Bundesliga-Studie
FC Bayern ist der Liebling der Wirtschaft

Sportlich sind die Münchener kaum zu stoppen, doch das ist noch nicht alles: Kein anderer Club ist so beliebt bei Sportbegeisterten und der Wirtschaft. Dahinter folgt Borussia Dortmund, Platz drei allerdings überrascht.
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MünchenFünf Spiele, vier Siege: Aus Sicht des FC Bayern ist der Start in die neue Saison eher durchwachsen. Zur selben Zeit vergangenes Jahr hatten die Münchener sämtliche Partien gewonnen. Dennoch: Die Bayern sind auch in der neuen Bundesliga-Spielzeit haushoher Favorit. Der Club ist unzweifelhaft der sportlich erfolgreichste Fußballverein in Deutschland. Doch er ist auch der beliebteste, und zwar bei Sportbegeisterten genauso wie in der Wirtschaft. Das zeigt eine neue Studie von SLC Management, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Die Sportberater arbeiten seit Jahrzehnten für Profiklubs, aber auch für die Deutsche Fußball-Liga. Wie beliebt ein Verein ist, haben die Franken bereits zum dritten Mal anhand ökonomischer Kriterien ermittelt. Wie viele Fans zählt ein Klub? Wie gut ist das Stadion ausgelastet? Wie viele Sponsoren sind dabei? Wie hoch sind die Merchandising-Einnahmen? Wie viele Twitter-Follower gibt es, wie viele Fans verfolgen die Partien im Bezahlfernsehen und so weiter. Die Bundesliga-Tabelle spielte keine Rolle.

Alles in allem liegt der FC Bayern wie schon in den Vorjahren deutlich vorne, es folgt Dortmund. Auf Rang drei hat sich Köln vorgedrängt. Der FC hat in der abgelaufenen Saison Mönchengladbach und Schalke hinter sich gelassen. Größter Aufsteiger ist jedoch RB Leipzig auf Rang sieben. Wenn es um Fanclubs und Mitglieder geht, sind die Sachsen zwar abgeschlagen. Aber das Konzept des Clubs und das Management überzeugen laut SLC, und auch die Zuschauer vor Ort seien zufrieden.

Beliebtheit sei kein Selbstzweck, meint SLC-Chef Alfons Madeja. „Es lohnt sich, beliebt zu sein“, betont der Professor für Sportmanagement an der Hochschule Heilbronn. Beliebte Vereine könnten mehr einnehmen als die weniger begehrten.

Am Schluss der Beliebtheitstabelle steht mit Ingolstadt ein Absteiger. Auf Rang 17 findet sich der Werksclub Wolfsburg. Der VW-Verein ist von Platz neun abgerutscht. Beim Sponsoring sind die Niedersachsen zwar weit vorne mit dabei, und in den sozialen Medien haben sie ihre Stärken. Doch das Image des Teams sei schlecht, die Zuschauer seien nicht so recht zufrieden, und auch das Management habe Schwächen, urteilt SLC. Auf Platz 16 liegt Augsburg, eine zwar in der Bundesliga inzwischen etablierte Mannschaft, die aber außerhalb ihrer Heimat wenig Begeisterung hervorruft.

Das müsse allerdings nicht so bleiben, ist Madeja überzeugt: „Kein Verein sollte jammern, es besteht Chancengleichheit.“ Durch geeignete Konzepte und eine professionelle Umsetzung könnten alle Vereine beliebter werden.

Dass es sich auszahlt, beliebt zu sein, zeigt sich am Hamburger SV. Die Norddeutschen kämpfen seit Jahren um den Klassenerhalt. Beliebt ist der HSV trotzdem und liegt im Mittelfeld der Beliebtheitsrangliste. Das garantiert ordentliche Umsätze auch in Zeiten, in denen es auf dem Platz nicht so gut läuft.

Eines sollte die München-Verfolger anstacheln, meint Fußball-Berater Madeja: „Auch die Bayern waren ja nicht immer da, wo sie heute stehen. Das kann jeder Club wiederholen.“ Zudem seien Regionen wie Frankfurt, Hamburg oder Stuttgart wirtschaftlich so stark wie München.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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