Bundestrainer Joachim Löw „Wir können gute Erkenntnisse mitnehmen“

Nach dem Testspiel der deutschen Nationalmannschaft in Mailand zeigt sich Bundestrainer Joachim Löw zufrieden. Im Interview betont er den Lerneffekt für die junge Mannschaft.
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Der Bundestrainer betont die gute Leistung seiner Mannschaft im Testspiel gegen Italien. Quelle: AFP
Joachim Löw

Der Bundestrainer betont die gute Leistung seiner Mannschaft im Testspiel gegen Italien.

(Foto: AFP)

MailandFragen an Bundestrainer Joachim Löw nach dem 0:0 Testspiel in Mailand gegen Italien.

Wie beurteilen Sie den Länderspiel-Jahresabschluss gegen Italien?
Es war taktisch gesehen ein Spiel mit sehr hohem Anspruch, weil auch die Italiener da sehr gut geschult sind. Für unsere junge Mannschaft war es ein hervorragender Test, aus dem wir gute Erkenntnisse mitnehmen. Unsere relativ unerfahrene, junge Mannschaft hat sich gut geschlagen. Es war gut, vor so einem Publikum gegen so eine Mannschaft zu spielen.

Welchen Fakt sehen Sie als wichtigsten?
Wir haben jetzt sechsmal zu Null gespielt nach der EM. In vielen Situationen haben wir auch dieses Mal gut verteidigt. In der ersten Halbzeit haben wir uns auch gute Chancen erarbeitet. In der zweiten Halbzeit haben wir einige Bälle verloren, deshalb sind wir unter Druck geraten. Insgesamt haben wir uns hervorragend geschlagen.

Wie sehen Sie die Pfiffe gegen Thomas Müller, die wohl eine Reaktion auf die Kritik aus San Marino waren?
Ich habe mir nochmals die Aussagen von Thomas Müller angehört. Ich denke, er hat sich nicht despektierlich geäußert. Er hat gesagt, dass er versteht, wie San Marino spielt, dass sie so wenig Tore wie möglich bekommen wollen. Er hat gemeint, dass sie keine Profis sind, dass sie sich mit allen ihren Mitteln hinten reinstellen. Natürlich weiß man, dass sie alle Amateure sind, die einem Beruf nachgehen. Die ganzen Reaktionen sind überzogen. Wer Thomas Müller kennt, weiß, dass er ein fairer Sportsmann ist. Er hat mir auch selbst nochmals gesagt, dass er es nicht despektierlich gegenüber San Marino gemeint hat.

„Venturas Azzurri spielen besser als die Weltmeister“
La Stampa
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„Italien auf dem Niveau der Weltmeister. Ein Spiel mit niedrigem Tempo, doch die jungen Azzurri zeigen eine starke Persönlichkeit. Deutschland ist stärker, was Erfahrung und Talent betrifft, auch wenn viele Weltmeister nicht dabei sind. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben die deutschen Spieler aber ihre Überlegenheit nicht besonders zur Schau gestellt.“

Tuttosport
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„Italien-Deutschland wird niemals ein Freundschaftsmatch sein. Es gibt keine Sieger im Duell von San Siro. Die Azzurri rücken dem Erfolg mit Andrea Belotti nah. Löw bietet eine junge Mannschaft auf, der es an Talent nicht fehlt.“

Corriere della Sera
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„Ein Spiel mit zu vielen Tests auf beiden Seiten. Deutschland hat keinen wirklichen Stürmer und wiederholt alte Schemen, nur mit jüngeren und langsameren Spielern. Deutschland spielt routiniert und ohne wirkliche Substanz. Italien kann beginnen, mit neuen Spielern eine Zukunft aufzubauen. Deutschland nicht.“

La Repubblica
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„Ventura schafft ein makelloses 0:0 gegen die Weltmeister. Solange Hummels spielt, ist die deutsche Mauer jedoch schwer zu durchbrechen. Viele Pfiffe für Müller, der nach seinen Aussagen gegen San Marino an Popularität eingebüßt hat.“

Corriere dello Sport
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„Venturas Azzurri spielen besser als die Weltmeister. Die junge italienische Nationalelf schafft ein 0:0, das eine durchaus positive Phase für Venturas Jungs bezeugt. Ein junges deutsches Team sucht den Ruhm im Meazza-Stadion, schafft aber nie wirklich den Durchbruch. Unter den Deutschen glänzt Mats Hummels, der die Verteidigung führt.“

Gazzetta dello Sport
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„Die italienische Jugend macht eine gute Figur beim Luxusklassiker gegen Deutschland. Wir haben Talente in allen Bereichen, angefangen von der Verteidigung. Der beste deutsche Spieler ist Ilkay Gündogan, der mit Qualität und Intelligenz überall hingelangt. Er spielt nach Pep Guardiolas Stil.“

Italien - Deutschland
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Unterhaltsames Länderspiel: Im mailändischen Stadio Giuseppe Meazza, Mailand (Lombardei) kämpft Yannick Gerhardt (Deutschland, r.) gegen Daniele Rugani (Italien).

Wie fällt ihr sportliches Fazit für das Jahr 2016 aus?
Das Fazit ist positiv, obwohl wir bei der EM im Halbfinale ausgeschieden sind. Insgesamt war die Spielanlage und das, was wir bei der EM geleistet haben, gut. Wir hatten unsere Chancen, aber wir haben sie nicht genutzt. Da versuchen wir, weiter daran zu arbeiten. Wir wollten die Qualifikation ganz anders angehen als nach der WM 2014. Wir haben bisher alle Spiele gewonnen und kein Gegentor bekommen. Wir haben einige junge Spieler an die Mannschaft herangeführt. Deshalb sehe ich die Zukunft positiv.

Das nächste Länderspiel gibt es erst im März. Wie geht es für Sie jetzt noch weiter bis zum Jahresende?
Es stehen noch einige Termine an. Am Wochenende gibt es Dortmund gegen Bayern in der Bundesliga. Dann geht es nach Russland zur Auslosung des Confed-Cups. Im Dezember würde ich gern nach Spanien gehen. Da gibt es den Clásico, dann die Spiele der deutschen Mannschaften gegen die spanischen Clubs in der Champions League.

Die elf Heilsbringer des Weltmeisters
Serge Gnabry
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Die Geschwindigkeit seines Aufstiegs ist schwindelerregend, Serge Gnabry (l.) aber steht sogar für eine ganze Generation neuer deutscher Fußball-Talente. Mit drei Toren bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft gegen San Marino katapultierte sich der 21 Jahre junge Schwabe in neue Sphären. Gnabry ist schnell, körperlich robust, technisch gut, abschlussstark. Die Voraussetzungen stimmen, um eine tragende Rolle im deutschen Sturm zu spielen.

Die Zukunft
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Ob Gnabry sein rasantes Entwicklungstempo aus den vergangenen Monaten halten kann, muss sich zeigen. Der Einstand für den Sohn eines Ivorers und einer Schwäbin beim 8:0-Sieg im verregneten und kalten San Marino war jedenfalls verheißungsvoll. „Drei Tore - hätte schlechter laufen können“, meinte Mario Götze. Löw will diesen Effekt nutzen, um im Sommer 2018 in Russland den WM-Triumph zu wiederholen. Gleich acht der 20 Akteure, die nach dem 8:0 in der Mini-Republik nun am Dienstag den Klassiker gegen Italien angehen, sind 22 Jahre oder jünger.

Benjamin Henrichs
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Mit 19 Jahren steht Benjamin Henrichs (M.) bereits vor seinem Länderspieldebüt. 18 Bundesligaspiele hat Henrichs erst in seiner Bilanz stehen. Seinen Aufstieg kann Henrichs selbst noch nicht fassen: „Erst Bundesliga, dann Champions League, jetzt Nationalmannschaft: Das ist krank.“ Seine Einsatzchancen im Qualifikationsduell bei San Marino am Abend stehen ganz gut.

Yannick Gerhardt
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So wie Benjamin Henrichs, kannten den Namen Yannick Gerhardt vor wenigen Monaten nur die Insider. Der 22-jährige Defensivmann vom VfL Wolfsburg darf sich schon darauf freuen, in Mailand als 86. Neuling der Ära Joachim Löw auflaufen zu können. „In aller erster Linie geht es mir darum, noch einmal den einen oder anderen Spieler zu sehen, in einem Spiel, in dem man richtig gefordert wird“, verriet der Coach.

Leon Goretzka
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Erstmals seit mehr als zwei Jahren gehört Leon Goretzka dem elitären Zirkel wieder an. „Er hat damals schon einen sehr, sehr guten Eindruck gemacht. Er war immer wieder mal verletzt, die Pausen haben ihn zurückgeworfen. Aber in diesen Jahrgängen, in denen wir derzeit suchen, ist er einer der Talentiertesten“, lobt Joachim Löw. Der Schalker hat sich mit seinen guten Auftritten und der Silbermedaille beim olympischen Turnier in Brasilien in den Vordergrund geschoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Schalker am Dienstagabend Spielzeit erhält, ist nicht gering.

Max Meyer
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Neben Benedikt Höwedes und Leon Goretzka ist Max Meyer der dritte Schalker in der Nationalmannschaft. Nach seiner Bänderverletzung versicherte der 21-Jährige, dass er für die beiden kommenden Länderspiele gegen San Marino und Italien fit ist. Der Mittelfeldmann führte Schalke zuletzt mit einer starken Leistung zum Heimsieg gegen Bremen.

Julian Brandt
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In Leverkusen gehört Julian Brandt seit knapp zwei Jahren zur Stammelf. Dort erzielte der 20-Jährige in den vergangenen vier Bundesliga-Spielzeiten insgesamt 16 Tore und bereitete zwölf Treffer vor. Er ist eine „Allzweckwaffe“ für die Zukunft. Seinen vier Länderspielen (Debüt am 29. Mai 2016 gegen die Slowakei) werden sicher noch viele DFB-Einsätze folgen. Für das Spiel gegen Italien fällt er aber erstmal wegen einer Grippe aus.

  • dpa
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