Champions League
Das Fußballspektakel ohne Grenzen

Das Finale Bayern gegen Chelsea elektrisiert die Massen: Die Uefa erzielt mit der Vermarktung der Königsklasse Jahr für Jahr Einnahmerekorde. Uefa-Präsident Platini will den Boom weiter anheizen. Doch es lauern Gefahren.
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KölnKäme die Queen persönlich, wäre die Begeisterung nicht größer. Das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern und Chelsea London am Samstag versetzt München in einen Ausnahmezustand. Die Stadt erwartet 180.000 zusätzliche Besucher. Selbst das Public Viewing ist ausverkauft: Karten für Olympiastadion und Theresienwiese gibt es nur noch auf dem Schwarzmarkt – vom eigentlichen Austragungsort, der Allianz Arena, ganz zu schweigen.

Der europäische Fußballverband Uefa stößt bei der Vermarktung seines Top-Produkts in neue Dimensionen vor. Die Champions League ist nicht nur für Fans ein Großereignis, sondern zunehmend auch für Leute, die mit Fußball sonst wenig anfangen können. „Die Uefa hat es geschafft, den Sport zu festivalisieren“, sagt Wolfgang Maennig, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hamburg. „Viele schauen sich die Spiele nur an, um die gute Stimmung zu genießen. So erreicht der Fußball immer größere Teile der Bevölkerung.“

Die Champions League mobilisiert die Massen – und der Veranstalter verdient. Die Königsklasse ist eine Goldgrube, die Jahr für Jahr mehr abwirft: Fast vier Fünftel der Gesamteinnahmen der Uefa in Höhe von 1,45 Milliarden Euro stammten im abgelaufenen Finanzjahr aus dem Klubwettbewerb.

„In einer für die europäische und die Weltwirtschaft außerordentlich turbulenten Zeit ist es der Uefa gelungen, das Schiff sicher durch den Sturm zu steuern“, schreibt ein zufriedener Präsident Michel Platini im Vorwort des Finanzberichts.

Größter Profiteur sind die Vereine, die an den europäischen Wettbewerben teilnehmen. Den Großteil der Einnahmen schüttet die Uefa an sie aus – im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro. Der Boom dürfte weitergehen, sagt Frank Daumann, Inhaber der Lehrstuhls für Sportökonomie an der Universität Jena. „Es gibt noch viel Vermarktungspotenzial, zumal manche Märkte noch nicht richtig erschlossen sind und die Kaufkraft wächst. Das heißt: Die Einnahmen dürften noch eine Weile so steigen.“

Kommentare zu " Champions League: Das Fußballspektakel ohne Grenzen"

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  • @Privatanleger

    "Wen interessiert denn dieser CL Schwachsinn?"

    obligatorische Antwort: Na, scheinbar sie. Schließlich machen sie sich trotz ihres Desinteresses die Mühe etwas hier zu posten (evtl. haben sie sogar den Artikel gelesen).

  • Wen interessiert denn dieser CL Schwachsinn?

    Völlig überbezahlte Millionäre, die den kleinen Mann nur auslachen.

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