Bundesliga: Vereine dürfen Böllerwerfer zur Kasse bitten

Bundesliga
Vereine dürfen Böllerwerfer zur Kasse bitten

Böller und Bengalos im Fanblock kommen Fußballvereine teuer zu stehen. Für die Störungen müssen sie regelmäßig hohe Strafen zahlen. Ein Urteil könnte es einfacher machen, die Täter zur Kasse zu bitten. Fans sind empört.
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KarlsruheBöllerwerfer und andere Krawallmacher im Stadion haften für Geldstrafen, die Fußballvereine wegen ihres Fehlverhaltens zahlen müssen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag entschieden. Die Karlsruher Richter hatten zu klären, ob es zwischen den Verstößen gegen die Stadionordnung und den Verbandsstrafen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen rechtlichen Zusammenhang gibt – was sie bejahen. Damit haben die Clubs von höchster Instanz grünes Licht, um sich das Geld für die Strafen bei den Tätern zurückzuholen.

Geklagt hatte der 1. FC Köln. Der Verein musste 50.000 Euro Strafe zahlen und weitere 30.000 Euro in Gewalt-Prävention stecken, nachdem ein Anhänger im Februar 2014 bei einem Zweitliga-Heimspiel einen Knallkörper gezündet hatte. Der Böller verletzte sieben Zuschauer auf dem Unterrang. Der FC will von dem Werfer 30.000 Euro Schadenersatz. Das Oberlandesgericht Köln, das dies zunächst abgelehnt hatte, muss den Fall nun erneut verhandeln und entscheiden (Az. VII ZR 14/16).

Die Kölner Richter waren der Ansicht gewesen, dass der Mann zwar gegen Stadionpflichten verstoßen habe. Mit der Strafe sanktioniere der DFB aber Versäumnisse des Vereins, zum Beispiel dass an den Eingängen nicht ausreichend kontrolliert worden sei.

Diese Auffassung ist für den BGH nicht haltbar. Jeder Zuschauer habe die Pflicht, das Spiel nicht zu stören, heißt es in dem Urteil. Verstößt jemand gegen diese Pflicht, muss er demnach für alle verursachten Schäden haften – Geldstrafen gegen den Verein eingeschlossen. Denn die Störung sei ja genau der Anlass dafür.

Der 1. FC Köln begrüßte das Urteil. Die Entscheidung schaffe „dringend benötigte Rechtssicherheit“, sagte Thomas Schönig, Vorstandsbeauftragter für Fankultur und Sicherheit. Der Verein hofft vor allem auf die abschreckende Wirkung der hohen Summen. „Wir wollen ja jetzt nicht Tausende von Prozessen führen, sondern wir wollen lustige, pralle, bunte Fußballspiele haben“, betonte Schönig.

Dem Club geht es seinen Worten zufolge auch um die Kosten härterer Sanktionen wie etwa eines Zuschauerausschlusses. „Dann reden wir über Millionen, die man geltend zu machen hat.“ Hauptproblem sei allerdings, dass die Täter oft gar nicht ermittelt werden könnten.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch bezeichnete das Urteil als einen „beachtlichen Erfolg“ für den 1. FC Köln. Die Entscheidung sei generell eine wichtige Grundlage für mehr Sicherheit in den Stadien. „Potentiellen Tätern werden die gravierenden Konsequenzen ihres Handelns für das eigene Portemonnaie deutlich vor Augen geführt“, sagte der Jurist.

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme.

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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