Champions-League-Finale
FC Barcelona ist zum Erfolg verdammt

Sportlich hat der FC Barcelona den Erzrivalen Real Madrid regelrecht abgehängt. Auch die Jugendarbeit setzt weltweit Maßstäbe, die nicht einmal die Königlichen erreichen können. Allerdings ist dies Fluch und Segen zugleich.
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MadridJosé Mourinho ist wieder einmal schlecht gelaunt. Er schaut düster drein. Es scheint, dass der Trainerjob bei Real Madrid dem Mann im Anzug keinen Spaß macht. Kein Wunder, die spanische Presse meint es nicht gut mit dem Mann aus Portugal. Seit der  Niederlage gegen den FC Barcelona, Erzfeind der Königlichen, im Halbfinale der Champions League erst recht nicht. Zähneknirschend mußte der von der Uefa   wegen seiner Erfolge bei Inter Mailand zum Trainer des Jahres 2010 gewählte Mourinho hinnehmen, dass „Barça“ am 28. Mai gegen Manchester United im Finale steht und nicht er, zumindest als Coach Titelverteidiger.

Auch die Liga hat Real an die Katalanen verloren, die nach Meinung vieler Sportexperten einfach das nachhaltigere Spiel- und Management-Konzept aufweisen. Während Mourinhos Trainer-Kollege Josep Guardiola wegen seines enormen Erfolges als Werbegesicht gesucht ist, hat der von vielen als überheblich empfundene Madrid-Trainer nicht nur derzeit einen schweren Stand in der Öffentlichkeit. Früher waren die Königlichen in Europa die Nummer eins bei den Fans, mittlerweile sind es die Katalanen.

Auch wenn aufgrund fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen vielleicht nicht alles bei den letzten Begegnungen Real Madrids mit Barça, dem „clasico“, ganz fair verlief, müssen selbst eingefleischte Real Madrid-Fans zugeben, dass die Katalanen derzeit einfach den besseren Fußball spielen, nämlich den der spanischen Nationalmannschaft. Für den Weltmeister starten allein sechs Barça-Spieler: „Leute wie Villa, Xavi und Iniesta haben die Weltmeister-Mannschaft geprägt. Sie gehen auf Ballbesitz, versuchen, den Ball lange in den eigenen Reihen zu halten. Real Madrid spielt Mourinhos Langweil-Strategie: vor allem verteidigen“, maulen viele Real-Fans.

Barcelona hat seit Guardiolas Antritt 2008 sechs Titel gewonnen, darunter einmal die Champions League. Mit  Lionel Messi verfügt der 40-jährige nicht nur über den besten Spieler der Welt: „Er spielt auch den Stil, der die spanische Nationalmannschaft erfolgreich gemacht hat“, gesteht Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque ein. Ausgerechnet der Mann, den der damalige und aktuelle Real Madrid-Präsident Florentino Pérez im Jahr 2003 trotz sportlicher Erfolge wegen seiner geringen Marketing-Fähigkeiten feuerte. „Seit er gehen musste, geht es bei den Königlichen den Bach runter. Das Spiel ist langweilig geworden, Trainer kommen und gehen, die Stimmung ist schlecht“, heißt es bei einer Facebook-Gruppe von Real-Fans, welche sich wünschen, dass Del Bosque wieder das Ruder in Madrid übernimmt.

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