Champions-League-Finale
Das Endspiel um Millionen

Der sportliche Ausgang des deutschen Finales in der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund ist ungewiss. Aber schon jetzt steht fest, welcher Klub mehr daran verdient.
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KölnDie offiziellen Zahlen liegen schon auf dem Tisch: 10,5 Millionen Euro erhält der Sieger des Champions-League-Finales am kommenden Samstag vom europäischen Fußballverband Uefa als Prämie. Für den Verlierer bleiben noch 6,5 Millionen. Die Differenz von vier Millionen dürfte für die Finalisten Bayern München und Borussia Dortmund kaum mehr wert sein als ein Taschengeld. Schließlich haben beide Teams in diesem Wettbewerb in dieser Saison rund 60 Millionen Euro an Prämien eingespielt. Hinzu kommen pro Verein rund 25 Millionen Euro Einnahmen aus TV-Geldern des sogenannten Marktpools der Uefa und aus den Zuschauereinnahmen bei den Heimspielen.

Doch trotz dieses finanziellen Fundaments ist der Finalsieg in der Königsklasse des europäischen Fußballs wirtschaftlich von enormer Bedeutung. Das große Geld wird nämlich anschließend gemacht.

„Ein Champions-League-Sieger verdient im Nachgang deutlich mehr als der Verlierer des Finales“, sagt Florian Krumrey, Partner der Serviceplan Gruppe und verantwortlich für den Bereich Sportkommunikation, Sponsoring und Testimonial. Der Gewinner qualifiziert sich nicht nur für die Fifa Klub-WM im kommenden Dezember in Marokko – bei einem Triumph dort winken neben einer siebenstelligen Antrittsprämie weitere fünf Millionen Dollar.

Der Ausgang des Finales hat auch großen Einfluss auf die Werbekraft der Endspielgegner. Der Sieger des höchsten europäischen Klubwettbewerbs ist für die internationale Werbewirtschaft deutlich attraktiver als der Verlierer, wie die Sponsoringverträge international erfolgreicher Vereine zeigen: Dort sind mitunter Millionenprämien für einen Sieg im Endspiel festgeschrieben. Zudem lassen sich neue Sponsoringvereinbarungen als König des europäischen Fußballs deutlich besser aushandeln.

Diese Effekte gelten für beide Finalisten – dennoch können die Bayern noch mehr Kapital aus einem Erfolg schlagen als die Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet. „Sie nehmen mehr Geld ein als der BVB im Falle eines Sieges“, sagt Krumrey. Der Grund: Die Infrastruktur der Münchener ist besser entwickelt als die der Dortmunder. Die Münchener Allianz Arena verfügt mit gut einhundert Logen über fünfmal so viele wie der Signal-Iduna-Park des BVB. „Bei der Vermarktung etwa von Hospitality-Bereichen kann ein Titelträger deutlich bessere Erlöse erzielen“, sagt Krumrey.

Außerdem schart der deutsche Rekordmeister mit 196.000 Mitgliedern mehr als doppelt so viele Mitglieder wie der BVB um sich, der es auf 80.000 bringt. Die Zahl der Bayern-Sympathisanten in Europa schätzen Experten auf 15 bis 20 Millionen. Für den BVB begeistern sich europaweit bis zu neun Millionen Menschen, sieben Millionen davon in Deutschland. „Mit der größeren Basis lässt sich ein Sieg besser vermarkten“, sagt Krumrey.

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  • Mit diesen Summen werden beide Mannschaften über Jahre in der Bundesliga konkurrenzlos bleiben. Dabei ist die Bundesliga umsatzstark. Sollte einmal ein Klub aus einem Land mit einer finanzschwächern Liga ins CL-Finale einziehen, würde die dortige nationale Liga zur Farce. Auf lange Sicht wäre es besser, in der CL weniger hohe Prämien auszuschütten. Der Fußball in Europa bliebe spannender.

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