Bundesliga-Sorgenkind
Wirbel um Psychotests soll HSV-Profis nicht ablenken

Der Hamburger Sportverein gehört - nicht nur sportlich - zu den Sorgenkindern der Bundesliga. Gegen Frankfurt setzt der neue Coach auf die Pokal-Elf. Für Wirbel sorgen indes die geplanten Psychotests beim HSV.
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HamburgDie Aufregung um geplante Psychotests beim Hamburger SV ist groß, der Fokus von Bert van Marwijk liegt aber einzig und allein auf einer guten Defensiv-Strategie gegen Eintracht Frankfurt. 17 Gegentore und Relegationsplatz 16 in der Fußball-Bundesliga sind Warnzeichen genug für den erfahrenen Niederländer. Seine ersten Ideen zu einer besseren Organisation im Abwehrverbund vermittelte der ehemalige Bondscoach im Geheimtraining. „Wir müssen mit der ganzen Mannschaft verteidigen“, fordert der 61-Jährige vor seiner Bundesliga-Rückkehr am Samstag (18.30 Uhr).

Beim 1:0-Pokalsieg gegen Fürth habe er keine Verunsicherung gesehen. Deshalb setzt der ehemalige Dortmund-Coach in Frankfurt wohl auf jene Elf, die Zwei-Spiele-Coach Rodolfo Cardoso aufbot. Torhüter René Adler warnt indes vor überhöhten Erwartungen. „Wir sind noch nicht in der Position zu sagen, wir fahren nach Frankfurt und reißen das Stadion ein und legen alles in Schutt und Asche.“ Allerdings hat er einen neuen Geist ausgemacht. „Es ist wieder ein bisschen mehr Freude da. Wir haben wieder einen Cheftrainer mit einer klaren Idee“, lobte Adler bei abendblatt.de van Marwijk und kritisierte damit indirekt Ex-Coach Thorsten Fink.

Wichtigste Personalie in dem richtungsweisenden Match bleibt Hakan Calhanoglu auf dem linken Flügel zur Entlastung von Rafael van der Vaart. „Ich bin der Meinung, dass Hakan den Unterschied in der Bundesliga ausmachen kann, er hat eine unglaubliche Qualität. Er ist ein Straßenfußballer, er macht vieles richtig“, sagte Sportchef Oliver Kreuzer. Er baut darauf, dass van der Vaart neben dem 19 Jahre alten Deutsch-Türken aus Karlsruhe zu alter Stärke zurückfindet.

Wer genau zuhörte, verstand die versteckte Kritik an dem vor Wochenfrist freigestellten Fink. Unter dem Ex-Coach durfte Calhanoglu nur ran, wenn der Regisseur müde ausgewechselt wurde. Gegen Fürth schnalzte manch Zuschauer mit der Zunge, plötzlich gab es Andeutungen von Ballstafetten im Volkspark. Und die Hauptverantwortung lag nicht mehr nur bei van der Vaart.

Es wird die spannendste Frage in den nächsten Wochen sein, wie van Marwijk und van der Vaart zusammenpassen. Beide überschütteten sich in dieser Woche mit Komplimenten. „Ich gucke nicht zurück, nur nach vorn“, lautet van Marwijks Spruch, den er dem Team als erstes auf den Weg gab. Der soll auch für alle Differenzen mit seinem Landsmann aus gemeinsamen Zeiten bei der „Elftal“ gelten. Psychotests bräuchten die Zwei, die sich ja bestens kennen, schon gar nicht.

Um die Profis besser kennenzulernen, hat van Marwijks Co-Trainer Roel Coumans die Idee mit den Persönlichkeitstests. Schnellstmöglich sollen Motivationsaspekte und Bedürfnisse des Multikulti-Kaders erforscht werden. Der schriftliche Test des Mentaltrainers Peter Boltersdorf mit 128 Fragen, den unter anderem auch Hannovers Coach Mirko Slomka schon genutzt hat, wird ganz im Stillen in den kommenden Wochen verteilt werden. Aufregung gab beim HSV in den vergangenen Wochen genug.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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