Bundesliga spielt am Wochenende
Das Stadion als Hochsicherheitstrakt

Der Bundesliga-Spieltag am kommenden Wochenende soll stattfinden. Doch die Klubs debattieren nach dem Schock von Paris über neue Sicherheitsmaßnahmen. Am Freitag steht das Spiel in Hamburg im Brennpunkt.
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Frankfurt/HamburgPolizeisirenen statt Fan-Gesänge - der Schock von Hannover zwingt den deutschen Fußball zum Umdenken. Die Angst vor Terroranschlägen hat auch die Bundesliga erreicht. Zwar wurden Gedanken an eine Absage des kommenden Spieltages schnell verworfen. Aber die Verschärfung der Sicherheitsstandards wird intensiv diskutiert.

In tiefer Sorge sprach Martin Kind, Präsident von Hannover 96, vom Beginn einer neuen Zeitrechnung: „Das wird den Fußball verändern und stellt uns vor eine neue Herausforderung.“ Ähnlich bestürzt äußerte sich Ligapräsident Reinhard Rauball: „Der Fußball hat mit dem heutigen Tag in vielen Facetten eine andere Wendung bekommen.“

Wie schwer die Rückkehr in den Alltag nach den Terrorakten von Paris zu werden scheint, offenbarten die Vorkommnisse beim Länderspiel in Hannover. Abermals wurde die Freude am Sport von der Angst vor Terror überlagert. Unter diesem Eindruck forderte 96-Chef Kind ein einheitliches Konzept für alle Bundesligavereine unter Federführung der Deutschen Fußball Liga (DFL). In eine ähnliche Richtung ging die Argumentation von DFB-Interimschef Rainer Koch: „Für den Fußball in Deutschland gilt das Gleiche wie für alle anderen Großveranstaltungen in Deutschland auch. Wir müssen uns unter diesem Aspekt entsprechend aufstellen, wir müssen uns bewusst sein, dass Gefährdungslagen bestehen.“

Trotz der aktuellen Gefahrenlage sprachen sich die Vereinsvertreter unisono für eine Durchführung des Spieltages aus. Die deutlichsten Worte fand BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: „Es gibt keine Alternative. Wir müssen als Zivilgesellschaft Courage zeigen und dürfen nicht kapitulieren. Sonst jubeln doch genau die Leute, die jetzt nicht jubeln sollen.“ Die Reise zum Spiel der Borussia am Freitag in Hamburg tritt er nach eigenen Angaben ohne Angst an. „Wir sollten jetzt nicht in Hysterie verfallen, sondern gemeinsam überlegen, wie wir die ohnehin schon hohen Sicherheitsstandards noch erhöhen können“, sagte Watzke.

Erste Maßnahmen für das Wochenende sind bereits in Planung. Vielerorts werden mehr Ordnungskräfte eingesetzt und intensivere Einlasskontrolle stattfinden. Nicht zuletzt deshalb empfahlen die Clubs aus Köln und Mönchengladbach ihren Fans eine frühzeitige Anreise. Zu weiteren Details wollten sich die Vereine jedoch nicht äußern. „Wichtige Voraussetzung für die Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher ist die Tatsache, dass wir keine Details der Vorkehrungen an die Öffentlichkeit tragen, sagte Franz Spitzauer, Geschäftsführer Finanzen und Marketing beim FC Ingolstadt.

Bedenken, dass viele Fußballanhänger aus Sorge um ihre Sicherheit die Arenen meiden, hegen die Bundesligisten nicht. Aussagen aus Fankreisen untermauern diese Einschätzung. „Ich kenne keinen, der wegen dieser Ereignisse sagt: Jetzt gehe ich nicht ins Stadion“, sagte Jan-Henrik Gruszecki. Der einstige Sprecher der „12:12“-Kampagne, mit der vor drei Jahren vehement gegen verschärfte Maßnahmen in den Bundesligastadien protestiert wurde, gab sich kämpferisch: „Angst habe ich nicht. Angst will ich vor allem nicht haben. Diesen Triumph möchten wir diesen Geisteskranken nicht überlassen.“

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  • das mit den Fan-Protesten habe ich auch gehört.
    Ich würde das aber nicht ernst nehmen - das kann nur rechtspopulistische Stimmungsmache sein......
    Die deutsche Bevölkerung steht wie ein Block hinter der beliebtesten Kanzlerin aller Zeiten, dem zweitmächtigsten Mensch der Welt, unserer Frau Dr. Angela Merkel.
    Die Bevölkerung in unserem reichen Land ist bereit, höchste und weiter steigende Steuern und Abgaben zu zahlen, um den zukunftweisenden Multi-Kulti-Kurs der Kanzlerin und der Sie stützenden Parteien im Bundestag zu finanzieren.
    Sie findet es in Ordnung, dass in den Städten und Gemeinden endlich wieder was für den sozialen Wohnungsbau (von dem irgendwann mgl. euch bedürftige Deutsche profitieren) getan wird. Und bis das so richtig „angelaufen ist“, stellt man selbstlos jedes verfügbare öffentliche Gebäude (Kasernen, Turnhallen usw.) und jede Freifläche für Containersiedlungen zur Verfügung. Sollte das nicht reichen um die vielen „Flüchtlinge“ unterzubringen, wird man auch die eigenen Wohnungen zur Verfügung stellen, um den Staatsnotstand zu beheben.
    Man kann es doch jeden Tag in den Zeitungen sehen, wie man fröhlich zusammen Musik macht, entspannt im „eine Welt“-Cafe zusammensitzt und über Fahrradkurse u.ä. diskutiert. Über die paar vorrübergehenden und seltenen „Anlaufprobleme“ werden wir in ein paar Monaten nur lachen……

    Lol

    !!!! MERKEL MUSS WEG !!!!

  • Wieso wird nur vom Stadion als Hochsicherheitstrakt gesprochen? In ganz Deutschland muss man das Auto abschliessen und das Haus verriegeln.
    Wo ist da die Lebensqualität? Hier lass ich den PKW offen stehen und vergesse zumeist auch die Haustür zu verriegeln.
    Hintergrund: Es wird nicht jeder im Land aufgenommen und wer kriminell wird ist schneller draussen als er rein gekommen ist.

  • Von wegen, nur "Merkel muß weg". Die ganze CDU muß weg, wie die ehemalige NSDAP und die sogenannte SPD sowieso. Wer die Anführer dieser Parteien wählt, macht sich mitschuldig an der Katastrophe, weil keine eigene Meinung. Abnicker müssen mit weg. Ohne Goldenen Handschlag und ohne Ansprüche gegen das Volk.

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