Champions-League-Halbfinale
Bayern mit Lewandowski, ohne Ribery und Rode

Der „Maskenmann“ soll es richten: Gegen alle Ratschläge plant der FC Bayern München im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona offenbar mit Robert Lewandowski. Derweil verschärft sich die Misere des Meisters.
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MünchenMit demonstrativer Zuversicht und dem angeschlagenen Torjäger Robert Lewandowski ist der FC Bayern München zum großen Champions-League-Halbfinale beim FC Barcelona aufgebrochen. Trainer Pep Guardiola trat die ganz spezielle Reise in seine Heimat am Dienstag sogar mit familiärem Beistand an. Seine Frau Cristina Serra und die drei gemeinsamen Kinder waren ebenfalls mit an Bord des Sonderfliegers des deutschen Fußball-Meisters in die katalanische Metropole.

„Wir glauben an uns“, verkündete Weltmeister Thomas Müller am Münchner Flughafen, „aber wir wissen auch, dass es kein leichtes Spiel wird.“ Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge verzichtete entgegen der sonstigen Gepflogenheiten auf eine Ansprache am Flughafen.

Dafür redete Karl Hopfner. „Es geht um alles“, sagte der Vereinspräsident. Nach dem 25. Meistertitel und dem verpassten Einzug ins DFB-Pokalendspiel ist das Königsklassen-Finale am 6. Juni das erklärte Ziel des deutschen Rekordchampions. „Die Chancen stehen nach wie vor 50:50“, sagte Hopfner ungeachtet der erheblichen Personalprobleme des FC Bayern. „Wir versuchen, in Barcelona ein anständiges Ergebnis zu erzielen.“ Ein Unentschieden wäre „super“.

Lewandowski soll trotz seiner Gesichtsverletzungen nicht erst im Rückspiel am kommenden Dienstag in München, sondern schon im ausverkauften Camp Nou mit einer Schutzmaske auflaufen können. „Alles okay, ich habe keine Angst“, vermeldete der Angreifer am Dienstag.

„Dass Lewandowski in diesem Spiel unbedingt spielen soll und hoffentlich auch kann, ist Voraussetzung, dass wir mit einer adäquaten Mannschaft auflaufen können“, sagte Hopfner zur großen Bedeutung des Torjägers - auch psychologisch. Die endgültige Entscheidung über einen Einsatz wird aber erst am Spieltag fallen.

Der weiterhin am Fuß verletzte Franck Ribéry konnte die Reise nach Barcelona erwartungsgemäß nicht antreten, ebenso Mittelfeldspieler Sebastian Rode wegen muskulärer Probleme. Präsident Hopfner setzt auch auf das Insiderwissen von Guardiola, der den FC Barcelona von 2008 bis 2012 zu insgesamt 14 Titeln führte: „Pep hat sich sicher etwas einfallen lassen. Keiner kennt Barcelona besser als er.“

Auch Bundestrainer Joachim Löw traut den Bayern trotz großer Personalprobleme ein positives Ergebnis im Hinspiel zu. „Auch wenn Barcelona im Moment den besseren Lauf zu haben scheint, besitzen die Bayern trotz der Verletzungen immer noch genügend Topspieler, um dagegenzuhalten“, sagte Löw der „Bild“-Zeitung (Dienstag). Immerhin stünden den Münchnern sechs Weltmeister zur Verfügung, sagte Löw. Zudem hätten sie den Vorteil des Rückspiels vor heimischer Kulisse. „Für mich ist das ein Duell auf Augenhöhe, und ich freue mich auf zwei fantastische Fußballmannschaften“, sagte Löw.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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