Bundesliga-Trainerkarussell
VfB Stuttgart feuert Babbel

Das Unentschieden gegen Bochum reichte wohl nicht. Nach einem wochenlangen Hickhack zieht der VfB Stuttgart die Reißleine und stellt Trainer Markus Babbel samt Stab frei. Der Nachfolger kommt aus der Schweiz.
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STUTTGART. Der VfB Stuttgart hat am Sonntag die Konsequenz aus dem bitteren 1:1 (0:0) gegen den VfL Bochum und der wochenlangen Talfahrt in der Fußball-Bundesliga gezogen und seinen Trainer gewechselt. „Ich freue mich, hier zu sein und will mit der Mannschaft auf die Siegerstraße zurück“, sagte Gross bei seiner Vorstellung. Der Schweizer leitete noch am Abend sein erstes Training. Denn bereits am Mittwoch steht für den VfB das wichtige Champions-League-Spiel gegen Unirea Urziceni an. Mit Blick darauf und nach den verheerenden Eindrücken rund um das Bochum-Spiel sah sich der Vorstand zum Handeln gezwungen. Die Fans hatten nach dem Abpfiff randaliert. Und die Mannschaft ist mittlerweile seit acht Ligaspielen ohne Sieg.

„Der Samstag hat uns den Rest gegeben“, begründete Manager Horst Heldt den Wechsel. „Wir haben schon wieder mit ansehen müssen, dass die Mannschaft ihr Potenzial nicht abruft.“ Der 55 Jahre alte Gross soll das nun ändern. „Ich kenne die meisten Spieler sehr gut“, sagte er. „Meine Hauptaufgabe bis Weihnachten wird sein, alles aus ihnen herauszuholen und die Fans happy zu machen. Ich bin überzeugt, dass wir aus dieser schlechten Situation herauskommen.“ Der ehemalige Profi des VfL Bochum hatte bis Juni beim FC Basel gearbeitet.

Vorgänger Babbel zeigte Verständnis für seine Freistellung. „Ich weiß, dass ein Schlussstrich gezogen wird, wenn die Ergebnisse ausbleiben“, sagte er. „Es geht jetzt nicht um Einzelschicksale, sondern nur um den VfB.“ Der 37-Jährige hatte die Schwaben am 23. November 2008 als Nachfolger von Armin Veh übernommen. In der vergangenen Saison führte er sie noch von Rang elf in die Champions League. In den letzten Monaten konnte er den Absturz auf den 16. Platz jedoch nicht stoppen. Neben Babbel trennte sich der Verein auch von seinen beiden Co-Trainern Rainer Widmayer und Alexander Zorniger. Die Krise des VfB erreichte somit am Wochenende eine neue Dimension.

Nach dem Bochum-Spiel hatten rund 3000 Fans den Stadioneingang belagert. Nach Angaben der Polizei versuchten sogar mehrere hundert, das Vereinsheim zu stürmen. Sie schrien „Scheiß Millionäre“ und „Wir haben die Schnauze voll“, einige zündeten Knallkörper. Insgesamt wurden zwei Beamte verletzt und drei Fans festgenommen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Bereits vor dem Anpfiff hatten etwa 100 Anhänger versucht, den Mannschaftsbus an der Einfahrt ins Stadion zu hindern. Auch hier musste die Polizei eingreifen. Während der 90 Minuten wurden die Spieler immer wieder ausgepfiffen.

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