Bundesliga TV-Rechte: Die Online-Giganten schleichen sich an

Bundesliga TV-Rechte
Die Online-Giganten schleichen sich an

Das Pay-TV schwächelt. Google und Co. könnten schon bald in den TV-Rechte-Markt der Bundesliga eingreifen - und die Vereine sich auf sehr viel Geld freuen.
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HAMBURG. Wenn in der heimischen Cricket-Liga die Rajasthan Royals auf die Deccan Chargers treffen, oder die Delhi Daredevils die Chennai Super Kings empfangen, dann geht es nicht nur um Runs und Wickets und um ein Spiel, das außerhalb der ehemaligen Commonwealth-Staaten sowieso niemand versteht. In den ovalen Cricket-Arenen ereignet sich gerade eine kleine Medienrevolution, von der auch die Vereine der Fußball-Bundesliga profitieren könnten.

Es geht um Geld, um viel Geld. Erstmals hat das Videoportal YouTube sich die Live-Rechte einer der wichtigsten Sportligen der Welt gesichert. Mit dem Erwerb der TV-Rechte an der indischen Cricket-Profiliga (IPL) wird Googles Videotochter zum weltweiten Sportkanal. Seit März laufen die Spiele der IPL live auf einem Channel. Dazu gibt es Hintergrundberichte, Interviews und Fan-Beiträge. "Wir können bisher 50 Millionen Kanalaufrufe aus mehr als 200 Ländern verzeichnen", sagt Andreas Briese von YouTube. Finanziert wird das Programm durch Werbung.

Den etablierten Altmedien sollte dieser Schritt Grund zur Sorge sein. Sie müssen mitansehen, wie YouTube als erstes großes Internetunternehmen zum ernsthaften Bieter um attraktive Fernsehrechte wird.

Der Schritt zum deutschen Zugpferd Fußball-Bundesliga ist da nicht weit. "Wenn YouTube seinen Kanal pushen will, würde es aus strategischen Gründen sofort auf die Bundesliga kommen", sagt Hartmut Zastrow, Vorstand des Sportmarktforschungsunternehmens Sport+Markt. Nur mit dem Toprecht Bundesliga in der Hinterhand konnten in den vergangenen Jahrzehnten überhaupt neue Fernsehakteure entstehen. Das Privatfernsehen setzte auf Anpfiff und ran. Pay-TV könnte ohne exklusiven Live-Fußball nicht überleben.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wird sich die neue Marktsituation sicherlich sehr genau anschauen. Die Ambitionen der Netzgiganten sind besonders vor dem Hintergrund interessant, dass der bisherige große Geldgeber der Liga, der Pay-TV Sky, -Sender schwächelt. Eine Milliarde Euro überwies Sky an die Deutsche Fußball-Liga (DFL), um von 2009 bis 2013 die Spiele der Liga übertragen zu dürfen. Noch fehlen dem Unternehmen etwa 400 000 zusätzliche Kunden, um schwarze Zahlen schreiben zu können. Vor einiger Zeit erst musste Sky-Großaktionär Rupert Murdoch noch einmal 340 Millionen Euro hinterherschießen, um den Bezahlsender am Leben zu erhalten. Wie lange Murdoch das defizitäre Treiben noch mehr oder weniger gelassen hinnimmt, bleibt fraglich.

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