Bundesliga-Sponsoring: VW will in der Premiumklasse mitspielen

Bundesliga-Sponsoring
VW will in der Premiumklasse mitspielen

Bekanntester Autosponsor der Bundesliga zu sein, reicht Volkswagen nicht. Der Konzern will mehr - und ist bereit, den Erfolg zu erkaufen. Allen voran mit dem VfL Wolfsburg: Fußball-Chef Felix Magath darf daher nicht nur angreifen, er soll es sogar. Experten halten die Strategie des Konzerns für zukunftsweisend.
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KölnFelix Magath hat erkennbar Spaß in seiner Rolle des Provokateurs. Acht Spieler für 29 Millionen Euro hat er in der Bundesliga-Winterpause seinem jetzt 38-köpfigen Kader des VfL Wolfsburg hinzugefügt. Während die Konkurrenz lästert, von verzerrtem Wettbewerb spricht und kleine Brötchen backt, gießt der Fußball-Trainer und Manager vor laufenden Kameras wissentlich Öl ins Feuer: „Unser Finanzgeschäftsführer Wolfgang Hotze muss noch einmal zusammenrechnen, wie viel noch im Etat drin ist. Dann könnten wir noch was machen“, sagte Magath in einer Sport1-Sendung.

Neben ihm saß Günter Netzer, tendenziell fassungslos: „Felix Magath lebt hier in Wolfsburg im Paradies“, befand der frühere HSV-Manager mit Blick auf den finanziellen Handlungsspielraum. „Ich kenne einige Spieler nicht, Hauptsache er kennt sie.“

Es stehen ja auch Nummern drauf. Beim Rückrundensieg gegen den 1. FC Köln (1:0) jubelten am Ende die 44 mit der 40. Der Rekordeinkauf Ricardo Rodriguez, er kam für 8,5 Millionen Euro aus Zürich, gratulierte dem preiswerten VfL-Nachwuchsmann und Siegtorschützen Sebastian Polter. Phaeton-Fahrer Magath mag Ironie und hält auch Spott schmunzelnd aus. Für ihn ist es ohnehin ein Heimspiel – Sendeort ist das Kundencenter der Autostadt in Wolfsburg. Magath hat VW im Rücken, ganz buchstäblich und millionenschwer.

Fußball in Wolfsburg, das ist finanziell das Spiel linke Tasche, rechte Tasche: Der Automobilhersteller leistet sich den Profiklub als hundertprozentige Tochtergesellschaft. Die Arena gehört einer Public Private Partnership zwischen dem Konzern und der Stadt Wolfsburg. VW beflockt zudem die Spielerbrust als Hauptsponsor mit Autowerbung und besetzt den Namenszug der örtlichen Volkswagen Arena im Alleingang. Vergleichbare Vereine würden nach Expertenschätzung alleine mindestens zehn Millionen Euro für diese beiden werthaltigsten Sponsoringrechte erlösen.

Volkswagen will sich freilich beim eigenen Werksklub nicht hinten anstellen – und nutzt die Plattform Fußball umfassend selber. Experten halten das für vernünftig. „Der Konzern nutzt den Verein nicht als Spielzeug, sondern investiert in überregionale oder internationale Strahlkraft“, sagt Alfons Madeja, Professor für Sportmanagement an der Hochschule Heilbronn.

Volkswagen ist der Verein und der Verein ist Volkswagen. Über die wahren Summen herrscht nach außen vornehmes Schweigen. So kann es gut sein, dass der Konzern beim VfL mehr zahlt, als es nach harten Sponsoringkriterien wert wäre. Wo Geldgeber und Empfänger am Ende identisch sind, sind Marktpreise eher zweitrangig. Doch wie kommt die Diskussion um Geld, Erfolg und Effizienz in der Konzernzentrale der Volkswagen AG an?

Zumindest bleibt sie nicht unbemerkt: „Das, was man Magath anheftet – er würde das Geld von VW rausschmeißen - kann man so nicht stehen lassen, weil es unfair ist“, gab VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsratschef Francisco Garcia Sanz unlängst zu verstehen. Gegenwärtig Platz 9 – das ist weit entfernt auch von seinen strategischen Zielen. Die Automanager sind entschlossen, nach der Deutschen Meisterschaft 2009 den sportlichen Erfolg zu erkaufen. Magath darf nicht nur angreifen, um die internationalen Plätze zu erreichen. Er soll.

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