Bundespräsident Horst Köhler spricht
Beckenbauer und Blatter schweigen bei WM-Eröffnung

Während der Eröffnungsfeier zur WM 2006 werden weder WM-OK-Chef Franz Beckenbauer noch Fifa-Präsident Joseph S. Blatter eine Ansprache halten. Bundespräsident Horst Köhler wird stattdessen die Eröffnungsformel sprechen.

Das Programm für die insgesamt 25-minütige Eröffnungsfeier vor dem WM-Auftaktmatch Deutschland gegen Costa Rica am Freitag in der Münchner WM-Arena steht offiziell fest: Bundespräsident Horst Köhler spricht die Formel zur offiziellen Eröffnung der Xviii. Weltmeisterschaft, Fifa-Boss Joseph S. Blatter und WM-OK-Chef Franz Beckenbauer schweigen, und 170 noch lebende Weltmeister bilden den Rahmen auf dem Rasen. Auf einer Pressekonferenz im IBC der Messe gaben Blatter und Beckenbauer höchstpersönlich Auskunft über den genauen Ablaufplan.

Über die möglichen Ansprachen der Protagonisten bei der WM-Eröffnungsfeier hatte es im Vorfeld immer wieder Diskussionen gegeben. "Mir fällt es nicht schwer zu schweigen. Die Leute wollen Fußball sehen und keine Reden hören. Und wenn Franz Beckenbauer ans Rednerpult tritt, brechen alle in Jubel aus. Wenn ich dann was sage, würde ich wieder ausgepfiffen. So ist es besser, wir haben ein Sprechverbot, und der Bundespräsident spricht die Eröffnungsformel", erklärte der Schweizer Fifa-Präsident, der beim Konföderationen-Pokal vor Jahresfrist in Frankfurt/Main ein gellendes Pfeifkonzert zu hören bekommen hatte.

Für Deutschlands Fußball-Galionsfigur Beckenbauer ist die Nebenrolle bei der Eröffnung "seiner" WM auch kein Problem: "Dass alle lebenden Weltmeister kommen, ist eine tolle Idee. Es gibt außerdem keinen Besseren als den Bundespräsidenten, um die WM zu eröffnen."

170 Weltmeister feiern WM-Eröffnung

Am Dienstag wurden außerdem erste Details des Eröffnungs-Spektakels, das um 16.20 Uhr beginnt und ein Mrd.-Publikum weltweit an die Fernsehschirme locken soll, bekannt gegeben. Um 16.38 Uhr werden Brasiliens Fußball-Idol Pele und Super-Model Claudia Schiffer den Weltpokal ins Stadion bringen. Anschließend bilden 170 Weltmeister den feierlichen Rahmen für die Eröffnung der zweiten WM-Endrunde auf deutschem Boden. Neben Pele haben auch Argentiniens Fußball-Genius und WM-Champion von 1986, Diego Armando Maradona, sowie Alcides Ghiggia ihr Kommen zugesagt. Ghiggia erzielte 1950 in Brasilien das 2:1-Siegtor für Uruguay in der Endrunde gegen das Gastgeberland und sicherte den "Urus" somit den zweiten WM-Titel nach 1930.



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Die deutsche Weltmeistermannschaft von 1974 wird erstmals komplett mit allen 22 Akteuren, die damals von Kapitän Beckenbauer angeführt wurden, vor Ort sein. Von den Weltmeistern von 1990 wird nur Thomas Häßler fehlen, der sich bereits im Urlaub befindet. Aus der Elf von 1954, die das "Wunder von Bern" schaffte, werden zwei der drei noch lebenden Spielern kommen: Horst Eckel und Ottmar Walter werden anwesend sein, der Kölner Hans Schäfer kann nicht erscheinen. Zudem haben sich einige der damaligen Ersatzspieler angekündigt. Als Stadionsprecher fungiert bei der Eröffnung TV-Showmaster Thomas Gottschalk, der sich allerdings mit der Rolle als "Off-Sprecher" begnügt und nicht als Moderator auf dem Stadionrasen fungiert.

Blatter nutzte die Pressekonferenz, um OK-Chef Franz Beckenbauer nochmals per Handschlag zur bislang reibungslos verlaufenden WM-Vorbereitung zu gratulieren. Der Walliser hob den enormen Stellenwert der Weltmeisterschaft in Deutschland hervor. "Ich kann dem deutschen OK, dem DFB, den deutschen Städten und Ländern, der Regierung und dem Volk nur zu dem gratulieren, was auf die Beine gestellt wurde", sagte Blatter. Einen kleinen Seitenhieb konnte er sich allerdings nicht verkneifen, als er darauf abhob, welche Interessengruppen von den Verbraucherschützern bis zu den Bierbrauern sich zum Thema WM zu Wort gemeldet hätten: "Zum Schluss wurde auch noch über Prostitution diskutiert."

Beckenbauer zieht zufriedene Bilanz



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Beckenbauer zog unterdessen eine zufriedenstellende Bilanz drei Tage vor dem Eröffnungsmatch, selbst das Ticketing bereitet dem "Kaiser" keine Bauchschmerzen: "Das Thema ist zwar nicht hundertprozentig in den Griff zu bekommen, weil Verbände Fristen versäumt und jetzt noch Karten zurückgegeben haben. Wir werden diese aber auch noch verkaufen und volle Stadien präsentieren, 99 Prozent der Tickets sind verkauft." Hocherfreut ist der 60-Jährige über die WM-Euphorie im Lande. "Es ist eine gewaltige Steigerung feststellbar", meinte Beckenbauer und sprach den zwölf WM-Städten, aber auch den zum Teil kleineren Städten, die die 32 WM-Teilnehmer beherbergen, ein Sonderlob aus: "Besser kann die Betreuung nicht sein."

Die Politprominenz wird sich aber nicht nur bei der WM-Eröffnungsfeier ein Stelldichein geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber statten bereits am Mittwoch dem Fifa-Kongress in der Messe in München einen Besuch ab und werden eine Grußadresse an die Delegierten aus den 207 Mitgliedsverbänden richten. Im Rahmen des Kongresses erfahren zudem die 170 noch lebenden Weltmeister eine Ehrung durch den Weltverband.

© SID

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