gegen Martinez. Der Abpraller landet beim Franzosen, der aus sechs Metern nur den rechten Pfosten trifft.

Nach einer halben Stunde lag ein Tor förmlich in der Luft. Auf dem Platz das übliche Bild: Einige Minuten lang haben sich die Bayern den Gegner angeschaut und ihn sich dann zurecht gelegt. Sie dominieren das Spiel, ein Tor scheint nur noch eine Frage der Zeit. Doch Gladbach rettet sich in die Halbzeit. Und schöpft in der Pause neue Kraft.

 

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