Business-Logen
Unternehmer bitten zum Ball

Das Geschäft mit den Business-Bereichen ist für die Fußball-Bundesligisten ein boomendes Geschäft. Bei etlichen Klubs ist die Nachfrage inzwischen größer als die verfügbare Kapazität. Und so bauen die Vereine das Angebot, das mittlerweile eine wichtige Einnahmequelle ist, kräftig aus – denn das Interesse der Unternehmen wächst aus gutem Grund weiter.

MANNHEIM. Cottbus mauert. Es ist winterlich kalt, der Wind pfeift durchs Stadion. Drinnen ist Fußball viel gemütlicher: Auf drei Stockwerken tummeln sich beim Rückrundenauftakt 1 900 Gäste im Business-Bereich der neuen Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena.

Besonders ausgeprägt ist das Wohlfühlklima in den 41 Logen, wo jeweils zwölf Personen separat bewirtet werden – freier Blick aufs Spielfeld inklusive. Zu den beheizbaren Stadionsitzen hinter der Fensterfront sind es nur wenige Schritte. Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick beklagt sich später erneut darüber, dass die Business-Plätze auf der Haupttribüne lange nach Ende der Halbzeitpause nur lückenhaft besetzt waren. Die VIPs blieben lieber beim Buffet.

So ist das eben, wenn Vereine und Wirtschaft Doppelpass spielen. Da genießt der eine den grandiosen Steilpass in den Strafraum, der andere jubelt über den prickelnden Prosecco in der Piano-Lounge. Darunter leidet bisweilen die Stimmung in den Stadien, was manchem Fußballfan nicht gefällt. Aber der profitiert auch von der edlen Klientel – denn die bessert schließlich die Finanzen seines Lieblingsklubs auf.

„VIP-Bereiche waren in den vergangenen Jahren das am stärksten wachsende Feld im Sportbusiness“, sagt Philipp Hasenbein, Geschäftsführer von Sportfive. Die Hamburger Agentur hat jüngst eine Studie vorgelegt, in der sie 109 Gastgeber und 360 Gäste zur „Hospitality“ befragt hat. Ein Ergebnis: Die Manager der Bundesliga-Vereine kalkulieren fest mit dem Geld der VIP-Kunden. „Hier werden Erträge erzielt, die für die Budget-Planung der Klubs sehr wichtig sind“, sagt Hasenbein.

Ein boomender Markt: Innerhalb von nur vier Jahren ist die Zahl der Logen- und Business-Plätze in den Stadien der Fußball-Bundesligisten um 28 Prozent von rund 37 000 auf mehr als 47 000 gestiegen. Gemessen am Zuschauerschnitt der vergangenen Hinrunde machen die VIP-Sitze einen Anteil von 6,5 Prozent aus. Das größte Kontingent bietet dabei der deutsche Meister FC Bayern München an: Von den 69 000 Plätzen in der Allianz-Arena sind 4800 für Business-Kunden reserviert. Bei Hertha BSC Berlin sind es im Olympiastadion 4 500. Dagegen ist in Bochum (1 150 Plätze), Karlsruhe (1 100) und Cottbus (460) das VIP-Kontingent am kleinsten.

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