Champions League
Das falsche Fußballwunder in Dortmund

Borussia Dortmund war im letzten Gruppenspiel gegen Olympique Marseille 45 Minuten lang auf dem besten Weg, überraschend doch noch ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Und nach 90 Minuten gab es tatsächlich ein Fußball-Wunder – allerdings ein anderes als der BVB sich erhofft hatte.
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DüsseldorfMit seinem Distanzschuss zum 3:2 in der 88. Minute schoss Marseilles Stürmer Mathieu Valbuena die Dortmunder aus allen europäischen Träumen und seine Mannschaft völlig überraschend ins Achtelfinale der Champions League. Der Deutsche Meister hatte sich wieder einmal um den verdienten Lohn für eine engagierte Leistung gebracht und ging – wie so oft in Europa – als Verlierer vom Platz.

Als Gruppenletzter dürfen die Dortmunder nicht mal an der Europa League teilnehmen. „Man kann dieses Spiel als symptomatisch für unser Champions-League-Saison sehen“, kommentierte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp das Spiel, dem die Enttäuschung anzusehen war. "Wir hätten den Sieg verdient gehabt, es aber wieder nicht geschafft - diesen Schuh müssen wir uns anziehen."

Schon vor dem Anpfiff waren die Ausgangsbedingungen für die Dortmunder alles andere als gut. Nach der Niederlage in London half den Borussen nur noch ein Sieg mit vier Toren Unterschied und ein Schützenhilfe von Arsenal London, um weiter in der Champions League  spielen zu dürfen. Entsprechend offensiv stellte Jürgen Klopp seine Mannschaft ein. Brachte die Mario Götze und Jakub Blaszczykowski auf den offensiven Außenposition, Robert Lewandowski hinter den Spitzen und den wieder genesenen Lucas Barrios im Sturm.

Dortmund begann engagiert, übernahm nach dem Anpfiff die Initiative und drängte die Franzosen in die eigene Hälfte. Marseille lauerte auf Konter.

Blaszczykowski, der ein starkes Spiel ablieferte,  gab in der 6. Minute den ersten Warnschuss ab, traf mit einem abgefälschten Ball aber nur das Außennetz.

Der Weckruf der 65.000 Zuschauer in der  Minute. Nachdem sich Lewandowski hervorragend durchsetzte hatte, kam Blaszczykowski im Strafraum an den Ball und versenkte per Aufsetzer ins linke Eck (23.). 1:0 für Dortmund – aus dem Kühlschrank Signal Iduna Park wurde ein Hexenkessel.

Marseille wirkte geschockt. Der BVB übernahm das Kommando und kam immer wieder zu guten Torgelegenheiten. Götze vergab freistehen. In der 31. Minute dann der Aufreger: Kehl ging  im Strafraum der Franzosen mit dem Kopf zum Ball – und wurde von Marseilles Stephane Mbia mit dem Fuß im Gesicht getroffen. Der Franzose sah gelb – und war damit gut bedient. Den Dortmunder Kapitän erwischte es übler. Mit einer Gesichtsverletzung musste er umgehend ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein längerer Ausfall droht aber wohl nicht, trotz mehreren Gesichtsverletzungen konnte kein Bruch diagnostiziert werden. Für ihn kam Toni da Silva.

Zum anschließenden Elfmeter trat Innenverteidiger Mats Hummels an – und verwandelte sicher. 2:0 – eine Woge der Hoffnung ebbte durch das Dortmunder Stadion. Das Wunder, sollte es doch möglich sein? Götze hatte in der 40. Minute sogar das 3:0 auf dem Fuß.

Doch noch vor der Pause sollte ein doppelter Schock für Dortmund folgen. Zunächst ging Piräus gegen Arsenal mit 2:0 in Führung. Selbst ein Fußball-Wunderhätte dem BVB nun nicht mehr geholfen.

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Schock in der Nachspielzeit

Kommentare zu " Champions League: Das falsche Fußballwunder in Dortmund"

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  • Als eingefleischter BVB-Fan muss ich dennoch vermuten, dass die Mannschaft einfach noch nicht abgewichst genug für europäische Wettbewerbe ist. Aber man muss aus der Not eine Tugend machen. 1 Wettbewerb weniger heißt: volle Konzentration auf die Liga und mit hoffentlich etwas mehr Glück auch auf den DFB-Pokal

  • Felix Dusel spielt nun mal bei den Bayern und nicht in Dortmund ;–))

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