Causa Mkhitaryan
BVB-Boss Watzke spricht ein Machtwort

Henrikh Mkhitaryan wollte seinen 2017 auslaufenden Vertrag beim BVB erst verlängern, dann eher nicht und zuletzt gehen. Jetzt muss er bleiben – und die Dortmunder verzichten auf rund 25 Millionen Euro als Verkaufserlös.

DüsseldorfSo richtig entspannte Urlaubsstimmung mag bei Hans-Joachim Watzke derzeit nicht aufkommen. Was weniger am ziemlich bescheidenen Wetter in Italien liegt, sondern eher an den nervigen Schlagzeilen in der Heimat. Irgendwie wird der Geschäftsführer von Borussia Dortmund, Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballklub, das Gefühl nicht los, als tanzten ihm seine hochbezahlten Kicker auf der Nase herum. Oder zumindest deren mitunter zwielichtigen Berater.

Mino Raiola ist ein Meister seines Fachs. Der Italiener, der dafür sorgt, dass der Kontostand internationaler Stars wie Zlatan Ibrahimovic und Paul Pogba stimmt, greift Watzke via „Bild“ am Mittwoch frontal an. Weil ein weiterer seiner Klienten, der armenische Ballkünstler Henrikh Mkhitaryan, den BVB nicht Richtung Manchester United verlassen darf. „Dortmund hat ein offizielles Angebot vorliegen. Aber jetzt haben die BVB-Bosse Angst vor den eigenen Fans“, stichelt Raiola. Er spielt damit auf den Wechsel von Mats Hummels zum Erzrivalen Bayern München an.

Aber Angst? Nein, dieses Wort kennt Watzke nicht. Der mittlerweile 56-Jährige, der erst eine eigene Firma aufbaute, bevor er ab 2005 den BVB vor der Pleite rettete und anschließend sanierte, legt sich mit jedem Gegner an: dem DFB, der DFL, der Uefa und den Bayern. Und immer geht es um Geld, Macht und einen fairen Wettbewerb.

Gewiss, manchmal übertreibt er. So halten seine Widersacher den Sohn eines Politikers für einen Populisten. Aber der gebürtige Sauerländer hält sich im Geschäftsleben an eine Grundregel: Vertrag ist Vertag. Wie es in seinem Umfeld heißt, will Watzke bei Mkhitaryan nicht nachgeben. Die Spieler müssten wieder lernen, was eine Unterschrift bedeute. Und so wird der Armenier seinen 2017 auslaufenden Vertrag wohl erfüllen müss

Nicht nur das: Der Boss von Borussia Dortmund bestätigt durch sein Verhalten auch seine Strategie. An erster Stelle steht der sportliche Erfolg, erst danach kommt die wirtschaftliche Entwicklung. Im Zweifel bedeutet dies dann auch, dass ein wichtiger Spieler nicht verkauft wird. Keine Frage: Mit einem Mkhitaryan in Topform hat der BVB größere Chancen, sich auch im kommenden Jahr für die Champions League zu qualifizieren, als ohne ihn.

Dies ist mittelfristig für die Entwicklung des Vereins und der Marke wichtiger als eine Transfereinnahme von 25 Millionen plus x in diesem Jahr. Nur wenn die Dortmunder in der Königsklasse spielen, haben sie überhaupt eine Chance, an den großen Bayern dran zu bleiben.

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Gut für Fans, schlecht für Aktionäre

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