Bundesliga sucht weiter nach Namens-Sponsor: Millionen-Deal mit Telekom geplatzt

Bundesliga sucht weiter nach Namens-Sponsor
Millionen-Deal mit Telekom geplatzt

Die deutschen Fußballfans müssen sich nicht auf einen neuen Namen für die traditionsreiche Fußball-Bundesliga einstellen. Der Hauptsponsor der Bundesliga, die Deutsche Telekom, machte von seinem Recht keinen Gebrauch, der höchsten deutschen Spielklasse 44 Jahre nach ihrer Gründung einen neuen Namen zu geben. Das hätte den Konzern, der sich einen Sparkurs im Sponsoring verordnet hat, in den nächsten zwei Jahren zusätzlich insgesamt 30 Millionen Euro gekostet. Im europäischen Ausland tragen viele Meisterschaften und Pokalwettbewerbe Namen von Sponsoren.

HB BONN/FRANKFURT. Die Suche nach einem Namens-Sponsor für die Fußball-Bundesliga wird aber fortgeführt. „Natürlich gibt es weitere Bemühungen, jedoch ohne Hast und Eile“, sagte Ligaverbands-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser am Donnerstag.

„Wir sind nicht gezwungen, bis Morgen etwas zu machen. Das Bundesliga-Namensrecht ist aber einiges wert“, sagte Holzhäuser, der am 15. März als Interims-Präsident die Nachfolge des gestorbenen Werner Hackmann antreten soll. Ob die Deutsche Fußball Liga (DFL) bereits zur nächsten Saison ein Unternehmen präsentieren will, ließ Holzhäuser offen: „Dies möchte ich nicht kommentieren.“

Ganz leer geht die Liga trotz des Verzichts auf das Namensrecht nicht aus. Geschätzte zehn Mill. Euro kassiert sie pro Saison aus der bereits bestehenden Partnerschaft mit der Telekom, die nun um zwei Jahre verlängert wurde. Das Bonner Telekommunikations- Unternehmen darf dafür weiter mit dem Logo am Ärmel der Bundesliga-Trikots und auf den Auswechseltafeln werben. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die gefundene Form der Kooperation die beste Lösung für alle Beteiligten“, kommentierte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.

Fußball-Sponsoring hat für Telekom weiter „wichtigen Stellenwert“

Die Bundesliga sollte eigentlich im August umbenannt werden. Die Entscheidung über eine „Telekom-Liga“ oder „T-Liga“ hatte sich verzögert, nachdem die Telekom ihr Sponsoring auf den Prüfstand gestellt hatte. Eigentlich sollte sie bereits bis Ende 2006 entscheiden. Aufgrund des rigiden Sparkurses und des Wechsels an der Spitze des Telekom-Vorstandes zum Ende des vergangenen Jahres hatte die DFL dem Unternehmen bereits eine Fristverlängerung der Option vom 31. Dezember 2006 auf den 15. Februar 2007 gewährt.

Nach einer weiteren Prüfung der Ausgaben für das Ligasponsoring, das zudem einer strategischen Vorbereitung bedurfte, entschied sich die Telekom offenbar, erst im Zuge der TV-Rechtevergabe für die Jahre ab 2009 wieder mehr Geld in die Hand zu nehmen. „Die Fortsetzung unserer Partnerschaft dokumentiert, dass der Fußball auch weiterhin im Rahmen unserer Sponsoring-Aktivitäten einen wichtigen Stellenwert hat“, sagte Telekom-Vorstand Timotheus Höttges.

Das Unternehmen ließ aber die Frage unbeantwortet, warum sie auf das komplette Sponsoring-Paket verzichtet hat. Wesentlicher Grund dürften die wirtschaftlichen Probleme, der geplante Abbau von 32 000 Stellen und der Umbau der Konzernleitung sein. So mussten etwa Vorstandsmitglied Walter Raizner und Marketing-Chef Burkhard Graßmann, die für die Verhandlungen mit der DFL verantwortlich waren, den Konzern vor einigen Wochen verlassen.

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