Bundesliga-Sonntagsspiele Favres Borussia schwächelt

Den Gladbachern haben im Saisonendspurt die Kräfte versagt. Zu Gast in Hannover verlor der Champions-League-Aspirant am Sonntag das zweite Mal in Serie. In Hoffenheim wendete Huntelaar für Schalke knapp eine Blamage ab.
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Bitter für Borussia-Keeper ter Stegen: In Hannover kassierte er zwei Treffer, in diesem Fall erzielt von Hannover-Stürmer Mame Diouf. Quelle: dpa

Bitter für Borussia-Keeper ter Stegen: In Hannover kassierte er zwei Treffer, in diesem Fall erzielt von Hannover-Stürmer Mame Diouf.

(Foto: dpa)

Sinsheim/HannoverLucien Favre saß mit leerem Blick in den Katakomben der AWD-Arena, immer wieder schüttelte er den Kopf und fand keine Erklärung für die zweite Bundesliga-Niederlage in Serie. Seinem Team Borussia Mönchengladbach geht am Ende einer sensationell starken Saison die Luft aus. Am Sonntag verlor der Tabellen-Vierte mit 1:2 (0:0) bei Hannover 96 und blieb damit erstmals in dieser Saison zwei Spiele nacheinander punktlos.

„Uns fehlen derzeit fünf, bis zehn Prozent“, gestand der Trainerfuchs, der seine Borussen vom Fast-Absteiger der Vorsaison in diesem Jahr bis in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga geführt hat. Die siebte Saisonniederlage aber war nun ein herber Rückschlag für die Borussen im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation. „Ich muss klar sagen, wir haben nicht gut gespielt“, räumte Favre ein.

Hannover 96 dagegen stürmte dank des etwas glücklichen 250. Bundesligasieges bis auf Platz fünf vor und landete einen eminent wichtigen Sieg im Hinblick auf die erneute Qualifikation für die Europa League. 66 Stunden nach dem 1:2 im Viertelfinal-Hinspiel bei Atlético Madrid erzielten Didier Ya Konan (57. Minute) und Mame Diouf (77.) vor 49.000 Zuschauern die Tore für die Niedersachsen.

Vor allem Ya Konans Führungstor fiel überraschend. Der Stürmer von der Elfenbeinküste hatte einen verunglückten Schuss von Konstantin Rausch gerade noch so erwischt. „Das Tor war sicher etwas glücklich“, gestand Trainer Mirko Slomka, dessen Elf gerade in der ersten Halbzeit nicht den besten Eindruck hinterlassen hatte. „Da hatten wir eine sehr hohe Fehlerquote“, monierte Slomka.

Möglicherweise hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen, wenn Gladbachs Igor de Camargo in der zehnten Minuten nach einer Ecke von Marco Reus vor dem leeren Tor nicht am Ball vorbei geköpft hätte. „Wir hatten die besseren Chancen“, klagte Reus nicht ganz zu Unrecht. Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit bleibt 96 aber das einzige zu Hause ungeschlagene Bundesligateam.

Mit nun 41 Punkten haben die Niedersachsen beste Chancen, kommende Saison wieder international zu spielen. „Das war ein sehr wichtiges Spiel für uns, auch für unser Selbstbewusstsein für Donnerstag“, sagte Slomka im Hinblick auf das Rückspiel gegen Madrid. Trotz einer gewaltigen Schlussoffensive der Gladbacher ließ die 96-Abwehr nur noch das Gegentor von Havard Nordtveit (78.) zu. Kurz vor Schluss hatte Reus die große Chance zum 2:2, schoss aber knapp über das Tor.

„Wir haben nicht mehr das richtige Rezept gefunden“, haderte Gladbachs Innenverteidiger Martin Stranzl, der wie Kapitän Filip Daems „zu viele einfache Ballverluste“ monierte. Bei den Borussen ist spätestens seit dem unglücklichen Pokal-Aus im Elfmeterschießen vor knapp zwei Wochen gegen Bayern München der Wurm drin. Favre deutete an, dass das Pokalspiel gegen den Rekordmeister möglicherweise Spuren hinterlassen habe. „Der Kopf ist so wichtig“, sagte der Schweizer. „Man sieht, dass die Spieler manchmal nervös sind. Das ist ein kleines Problem.“

Hoffenheim konnte Schalker Schwäche nicht in Sieg ummünzen

Hoffenheim-Spieler Fabian Johnson (r) kämpft mit dem Schalker Jefferson Farfan um den Ball. Quelle: dpa

Hoffenheim-Spieler Fabian Johnson (r) kämpft mit dem Schalker Jefferson Farfan um den Ball.

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Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hat Schalke 04 vor der zweiten Pleite innerhalb von drei Tagen bewahrt. Mit seinem 23. Saisontor in der Fußball-Bundesliga sicherte der Niederländer am Sonntag per verwandelten Foulelfmeter zum 1:1 (0:1)-Endstand bei 1899 Hoffenheim seinem Team einen wichtigen Teilerfolg im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation. Zugleich war das Remis ein kleiner Trost nach bitteren Niederlage in der Europa League am Donnerstag gegen Atletic Bilbao. Die Schalker haben als Tabellendritter mit 54 Punkten nun drei Zähler Vorsprung auf Verfolger Borussia Mönchengladbach, der zuvor bei Hannover 96 mit 1:2 verloren hatte.

Die Hoffenheimer waren ebenfalls durch einen Foulelfmeter durch Sejad Salihovic (30.) im Front gegangen, nach dem ausgerechnet Schalkes Torwart-Rückkehrer Lars Unnerstall Sven Schipplock im Strafraum gelegt hatte. Die Hoffnungen auf den ersten Heimerfolg seit dem 22. Oktober (1:0 gegen Mönchengladbach) erfüllten sich allerdings wieder nicht.

Die wichtigste Personalie bei den Gästen gab es vor dem Spiel: Sechs Wochen nach seiner Schulterverletzung kehrte Unnerstall zurück. Er ersetzte den ehemaligen Nationaltorwart Timo Hildebrand, der sich gegen Bilbao schwer verletzt hatte. Routinier Mathias Schober, der gegen die Spanier in der zweiten Halbzeit gespielt hatte, setzte sich wieder auf die Bank.

Doch an dem 21 Jahre alte Keeper lag es nicht, dass das Schalker zunächst Spiel nicht lief. Der Champions-League-Aspirant stand noch immer unter dem Eindruck der bitteren Europapokal-Pleite. Von der gefürchteten offensiv-Abteilung mit Raúl, Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfan war kaum etwas zu sehen, Spielmacher Lewis Holtby fiel nur wenig ein, und die Defensive wirkte verunsichert.

Umso unverständlicher, dass die Hoffenheimer aus der Schalker Schwäche zu wenig machten. Die erste Möglichkeit der Gastgeber war der verwandelte Elfmeter. Danach erst nutzten die Kraichgauer auch ihre Überlegenheit und erspielten sich Chancen. Sebastian Rudy (34.) verpasste knapp das Tor, Roberto Firminio (38.) wurde in letzter Sekunde von Kyriakos Papadopoulos gestoppt, kurz vor der Pause sorgte Firminio für Gefahr mit seinem 25-Meter-Knaller. Kurz zuvor hatte Tom Starke gegen Schalkers Stürmerstar Raul retten müssen.

Nach dem Wechsel wurde die Partie wesentlich unterhaltsamer. Das lag vor allem an den Gästen. Zwischen der 56. und 61. Minute gab es Torraumszenen im Minutentakt: Schalkes Farfan scheiterte aus kürzester Entfernung am erneut großartig reagierenden Starke. Nach dem anschließenden Eckball verhinderte Fabian Johnson nach einem Kopfball von Jermaine Jones auf der Linie den Ausgleich. Danach vergaben Firminio, Salihovic und Vestergaard Chancen, die Führung auszubauen.

Mit zunehmender Spieldauer waren den Schalkern der Kräfteverlust von der Donnerstag-Anstrengung anzumerken. Doch ausgerechnet der Ex-Hoffenheimers Chinedu Obasi brachte die Gäste ins Spiel zurück. Er holte den Elfmeter heraus, den Huntelaar verwandelte. Kurz zuvor hatte der Niederländer nur die Latte getroffen (78.).

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