Champions League
Englischer Frust in Europas Milliardenliga

Hoch lebe die Bundesliga! Die deutsch-englische Woche in der Königsklasse ist ganz klar für die deutschen Vereine ausgegangen. So könnte es gegen die reichen Klubs aus England in der Champions League weitergehen.
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DüsseldorfKeine Liga hat in den letzten Monaten so viel Geld in neue Fußballer gesteckt wie die Premier League. Mehr als eine Milliarde Euro investierten 20 Klubs - für insgesamt 356 Kicker. Das ist Weltrekord. Die Bundesliga verblasst dagegen: Auf nicht einmal 300 Millionen Euro summieren sich die Ausgaben für 283 Fußballer.

Wer so viel Geld in die Hand nimmt, will natürlich nicht nur national erfolgreich sein, sondern auch international Titel gewinnen. Wenn Geld tatsächlich Tore schießen könnte, dann hätte der FC Arsenal mit Weltmeister Lukas Podolski gegen Borussia Dortmund knapp gewinnen müssen. Das Gegenteil war der Fall, die Londoner verloren klar.

Und der Frust saß tief. Mesut Özil verschwand ohne Kommentar im Mannschaftsbus. Seine Kollegen Per Mertesacker und Lukas Podolski machten keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung. Die deutschen Fußball-Weltmeister des FC Arsenal waren nach dem 0:2 (0:1) zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase bei Borussia Dortmund restlos bedient. „Wir haben hochverdient verloren und hatten keine Chance“, sagte Podolski.

Und Schalke machte es dann am Mittwoch fast genauso gut. Gemessen am Kader hätten die Knappen gegen Chelsea eigentlich nicht den Hauch einer Chance gehabt, doch ihr Kampfgeist und der Übermut des Chelsea-Trainers Jose Mourinho sicherte ihnen einen Punkt. Und auch die großen Bayern erfüllten in der Königsliga Champions League die Erwartungen gegen Manchester City - mit einem Sieg in allerletzter Minute.

Finanziell betrachtet sind die Münchner ohnehin die Einzigen, die an der Spitze noch mithalten halten. Zwar hielt sich die Ausgabewut dort zuletzt in Grenzen, sogar ein kleines Plus in der Transferbilanz wurde verbucht. Doch der Wert des Bayern-Kaders bleibt gigantisch: Auf 564 Millionen Euro schätzen ihn die Experten des Internetportals Transfermarkt.de.

Nur die Spieler von Real Madrid und Barcelona sind insgesamt wertvoller. Gemessen an der Qualität dieser drei Top-Kader haben selbst die ausgabenfreudigen Engländer noch Nachholbedarf. Chelsea, Arsenal und Manchester City besitzen jedoch zusammen immerhin Spieler im Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Bayern, Dortmund und Schalke kommen auf 1,1 Milliarden Euro.

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