BVB in der Champions League
Die Unruhe der Tempo-Fußballer

Unruhe in der Krise: Während die Spekulationen um einen Reus-Wechsel bei Borussia Dortmund zur Unzeit kommen, kam es in Istanbul zu Zusammenstößen zwischen den Fangruppen. Auch bei Leverkusen bleibt es nicht ruhig.
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DüsseldorfGenug gelitten? Nach dem schlechtesten Bundesligastart seit 27 Jahren sehnt die Borussia aus Dortmund eine Trendwende herbei. Mit angespannten Mienen und reichlich Sorgen im Gepäck traten die Profis die Reise an die Bosporus zum Duell mit Galatasaray Istanbul an. Von den guten Ergebnissen in der bisherigen Champions-League-Saison ist nach der Talfahrt in der Bundesliga wenig Selbstvertrauen übrig geblieben.

Ein Sieg in der türkischen Metropole soll die Ohnmacht der vergangenen Tage zu vertreiben. „Wir können die Tür zum Achtelfinale weit aufstoßen und uns Sicherheit für die Liga holen“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Weitaus kämpferischer formulierte es Verteidiger Neven Subotic: „Der Druck ist enorm groß. In dieser Phase sind Erfolgserlebnisse sehr wichtig. Wir müssen alles geben und die Wende schaffen.“

Beim Abflug am Dortmunder Flughafen sorgten nicht nur die grauen Wolken für trübe Stimmung. Zum Leidwesen von Jürgen Klopp scheint sein Team seine taktischen Vorgaben verlernt zu haben. Noch nie zuvor in seiner bisherigen Zeit als Dortmund-Trainer wirkte er so ratlos wie nach dem 1:2 am vergangenen Wochenende beim 1. FC Köln. Außerdem bietet sich wegen des vollen Terminkalenders sich kaum eine Gelegenheit, die Fehler der Vergangenheit auszumerzen. Klopp vertraut dennoch weiterhin in die außergewöhnlichen Fähigkeiten seiner Spieler: „Wir müssen uns zusammenraufen. Aber bis jetzt haben wir den Kniff noch nicht gefunden. Die Zeit nach unserer Form zu suchen, haben wir leider nicht.“

Der Zeitpunkt für dieses Spiel sei dennoch sehr gut, „weil es ein Spiel ist, in dem wir defensiv gut stehen müssen. Meine Erwartung ist, dass wir das schaffen und dass wir uns Sicherheit für die Bundesliga holen“, sagte er auf der Pressekonferenz in Istanbul. Seiner Einschätzung nach seien nur kleine Änderung nötig, um die alte Stabilität zurückzuerlangen. Denn: „Der Weg es richtig zu machen, ist nicht weit.“

Anders als in der Meisterschaft kann die Borussia in Europa eine weiße Weste vorweisen. Nach klaren Siegen über den FC Arsenal und den RSC Anderlecht führt Dortmund die Tabelle der Gruppe D an. Mit gewohnt kämpferischen Tönen feuerte die Dortmunder Allzweckwaffe Kevin Großkreutz seine Mitstreiter auf die avisierte Aufholjagd im Netz an: „Die Mannschaft hat in den letzten sechs Jahren alle begeistert und jetzt ist es für alle 'ne neue Situation, aber wir werden als Mannschaft diese verdammte Krise überwinden! EIN TEAM!“

Höchstwahrscheinlich wird der am Samstag nach einer über einjährigen Verletzungspause zurückgekehrte Ilkay Gündogan für die Partie gegen Hannover geschont. Der Spielmacher hofft jedoch auf einen Platz in der Startelf: „Es geht mir gut. Dafür, dass ich so lange nicht dabei war, kann ich sehr zufrieden sein.“ In diesem Fall dürfte Sven Bender seinen Platz einnehmen.

Mehr defensive Stabilität als zuletzt in der Bundesliga ist für ein Bestehen beim türkischen Meister Galatasaray notwendig. Zumal die Mannschaft von Bosporus extrem heimstark ist. Das Team von Trainer Cesare Prandelli verlor nur drei seiner letzten 19 Heimspiele auf europäischer Ebene. Zudem ließ der aktuell Tabellenzweite der SüperLiga am vergangenen Wochenende dank Doppeltorschütze Wesley Sneijder eine Steigerung der Formkurve erkennen.

Für das Klopp-Team könnte es allerdings von Vorteil sein, dass die Türken dringender gewinnen müssen. Der Niederländer Sneijder brachte die Ausgangslage auf den Punkt: „Für uns ist es verdammt wichtig, einen Sieg einzufahren, um weiter die Chance auf das Achtelfinale zu haben.“

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