Bundesliga Werder Bremen behauptet sich im Abstiegskampf

Spannendes Abstiegs-Duell: Acht Tore, hohes Tempo und ein großer Kampf. Am Ende jubeln die Bremer, die auf Platz 15 klettern. Für den VfB wird die Lage immer dramatischer.
Werder Bremen feiert, der VfB Stuttgart muss zittern. Quelle: dpa
Werder Bremen - VfB Stuttgart

Werder Bremen feiert, der VfB Stuttgart muss zittern.

(Foto: dpa)

BremenWerder Bremen hat mit einem furiosen Sieg im Krisen-Gipfel die Abstiegsplätze verlassen, dem VfB Stuttgart droht der erste Bundesliga-Abstieg seit 41 Jahren. Die Hanseaten kamen im ersten regulären Montagsspiel der Liga-Geschichte zu einem beeindruckenden 6:2 (3:1) und brachten den VfB damit ganz schwer in die Bredouille. Während Bremen mit nun 34 Punkten auf den 15. Tabellenplatz kletterte, rutschten die um einen Zähler schlechteren Schwaben durch die 17. Saisonpleite auf den vorletzten Platz ab. Und der Trend spricht gegen den VfB: Trotz des Kurz-Trainingslagers auf Mallorca unter der Woche blieb die Mannschaft von Trainer Jürgen Kramny auch im siebten Spiel in Serie ohne Sieg.

Zweimal Finn Bartels (10. und 80. Minute), ein Eigentor von Federico Barba (33.), der eingewechselte Levin Öztunali (42.), Claudio Pizarro (64.) und Anthony Ujah (87.) schossen in einem packenden Aufeinandertreffen vor 41 000 Zuschauern den Bremer Sieg heraus. Für den VfB waren der zwischenzeitliche Ausgleich durch Daniel Didavi (26.) und das Tor von Barba (53.) zu wenig. Und es kam noch schlimmer für die Gäste: Didavi und Barba mussten verletzt raus, Emiliano Insua sah die fünfte Gelbe Karte und ist im nächsten Spiel gegen den FSV Mainz 05 gesperrt.

Bremen legt schnelles Tempo hin

„Dass wir gut spielen können, wissen wir. Die Mannschaft muss den Abstiegskampf aber richtig annehmen. Ich bin froh, dass die Mannschaft das so umgesetzt hat. Es ist grandios, was hier passiert“, sagte ein überglücklicher Werder-Manager Thomas Eichin und Kapitän Clemens Fritz ergänzte: „Wir haben die ganze Woche konzentriert gearbeitet und uns eingeschworen. Die ganze Stadt und Region steht hinter uns.“ VfB-Akteur Daniel Schwaab war dagegen restlos bedient: „Das ist unerklärlich. Wir haben uns so gut vorbereitet und schenken die Tore so leicht her. Mir fehlen die Worte. Das ist viel zu wenig.“

Mit hohem Tempo und großer Einsatzbereitschaft gingen die Bremer ins Spiel, kein Vergleich zur verschlafenen ersten Halbzeit beim 1:2 im Nordderby gegen den HSV vor einer Woche. Schon nach 57 Sekunden hatte Jannik Vestergaard eine gute Kopfballchance.

Der Druck sollte sich auszahlen. Nach einem feinen Pass von Claudio Pizarro setzte sich Finn Bartels gegen Georg Niedermeier durch und ließ auch VfB-Keeper Przemyslaw Tyton keine Chance (10.). Ein perfekter Start, doch der VfB ließ sich nicht entmutigen und lieferte den Gastgebern einen packenden Kampf. So musste Papy Djilobodji einmal gegen Martin Harnik in höchster Not klären (6.), eine verunglückte Flanke von Filip Kostic landete auf der Latte (17.). Der Ausgleich kam nicht überraschend: Ein Pass von Alexandru Maxim fand Didavi als Abnehmer, dessen Schuss unhaltbar für Felix Wiedwald abgefälscht wurde (26.). Damit kassierte Werder auch im 35. Spiel in Serie mindestens ein Gegentor.

„Das ist der größte Humbug“
„Hummels zu Bayern – die richtige Entscheidung? – Nein!“
1 von 27

Mehr als 92.000 Internetnutzer antworteten online auf die Frage des „Kicker“. 60,7 Prozent davon mit: „Nein“.

„Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt weiter nur bei jenen 51 Prozent, die den BVB zu seiner Ad-Hoc-Mitteilung veranlassten“
2 von 27

Der „Kicker“ am 2. Mai über den möglichen Wechsel von Hummels zu den Bayern.

„Mit der Nummer 15: Mats"
3 von 27

Bei der Mannschaftsaufstellung vor dem 5:1 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg durch Stadionsprecher Norbert Dickel war der Name von Mats Hummels nicht zu hören. Auf den Satz von Dickel folgten nur Pfiffe – genauso wie bei fast jedem Ballkontakt von Hummels.

„Der Kapitän geht als erster von Bord, am besten sofort“
4 von 27

Transparent von Dortmunder Fans im Spiel gegen den VfL Wolfsburg

„Auf Wiedersehen, die Zeit war wunderschön“, „Spieler kommen und gehen, Borussia bleibt bestehen“
5 von 27

In den letzten zehn Minuten sangen die Fans Lieder in Richtung Hummels

„Ich bin wohl der erste Spieler, der von den Fans ausgepfiffen wird, obwohl er noch nicht einmal gewechselt ist“
6 von 27

Weltmeister Mats Hummels über die Pfiffe im Dortmunder Stadion

„Mats ist ein astreiner Bursche. Ein ganz großartiger Junge. Und wer den beleidigt, der hat das Recht eigentlich schon verspielt, zu uns zu gehören, weil das ist nicht Borussia Dortmund.“
7 von 27

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu den Schmähgesängen einiger Fans über den abwanderungswilligen Kapitän Mats Hummels

Dass beide Clubs die schlechtesten Abwehrreihen der Liga haben, wurde im weiteren Spielverlauf immer deutlicher. So unterlief Barba ein dummes Eigentor, als er den Ball bei einer verunglückten Aktion über Tyton hinweg ins eigene Tor köpfte (33.). Und Barba machte auch beim dritten Gegentor eine schlechte Figur, als er Zlatko Junuzovic nicht zu stoppen wusste. Dessen Pass nutzte der für den verletzten Sambou Yatabaré eingewechselte Öztunali zum Tor (42.). Auf der Gegenseite hatten die Gäste bei drei guten Chancen von Harnik kein Fortune (32., 37. und 45.).

Mit Tempo und packenden Torraumszenen ging es auch in der zweiten Halbzeit weiter. Erst brachte Barba mit einem Hackentor den VfB wieder heran und machte seine Fehler ein wenig gut (53.). Dann schlug auf der Gegenseite wieder Oldie Pizarro zu (64.), der sein 14. Saisontor erzielte und nur vier Minuten später alles klar machen konnte. Diesen Part übernahm schließlich Bartels mit dem fünften Bremer Tor (80.), anschließend machte Anthony Ujah das Debakel für den VfB perfekt (87.).

Auf den Rängen gab es derweil prächtige Stimmung, nur vereinzelt waren Proteste gegen die Montag-Ansetzung zu registrieren. „Spieltagszerstückelung stoppen“ hieß es auf einem Spruchband der Werder-Anhänger in der Ostkurve. Die Fan-Initiative „Pro Samstag 15:30 Uhr - Ohne uns kein Kick!“ verteilte vor dem Weserstadion Flugblätter. Einige Fanclubs der Schwaben protestieren gegen die Ansetzung. Nur ein Viertel der 4100 Karten hatte der VfB in Anspruch genommen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%