Bundesliga-Vorschau auf den 17. Spieltag
„Herbstmeister“ Bayern wartet auf Jäger Nr. 1

dpa DÜSSELDORF. Der Herbstmeister ist ermittelt, auf seinen Jäger Nummer 1 muss Bayern München noch warten: Erst im sonntäglichen Top-Duell des 17. Spieltags wird zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV die Entscheidung fallen, wer als Kronprinz ins WM-Jahr 2006 starten darf.

Das 83. Nord-Derby hat zwei Reiz-Aspekte: Die beste Angriffs-Maschinerie (45 Tore) trifft auf die beste Verteidigungs-Linie (8 Gegentore). Zudem befinden sich beide Teams vor einem direkten Duell erstmals unter den besten Drei. Für Thomas Schaaf, Trainer des Tabellen-3. aus Bremen, und seinen Hamburger Kollegen Thomas Doll sind derartige Herausforderungen Routine.

Zwei Männer der zweiten Reihe stehen dagegen vor einem schnellen Ausstand bzw. einer Premiere: Heiko Scholz gibt nach Norbert Meiers Kopfstoß-Affäre mit den Profis des MSV Duisburg beim FSV Mainz 05 seinen Kehraus als Erstliga-Coach. Oliver Reck hat als Interims-Nachfolger von Ralf Rangnick beim Gastspiel des FC Schalke 04 in Stuttgart erstmals die volle Verantwortung, muss danach aber auch wieder ins zweite Glied zurücktreten.

„Es hilft alles nichts. Wir wollen und müssen in Mainz etwas holen. Dafür müssen jetzt die Spieler sorgen, die auflaufen können“, sagte Scholz. Ohne zehn verletzte oder gesperrte Profis muss der Tabellen-17. in Mainz auskommen. Noch am Wochenende will der MSV dann den Meier-Nachfolger präsentieren. Reck gibt sich vor seinem Debüt als Chef auf der Bank selbstbewusst. „Mir ist nicht bange vor dem Spiel in Stuttgart. Wir wollen einen positiven Jahresabschluss“, sagte der ehemalige Torhüter. Spätestens zum Trainingsbeginn am 4. Januar will Schalke aber einen neuen Chefcoach präsentieren.

Mit Gelassenheit gehen die Bayern, die zum 15. Mal „Herbstmeister“ sind, die Pflichtaufgabe bei Borussia Dortmund an. „Wir wollen die tolle Vorrunde mit einem Erfolg beenden“, sagte Trainer Felix Magath vor dem Schlager beim Revierclub. Der BVB tritt mit einer jugendlichen Not-Elf an und muss unter anderem Tomas Rosicky (gesperrt) und Christian Wörns (verletzt) ersetzen. Da scheint ein Bayern-Rekord möglich: Von den 33 Partien der vergangenen zwölf Monate gewannen die Münchner 27 und könnten mit einem weiteren Sieg ihre Bestmarke von 1972 überbieten.

Strauchelt der Meister, könnte der HSV mit einem Erfolg in Bremen bis auf einen Zähler an die Bayern heranrücken. Gewinnt Werder und verlieren die Münchner, betrüge der Abstand auf den Tabellenführer drei Punkte, der HSV wäre Dritter. „Beide Teams sind gut drauf und haben in dieser Saison schon guten Fußball gezeigt“, freut sich Schaaf auf das Gipfeltreffen, in dem der HSV erneut den am Knöchel operierten Rafael van der Vaart ersetzen muss.

Der Niederländer ist nur einer von vielen Stars, die am letzten Spieltag des Jahres zum Zuschauen verdammt sind. Die Bayern müssen auf die gesperrten Asse Michael Ballack und Sebastian Deisler verzichten. Bayer Leverkusen tritt gegen Hannover 96 ohne den verletzten Weltmeister Roque Junior an, Hertha BSC gegen den 1. FC Nürnberg ohne Marcelinho (Gelb-Rot-Sperre). Ohne Nationalstürmer Lukas Podolski reist der 1. FC Köln zu Arminia Bielefeld, wo es für FC-Coach Uwe Rapolder an alter Wirkungsstätte nach elf Spielen ohne Sieg auch um den Arbeitsplatz geht.

Für Kevin Kuranyi und den Brasilianer Lincoln ist der Schalker Auftritt beim seit zehn Spielen ungeschlagenen VfB Stuttgart mit unliebsamen Erinnerungen verbunden. Der ehemalige Stuttgarter Kuranyi wurde nach seinem 1:0-Siegtreffer gegen den VfB im Finale des Liga- Pokals wegen einer Tätlichkeit des Feldes verwiesen, Lincoln sah nach seiner Spuck-Attacke gegen Thomas Hitzlsperger Rot. Ex-Schwabe Marcelo Bordon und Lewan Kobiaschwili sind angeschlagen, Hamit Altintop (Muskelfaserriss) fällt bei den Königsblauen wohl aus.

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