Champions League
Glänzender Kießling schießt Leverkusen zum Sieg

Zwei Tore, einen Elfer rausgeholt: Stefan Kießling war beim 4:0-Sieg gegen Donezk der überragende Mann in Leverkusen. Nur einen Wermutstropfen hatte der Abend aus Sicht des Leverkusener Stürmers.
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LeverkusenVor dem Spiel fokussierten sich die Kameras nur auf einen: Stefan Kießling. Nach dem Phantom-Tor in Sinsheim stand der Stürmer zuletzt in der Kritik, weil er den Treffer nicht als irregulär gemeldet hatte. Doch Kießling zeigte sich gewohnt entspannt vor Anpfiff, lächelte im Tunnel noch dem Einlaufkind zu.

Als hätte der Bayer-Stürmer bereits erahnt, was für ein grandioser Abend ihm bevorstehen würde. Mit seinen zwei Treffern (22. und 72. Minute) sowie dem herausgeholten Elfer war er maßgeblich am wichtigen 4:0-Heimsieg der Werkself in der Champions League beteiligt.

Schon vor dem Spiel standen die Leverkusener Fans geschlossen hinter ihrem Stürmer. Am Fanblock in der nur mäßig gefüllten BayArena hing ein riesiges Banner: „Stefan Kießling – Kämpfer, Identifikationsfigur und Persönlichkeit“. Das Signal nach dem Sinsheimer Treffer war klar: In Leverkusen hatte Kießling kein bisschen Sympathie eingebüßt.

Doch nicht nur der Stürmer stand unter besonderer Beobachtung. Auch die Tornetze wurden vor dem Spiel genau begutachtet. Die Schiedsrichterassistenten klopften die Netze so gewissenhaft ab wie selten zuvor. Nach dem irregulären Tor in Sinsheim durch das Außennetz wollten die Unparteiischen lieber kein Risiko eingehen. Schließlich ging es in dem Champions-League-Spiel am Mittwochabend schon um eine mögliche Vorentscheidung in der Gruppe A: Ein Sieg von Donezk hätte einen Einzug Bayers in die K.o.-Runde doch sehr unwahrscheinlich gemacht.

Im Spiel richtete sich der Fokus dann wieder ganz auf Kießling, der in der ersten Halbzeit der Dreh- und Angelpunkt des Leverkusener Spiels war. Immer wieder ließ sich der Stürmer ins Mittelfeld zurückfallen und erkämpfte sich dort die Bälle.

Wer sich jedoch viele Torchancen erhoffte, wurde enttäuscht. Sowohl Leverkusen als auch Donezk kamen in den ersten 20 Minuten nicht ernsthaft gefährlich vor das Tor. Beide Mannschaften warteten ab, der Ball wurde viel durch die Abwehrreihen gereicht.

Die erste gute Chance hatte der Gast aus Donezk denn auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einer Standardsituation. Der in der ersten Hälfte sehr unsichere Emre Can grätschte Yaroslav Rakitskiy von hinten um – Freistoß zentral vor dem Leverkusener Strafraum. Der gefoulte Ukrainer schoss den Ball aber rechts flach am Tor von Bernd Leno vorbei.

Für richtigen Trubel im Strafraum sorgte dann ausgerechnet der Leverkusener, um den es im Vorfeld selbst Trubel gegeben hatte: Stefan Kießling erkämpfte sich mit einer Grätsche in der eigenen Hälfte den Ball und leitete selbst den Angriff ein, den er in der 22. Minute mit einem Tor vollenden sollte. Nach Stationen über Son, Sam und Donati landete der Ball wieder beim Stürmer, der sicher zum 1:0 einnickte.

Wenn es im Strafraum der Ukrainer danach gefährlich wurde, war Kießling meistens daran beteiligt. Und wenn er das nicht war, sprangen Neuzugang Heung-Min Son oder Sidney Sam ein. Kurz nach der Leverkusener Führung etwa spielte Sidney Sam aus der eigenen Hälfte einen schönen Querpass auf den völlig frei stehenden Son – doch der vertändelte den Ball an der Strafraumlinie.

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