Champions League
Doll will Revanche gegen Porto

dpa HAMBURG. Vor dem Alles-oder-Nichts-Spiel gegen den FC Porto hat Trainer Thomas Doll beim Hamburger SV eine härtere Gangart eingeschlagen: „Wir wollen nicht nur auflaufen, um uns von den Portugiesen Autogramme zu holen.“

Um die totale Blamage in der Königsklasse abzuwenden, hat der verstimmte Coach vor dem vierten Champions-League-Spiel die Profis nachsitzen lassen und ihnen 80 Minuten nur Taktik eingebläut. „Das üben wir so lange, bis es jeder kapiert“, kündigte Doll an. „Porto ist leichter Favorit, aber wir werden eine andere Mentalität zeigen als im Hinspiel.“ Mit null Punkten stehen die Hamburger mit dem Rücken zur Wand.

Dazu meldete sich der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann nach der 1:4-Hinspielniederlage mit einer klaren Siegforderung zu Wort. „Wenn wir nicht mindestens beide Heimspiele gewinnen, also gegen Porto und gegen Moskau, dann haben wir überhaupt keine Chance, im Europapokal zu überwintern.“ Zwar sind die kalkulierten acht Mill. Euro allein schon durch die Teilnahme an der Königsklasse und die Zuschauer-Einnahmen gesichert, auf dem Spiel steht aber auch die Richtung der ganzen Saison.

Unterstützung erhält der Trainer von seinem verlängerten Arm auf dem Feld, Kapitän Rafael van der Vaart, der seine Champions-League-Premiere für die Hanseaten gibt. „Wir wollen keine Lachnummer sein, jetzt müssen wir gewinnen“, sagte der Regisseur, der von dem Stellungsspiel seiner Nebenleute beim 0:0 gegen Hannover genervt war: „Was wir anfangs gespielt haben, war eine Katastrophe.“ Gegen die Klassemannschaft aus Porto werde es verdammt schwer, aber „wir werden kämpfen“. Vielleicht, so der niederländische Nationalspieler, könne eine gute Partie „der Brustlöser“ sein.

Dafür kam eine gute Nachricht genau rechtzeitig: Juan Pablo Sorin wird auflaufen können. Der argentinische Mittelfeldspieler hatte sich eine Beckenprellung zugezogen. „Wir haben ihn noch einmal untersuchen lassen, es ist nichts nachgeblieben“, sagte Doll, der von den Ärzten Grünes Licht bekam.

Die Portugiesen trainieren bereits in der Hansestadt, wie der HSV unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Champions-League-Gewinner von 2004 muss auf den verletzten brasilianischen Mittelfeldgestalter Anderson (Wadenbeinbruch) verzichten. Für ihn wird Raul Meireles, der schon im Hinspiel glänzte, von Beginn an spielen.

In der Tabelle der Gruppe G der Champions League liegt Porto mit vier Punkten an dritter Stelle hinter Zska Moskau (7) und Arsenal London (6). Der bisher punktlose HSV hat nur mit einem Heimerfolg gegen Porto noch eine Minimalchance auf das Weiterkommen. „Wir wollen zeigen, dass wir zu Recht in der Champions League spielen. Es wird eine ganz andere Mentalität zu spüren sein“, kündigte Doll an.

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