BVB-Aktie
Borussia kann erstmals Dividende ausschütten

Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein Borussia Dortmund schüttet erstmals eine Dividende aus. Freudenausbrüche löst der Deutsche Meister damit aber nicht aus. Aktionärsschützer hatten mehr erwartet.
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DortmundDer deutsche Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund zahlt erstmals seit dem Börsengang vor zwölf Jahren eine Dividende. Sechs Cent je Aktie überweist der ehemals krisengeschüttelte BVB seinen Aktionären. Damit werden insgesamt 3,68 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Aktionärsversammlung stimmte am Montag in Dortmund mit großer Mehrheit dem Vorschlag des Vereins zu.

Angesichts des Rekordgewinns von 34 Millionen Euro, dem höchsten Gewinn überhaupt in der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte, hatten einige Anteilseigner und Aktionärsschützer aber etwas mehr erwartet. Die geringe Dividende sei ein schlechtes Signal an die Börse. Sie entspreche dem Verdienst der beiden Geschäftsführer von zusammen knapp 3,6 Millionen Euro, sagte ein Aktionär.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte, dass der Rekordgewinn vor allem auf die Transfers der beiden Offensivspieler Shinji Kagawa und Lucas Barrios zurückgehe, die allein 26 Millionen Euro eingebracht hatten. Der Hauptteil des Gewinns fließe in den weiteren Schuldenabbau und in Investitionen, sagte Finanzchef Thomas Treß. In der abgelaufenen Saison hatte der BVB den Schuldenstand um 15 Millionen auf rund 40 Millionen Euro verringern können.

Watzke betonte, der Verein wolle auch künftig die Dividende am sogenannten Cashflow ausrichten, der zuletzt 6,4 Millionen Euro betrug. „Wir möchten eine weitsichtige Wachstumspolitik ohne Schilden.“ Er erinnerte daran, dass der BVB durch den Marktwert der Mannschaft über stille Reserven von rund 200 Millionen Euro verfüge. Der Buchwert liege gerade einmal bei 26 Millionen Euro. Der BVB werde eine „unglaubliche Entwicklung“ nehmen, wenn es gelinge, sich in den nächsten zwei oder drei Jahren jeweils für die Champions League zu qualifizieren.

In der Debatte um Gewalt im Fußball schlägt Watzke bei Risikospielen wie dem Derby gegen Schalke 04 die Anwesenheit eines Staatsanwaltes und eines Richters im Stadion vor. Randalierer könnten gleich eingesperrt werden. Dann komme der Betroffene in Erklärungsnot, wenn er morgens nicht zur Arbeit komme, statt wie üblich in seinem Umfeld aufzutreten, als wenn nichts geschehen wäre. „Wir können den Fußball nicht vom Rest der Welt abkoppeln“, sagte Watzke. Dazu würden aber Politik und die Justiz gebraucht.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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