Champions League
Die zwei Gesichter der Borussia

Mit einem Sieg über Istanbul wäre der BVB so früh wie nie zuvor für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Doch die Freude ist nicht von Dauer. Der Blick auf die Bundesliga bringt große Sorge.
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DortmundFür Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist es „ein Alptraum“, Verteidiger Lukasz Piszczek glaubt an „eine Seuche“. Nach dem Absturz auf einen Abstiegsplatz herrscht bei Borussia Dortmund Alarmstimmung. Von Vorfreude auf das Duell am Dienstag mit Galatasaray Istanbul kann keine Rede sein. Angesichts der prekären Lage gerät die Champions League zur Nebensache.

Routinier Sebastian Kehl hofft, dass sich die Türken als Aufbaugegner für die Bundesliga erweisen: „Wir haben die Möglichkeit, mal wieder mit einem positiven Gefühl ins Bett zu gehen. Das war in der Bundesliga zuletzt sehr hart.“

Die Chancen auf eine Mut machende Therapie stehen gut. Anders als auf nationaler Bühne lief für den BVB in Europa bisher alles nach Plan. Nach drei Siegen über den FC Arsenal (2:0), den RSC Anderlecht (3:0) und über Galatasaray (4:0) führt der Bundesliga-Vorletzte die Tabelle der Gruppe D mit makelloser Bilanz an.

Mit einem weiteren Erfolg über den türkischen Meister wäre der Achtelfinal-Einzug bereits nach vier Vorrundenspielen perfekt - so früh wie nie zuvor. Doch damit allein will sich Sportdirektor Michael Zorc nicht begnügen: „Wir wollen den Gruppensieg.“ Schließlich würde der erste Platz die Chance auf einen leichteren Gegner in der ersten K.o.-Runde erhöhen.

Die Zeit internationaler Festtage dürfte schon bald vorerst vorbei sein. Spätestens nach dem 1:2 am Samstag beim FC Bayern erscheint es bei einem Abstand von bereits zehn Punkten auf den Tabellenvierten Hoffenheim illusorisch, weiter an einen erneuten Einzug in die europäische Königsklasse zu glauben. Zum Leidwesen von Vereinschef Watzke wird der BVB mittlerweile sogar als Abstiegskandidat gehandelt. „Das ist auch für mich ein Alptraum“, gestand der Vereinschef in einem ARD-Interview.

Von in solchen Krisensituationen üblichen Mechanismen hält Watzke jedoch wenig. Zum wiederholten Mal stärkte er Trainer Jürgen Klopp demonstrativ den Rücken: „Er hat keinen einzigen Fehler gemacht.“ Hektische Maßnahmen wären nach Einschätzung des Geschäftsführers ohnehin kontraproduktiv: „Es hilft, dass der Verein in dieser Situation ruhig und besonnen ist - nicht gelassen.“

Diese Rückendeckung hält Klopp für sehr hilfreich. „Es ist eine schwierige Phase. Da hilft Ruhe. Die spüre ich und versuche, sie zu nutzen.“ Der Coach hofft, dass die Partie gegen den türkischen Meister Mut macht für die Krisenbewältigung in der Bundesliga: „Wir versuchen am Dienstag an unseren Abläufen zu arbeiten und positive Dinge für Sonntag abzuleiten.“ Kehl pflichtete bei: „Unsere Situation ist nicht aussichtslos.“

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„Uns fehlt Selbstvertrauen“

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