BVB gegen Bayern
Die italienischen Wurzeln im Spitzenspiel

Borussia Dortmund gegen FC Bayern: Das ist nicht nur der neue Klassiker in der Liga. Es ist auch ein Duell zwischen Jürgen Klopp und Pep Guardiola – zwei Trainer, die ihre Spielideen bei einem Italiener abgeschaut haben.
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DüsseldorfDie ganze Welt schaute zu, als zwei der besten Mannschaften Europas aufeinandertrafen. Borussia Dortmund gegen den FC Bayern hat das Zeug, zu einem Klassiker der Fußballwelt zu werden. So wie Real Madrid gegen den FC Barcelona. Das Spiel, das die Bayern am Ende 3:0 gewannen, wurde wie erwartet nicht so spektakulär, wie viele Fans das hofften. 

Das lag nicht nur an der langen Verletztenliste der Dortmunder. Viel wichtiger für das Spiel war die taktische Marschroute, die von den Trainern ausgegeben worden war. Beide Mannschaften wussten um ihre Stärke und versuchten daher, früh und schnell die Räume für den Gegner eng zu machen. Torchancen waren daher Mangelware, weil die Mechanismen griffen, die im Training bis zum Umfallen geübt worden sind. 

Einer beobachtete diesen Kampf der Systeme aus der Ferne besonders interessiert: Arrigo Sacchi (siehe Interview). Der Italiener hat Ende der achtziger Jahre beim AC Mailand eine Mannschaft geformt, die noch immer zu den besten der Fußballgeschichte gehört. Seine Ideen haben die Fußballwelt revolutioniert. Und zu seinen geistigen Enkeln gehören auch die Trainer der beiden besten Teams hierzulande.

 

Jürgen Klopp von Borussia Dortmund und auch Pep Guardiola vom FC Bayern haben Sacchis Stil und dessen Ideen genau studiert. „Beide Teams praktizieren ein offensives Pressing tief in der gegnerischen Hälfte. Die Dortmunder noch etwas aggressiver als die Bayern“, stellt der Fußballexperte Dietrich Schulze-Marmeling fest. Zu den Vätern dieser Spielidee zählt der Italiener. 

„Sowohl Klopp wie Guardiola wurden von Sacchi geprägt“, sagt der Fußballhistoriker Schulze-Marmeling. Und auch Sacchi selbst erkennt heute viele seiner Vorstellungen im Spiel des BVB und des FC Bayern wieder – auch wenn beide Teams am Ende ganz unterschiedlich zum Erfolg kommen. Weltweit spiegelten diese beiden derzeit am ehesten seine Spielphilosophie wider, bestätigte er im Interview mit Handelsblatt Online. 

Beide Teams verfolgten mit ihren Mannschaften einen kollektiven und totalen Fußball, lobte der ehemalige Nationalcoach Italiens die Spielweise der beiden Mannschaften. Dabei sei Guardiola mehr auf Ballbesitz fokussiert. Das sei für Klopp weniger wichtig. Der Vorteil der Bayern sei die individuelle und technische Qualität der Spieler. Was sich schon oft spielentscheidend ausgewirkt hat - und auch das jüngste Duell letztlich entschieden hat.

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