Bundesliga-Studie
FC Bayern ist der Liebling der Wirtschaft

Sportlich sind die Münchener nicht zu stoppen, doch das ist noch nicht alles: Kein anderer Club ist so beliebt bei Sportbegeisterten und der Wirtschaft. Das zeigt eine neue Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

MünchenFünf Spiele, fünf Siege: München ist auch in der neuen Bundesliga-Saison eine Klasse für sich. Der FC Bayern ist unzweifelhaft der sportlich erfolgreichste Fußballverein in Deutschland. Doch er ist auch der beliebteste, und zwar bei Sportbegeisterten genauso wie in der Wirtschaft. Das zeigt eine neue Studie von SLC Management, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Die Sportberater arbeiten seit Jahrzehnten für Profiklubs, aber auch für die Deutsche Fußball-Liga. Wie beliebt ein Verein ist, haben die Franken bereits zum zweiten Mal anhand ökonomischer Kriterien ermittelt. Wie viele Fans zählt ein Klub? Wie gut ist das Stadion ausgelastet? Wie viele Sponsoren sind dabei? Wie hoch sind die Merchandising-Einnahmen? Wie viele Twitter-Follower gibt es und so weiter. Die Bundesliga-Tabelle spielte keine Rolle.

Alles in allem liegt der FC Bayern wie schon im Vorjahr deutlich vorne, es folgt Dortmund. Auf Rang drei ist Mönchengladbach. Die Borussia hat in der abgelaufenen Saison Schalke verdrängt. Beliebtheit sei kein Selbstzweck, meint SLC-Chef Alfons Madeja. „Es lohnt sich, beliebt zu sein“, betont der Professor für Sportmanagement an der Hochschule Heilbronn. Beliebte Vereine könnten mehr einnehmen als die weniger begehrten.

Am Schluss der Beliebtheitstabelle steht mit Ingolstadt ein Aufsteiger. Auf Rang 17 findet sich das inzwischen abgestiegene Hannover. Davor liegt Hoffenheim, eine längst in der Bundesliga etablierte Mannschaft, die überregional aber nie populär wurde.

Das müsse allerdings nicht so bleiben, ist Madeja überzeugt: „Kein Verein sollte jammern, es besteht Chancengleichheit.“ Durch geeignete Konzepte und eine professionelle Umsetzung könnten alle Vereine beliebter werden.

Dass es sich auszahlt, beliebt zu sein, zeigt sich an Vereinen wie Stuttgart oder Hamburg. Der VfB ist bereits abgestiegen, der HSV kämpft schon wieder um den Klassenerhalt. Beliebt sind die Clubs trotzdem und liegen im Mittelfeld der Beliebtheitsrangliste. Das garantiert ordentliche Umsätze auch in Zeiten, in denen es auf dem Platz nicht so gut läuft.

Eines sollte die München-Verfolger anstacheln, meint Fußball-Berater Madeja: „Auch die Bayern waren ja nicht immer da, wo sie heute stehen. Das kann jeder Club wiederholen.“ Zudem seien Regionen wie Frankfurt, Hamburg oder Stuttgart wirtschaftlich so stark wie München.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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