Bundesliga-Vorschau
Abstiegskampf an allen Ecken und Enden

Im Bundesliga-Endspurt ist nichts so spannend wie das Rennen um den Klassenerhalt: Stuttgart, Paderborn, Hamburg, Freiburg, Hannover – für diese Teams geht es am langen Wochenende wieder um alles. Auch gegeneinander.
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DüsseldorfGefühlsduselei im Fußball-Business ist spätestens jetzt tabu. An den letzten vier Saison-Spieltagen der Weltmeisterliga geht es im Kampf gegen den Abstieg oder im Bemühen um den internationalen Start nur noch um zweierlei: Drinbleiben lautet die Devise für die Gefährdeten, Dranbleiben für die Europa-Kandidaten. Zwei Verantwortliche stehen dabei besonders im Fokus: Huub Stevens und Michael Frontzeck, die mit ihren Arbeitgebern auf gar keinen Fall zweitklassig werden wollen.

Schalkes „Jahrhunderttrainer“ Stevens kehrt mit dem Tabellenletzten Stuttgart nach Gelsenkirchen zurück. Frontzeck, der VfL-Coach Dieter Hecking einst bei Alemannia Aachen beerbte, soll mit Hannover ausgerechnet beim DFB-Pokalfinalisten Wolfsburg die Blockade lösen. 14 Mal sieglos - ob da ein Nicht-Abstiegs-Bonus hilft? Frontzeck bleibt gewohnt sachlich. „Ich habe es noch nicht erlebt, dass ein Spieler durch solch eine Prämie schneller läuft, höher springt oder besser schießt“, sagte der 51-Jährige, dessen Chef-Premiere auf der 96-Bank mit dem 1:2 gegen Hoffenheim endete.

Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Hannover 96 will ausgerechnet am Samstag (15.30 Uhr) im Niedersachsen-Derby beim Tabellenzweiten VfL Wolfsburg seine Negativserie beenden. „Es macht Spaß, den Wolfsburgern zuzusehen. Aber wir wollen ihn den Spaß nehmen. Es sind manchmal die schweren Aufgaben, bei denen man über sich hinauswachsen kann“, erklärte 96-Sportdirektor Dirk Dufner am Donnerstag.

Nach 14 Partien ohne Dreier geht auch Neu-Trainer Michael Frontzeck nicht ohne Hoffnung in das Spiel beim Pokalfinalisten. „Ich bin guten Mutes, dass wir den Wolfsburgern einen Kampf abliefern und auch was mitnehmen können“, erklärte Frontzeck. Der Ex-Nationalspieler muss beim VfL auf Kapitän Lars Stindl wegen einer Gelbsperre verzichten. Ein Einsatz von Leonardo Bittencourt und Christian Pander ist ebenfalls ausgeschlossen.

Nach dem Spiel in Wolfsburg wird sich Hannover 96 mit einem Kurz-Trainingslager in der kommenden Woche auf den restlichen Abstiegskampf vorbereiten. Von Dienstag bis Donnerstag werden die Norddeutschen ins Hotel Klosterpforte nach Marienfeld reisen. „Es geht um die Fokussierung auf die letzten Spiele. Dort können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren“, erklärte 96-Trainer Frontzeck.

Und in Stuttgart? Emotionen ja, aber bitte nur auf dem Platz. Stevens sagte über seine Schalke-Zeit, das sei „Schnee von gestern“. Nun helfen allein Erfolge, wie übrigens auch den Schalkern. Dem Di-Matteo-Team droht nach lediglich einem Dreier aus den zehn vorangegangenen Begegnungen der Sturz aus den Europa-League-Plätzen. In klösterlicher Abgeschiedenheit des Dorfes Harsewinkel sollten die königsblauen Profis zu alter Stärke finden.

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