Bundestrainer
Löw wird Klinsmann-Nachfolger

Das, was ganz Fußball-Deutschland schon in den letzten WM-Tagen befürchtet hatte, ist passiert: Jürgen Klinsmann schmeißt seinen Job als Bundestrainer hin. Kapitän Michael Ballack hat seine Vorstellungen bereits geäußert - und dabei den Nachfolger Joachim Löw düpiert.

HB HAMBURG/BERLIN. Trotz einer berauschenden Heim-Weltmeisterschaft mit Platz drei und Hoffnungen von ganz Fußball-Deutschland werde der 41-Jährige seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängern, sagte Mayer-Vorfelder in der Nacht zum Mittwoch. Davon habe Klinsmann ihn am Dienstagnachmittag in Kenntnis gesetzt.

"Wer auch immer Jürgen Klinsmann im Amt nachfolgen wird, muss die begonnene Arbeit fortsetzen", sagte Mayer-Vorfelder. Der DFB will am Mittwoch ab 11.30 Uhr (LIVE bei Handelsblatt.com) auf einer Pressekonferenz bereits weitere Einzelheiten mitteilen.

Nachfolger wird Joachim Löw, den Klinsmann vorgeschlagen hatte. Zuvor hatten bereits die "Bild"-Zeitung und die "Süddeutsche Zeitung", die vor der offiziellen Verkündung bereits vom Entschluss Klinsmanns berichtet hatten, übereinstimmend gemeldet, dass der bisherige Assistenztrainer aller Voraussicht nach die Nachfolge antreten werde.

Löw unterschrieb einen Zweijahresvertrag bis nach der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz.

Klinsmann sagte auf einer Pressekonferenz in Frankfurt, es sei sein großer Wunsch gewesen, in die Normalität zurückzukehren. Er habe sehr viel Kraft gelassen während seiner zweijährigen Arbeit als Bundestrainer. Er fühle sich im Moment absolut nicht im Stande, diese Arbeit mit der gleichen Energie und Power weiter zu führen. Er habe das Gefühl, ausgebrannt zu sein, und werde sich erst einmal ein halbes Jahr Urlaub gönnen und in keinster Weise etwas anderes anzunehmen.

Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack hatte zuvor zwei außenstehende Kandidaten als mögliche Nachfolger ins Gespräch gebracht und sich damit indirekt gegen Joachim Löw ausgesprochen. In einem vor Klinsmanns Entscheidung verfassten Beitrag für das Magazin "Stern" nannte der Mittelfeldstar die Bundesliga-Trainer Jürgen Klopp vom FSV Mainz 05 und Thomas Doll vom Hamburger SV. "Da kämen Trainertypen wie Jürgen Klopp oder Thomas Doll infrage", schreibt Ballack in seinem WM-Tagebuch, das in der neuen "Stern"-Ausgabe abgedruckt wird.

Ballack plädiert aber unabhängig von der Nachfolge-Regelung dafür, dass Klinsmanns Philosophie weitergeführt wird, "unbedingt". Auch für ihn seien Klinsmann Trainings-Methoden anfangs gewöhnungsbedürftig gewesen. "Ich bin nicht sofort begeistert, nur weil etwas neu ist", erklärte der Kapitän. "Deswegen war ich am Anfang zurückhaltend, vielleicht sogar etwas skeptisch, was zum Beispiel Trainingsinhalte angeht." Allerdings habe sich bei der Weltmeisterschaft herausgestellt: "Jürgen Klinsmann lag richtig."

Noch am vergangenen Sonntag hatte Mayer-Vorfelder für den Fall einer Absage Klinsmanns wieder Christoph Daum ins Spiel gebracht, der vor sechs Jahren wegen der Kokain-Affäre kein Bundestrainer geworden war. Er stehe auf seiner Liste "ziemlich weit oben", sagte Mayer-Vorfelder. Daum sei ein exzellenter Trainer, der ihn in manchen Dingen an Klinsmann erinnere und fortführen könne, "was Jürgen angefangen hat".

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