Campions League
Von wütenden Engländern und gelassenen Bayern

Beim Gegner kriselt es: Kurz vor dem Achtelfinalspiel in der Champions-League gegen Bayern München wird Arsenals Coach Arsène Wenger massiv kritisiert. Die Bayern dagegen gehen „hungrig“ in die Partie auf der Insel
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LondonBereits vor dem Spiel gegen Bayern München (Dienstag, 20.45 Uhr) muss der Trainer vom FC Arsenal bitter kämpfen. Die Fans sind wütend, viele werfen ihm eine schwache Saison vor. Die Vereinsführung des FC Arsenal hat Coach Arsène Wenger trotzdem ihr Vertrauen ausgesprochen.

„Man hat Höhen und Tiefen und derzeit stecken wir etwas in einem Tief. Aber einige der Reaktionen waren hysterisch“, sagte Club-Präsident Peter Hill-Wood dem Boulevardblatt „Daily Star“ (Dienstag) bereits vor dem Champions-League-Duell mit dem FC Bayern München. „Man hört von Fußballclubs, die kritisiert werden, weil sie ihren Coach zu schnell entlassen. Nun fordern da draußen Leute den Rauswurf eines Trainers, der 15 Jahre lang ein riesiger Erfolg war.“

Der 76-Jährige zeigte Verständnis für die Fans, die beim FA-Cup-Aus gegen Zweitligist Blackburn Rovers am Samstag gepfiffen hatten: „Ich war extrem enttäuscht von einigen der jüngsten Resultate.“ Wenger empfinde ähnlich: „Er ist sehr diplomatisch und ruhig, aber tief drinnen fühlt er auch sehr stark und ist genauso traurig wie jeder.“ Hill-Wood versicherte, dass nicht nur er hinter Wenger stehe, auch US-Mehrheitsanteilseigner Stan Kroenke sei sehr unterstützend. Die Nord-Londoner sind derzeit Tabellenfünfter in der Premier League und seit siebeneinhalb Spielzeiten ohne Titelgewinn.

Ganz anders dagegen die Lage bei Bayern München. Wie ein angehender Fußball-Rentner wirkte Jupp Heynckes auch in London nicht. Mit bald 68 Jahren betreibt der ehemalige Weltklassestürmer seinen Beruf immer noch mit Hingabe.

Besonders seine letzten Auftritte auf der internationalen Bühne kostet der Vollblut-Trainer aus. „Wir sind extrem hungrig auf solche Abende“, sagte Bastian Schweinsteiger vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Arsenal – der Satz hätte auch von Jupp Heynckes stammen können.

Der Trainer-Senior der Bundesliga befindet sich beim deutschen Rekordmeister auf seiner Abschiedstour. Im Sommer übernimmt Pep Guardiola, und Heynckes möchte dem spanischen Wundertrainer ein möglichst großes Erbe hinterlassen. „Ich war und bin immer sehr ambitioniert“, erklärte Heynckes, der 1998 als Trainer von Real Madrid mit dem Gewinn der Champions League seinen bislang größten Triumph feierte. Drei Trophäen kann er mit dem FC Bayern in seiner letzten Saison noch gewinnen, der Meistertitel ist ihm praktisch schon sicher.

„Ich wünsche Jupp Heynckes, dass er viele Titel gewinnt“, sagte Kapitän Philipp Lahm während der London-Reise Einen glanzvollen Abschied, das wollen Franck Ribéry & Co. ihrem Chef zum erwarteten Karriereende bereiten. Diese Mission treibt auch Heynckes an, rund um die Uhr. „Du gehst beim FC Bayern jeden Tag ans Limit“, hat er jüngst verkündet: „Das kostet auch Substanz.“

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„Wenn ich paranoid wäre, wüsstet ihr das schon.“

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