BVB und Mkhitaryan

Wie ein Fußballstar seinen Ruf ruiniert

Henrikh Mkhitaryan lässt seinen Berater wüten und drohen. Ein Streik des Fußballers scheint möglich, um den BVB vorzeitig zu verlassen. Wohin solcherlei führt, zeigt ein ähnlicher Fall bei Schalke: ins totale Abseits.
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Ein gewohntes Bild in der vergangenen Saison – allein in der Bundesliga erzielte der Armenier elf Treffer und bereitete 20 weitere vor. Hier bejubelt er seinen Treffer im Viertelfinale der Europa League beim FC Liverpool. Quelle: Reuters
Henrikh Mkhitaryan

Ein gewohntes Bild in der vergangenen Saison – allein in der Bundesliga erzielte der Armenier elf Treffer und bereitete 20 weitere vor. Hier bejubelt er seinen Treffer im Viertelfinale der Europa League beim FC Liverpool.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfFür seine Leistungen in der vergangenen Bundesliga-Saison ist Henrikh Mkhitaryan mit Lob überhäuft worden. Die Profis wählten ihn in einer Umfrage sogar zum besten Feldspieler der Saison – weil er so unnachahmlich die gegnerischen Verteidiger durcheinander gewirbelt hat. Elf Treffer und zwanzig Vorlagen brachten ihm Rang zwei auf der Scorerliste. Doch nun scheint dem Fußballer – oder seinem Berater – das alles zu Kopf gestiegen zu sein.

Mkhitaryan will plötzlich den BVB so schnell wie möglich verlassen – nach drei Jahren und nur einer wirklich guten Saison. Das ist in mehrfacher Hinsicht verrückt. Denn der Spieler fühlte sich zuletzt in Dortmund sauwohl. Ausgerechnet der neue Trainer Thomas Tuchel hat ihn wachgeküsst. Und eine Verlängerung seines 2017 auslaufenden Vertrages bis 2021 schien lange nur Formsache, also eine Geldfrage, zu sein.

Doch die Verhandlungen zogen sich hin – und inzwischen wird über die Medien sogar eine Drohung des Beraters kolportiert: Mkhitaryan könnte sich seinen Weg zu Manchester United notfalls ja auch frei streiken. Völlig unrealistisch sei das nicht, schließlich soll er dies angeblich bei seinem vorherigen Verein in Donezk auch versucht haben.

Mittlerweile reagieren viele Fans genervt auf den Poker: „Manchester United soll 40 Million Euro auf den Tisch legen und dann hat das leidige Thema Mkhitaryan endlich ein Ende!“, kommentierte Fabian Gillan zum Beispiel auf Twitter. Noch vor einigen Wochen wären solche Sätze undenkbar gewesen. Doch inzwischen glauben viele Anhänger, dass sich Mkhitaryan nicht zum Führungsspieler eignet.

Angekreidet wird dem Armenier, dass er in wichtigen Spielen nicht seine beste Leistung bringt. Auffällig etwa: der Supertechniker trat im Pokalfinale gegen Bayern München nicht beim Elfmeterschießen an. Stattdessen mussten eher Kämpfernaturen wie Sven Bender und Sokratis ran – und sie verschossen prompt. Wieder nichts mit dem Titel.

Volles Engagement für den BVB sieht anders aus. Stürmer Marco Reus schoss sogar noch mit einer Verletzung den Elfmeter im Pokalfinale in den Winkel – und musste anschließend auf die EM verzichten. Mkhitaryan ist dagegen in Frankreich gar nicht dabei, pokert gleichzeitig aber auf unerträgliche Weise, wie immer mehr Beobachter finden.

Das könnte sich für den Armenier rächen. Vielleicht so extrem wie bei Kevin-Prince Boateng, der bei Schalke 04 auf dem Abstellgleis landete und bisher nicht wieder auf die Beine kam.

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