Champions League: Juve und die Angst vor dem BVB

Champions League
Juve und die Angst vor dem BVB

Juventus Turin und Borussia Dortmund spielen heute im Achtelfinale der Champions League. Der Tabellenführer der Serie A könnte bald Spieler verlieren. Denn Italiens Fußball fehlt es an Qualität – technisch wie finanziell.
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TurinArturo Vidal ist ein alter Bekannter. Der Profi von Juventus Turin spielte früher einmal bei Bayer Leverkusen. Und muss heute in der Champions League gegen Borussia Dortmund (20.45 Uhr) ran. „Die Stärken sind unter Jürgen Klopp nicht die Einzelspieler, sondern die Einheit im Team, das Pressing, überdurchschnittliche Technik und der wahnsinnige Rhythmus“, glaubt der chilenische Fußball-Nationalspieler. „Bei dem BVB-Tempo müssen wir höllisch aufpassen“, sagte er dem „Kicker“.

Vidal sieht die Probleme des deutschen Vize-Meisters in der Bundesliga nicht als Vorteil. „Ganz im Gegenteil. Das macht Dortmund noch gefährlicher, denn gerade in der Champions League wollen sie zeigen, dass der Ligaplatz bei ihrer enormen Qualität bloß eine unerklärliche Momentaufnahme ist“, sagte der 27-Jährige. Sein eigenes Team betrachtet er im übrigen als Mitfavorit auf den Finalsieg in der Königsklasse. „Wichtig ist, sich immer die höchsten Ziele zu setzen.“

Solche Aussagen überraschen. Fünf Champions-League-Endspiele fanden zuletzt ohne eine italienische Mannschaft statt, in der Europa League ist eine italienische Finalteilnahme sogar 15 Jahre her. Zuletzt standen sich 2010 Inter Mailand und Bayern München in Madrid gegenüber, seither ist die italienische Liga eingebrochen, ihr Spielsystem und Stolz gebrochen.

Noch wenige Jahre zuvor konnte AC Milan 2003 und 2007 sogar in einem italienisch-italienischen Finale mit Juventus die heißgeliebte Trophäe nach Mailand holen. 2005 hatten sie denkwürdig darum gekämpft. Aber mit welchen Mannschaften war der AC Milan angetreten: in der Verteidigung Maldini, Nesta, Costacurta, im Mittelfeld Pirlo, Kakà, Gattuso, im Sturm Inzaghi… 

Soviel Klasse hat der italienische Fußball längst nicht. Aus diesem Grund gewinnen italienische Teams auch nicht mehr. Sowohl in der Champions als auch in der Europa League fehlt es an Qualität. Technisch wie finanziell. Die Klubs brauchen großartige Spieler, die man einkauft, aber dafür fehlt immer häufiger das Geld.

Sie könnten auch Spieler selbst ausbilden. Das erweist sich in Italien jedoch als enorm schwierig. Es gibt zwar eine Regel, der zufolge von 25 Spielern acht Italiener und vier davon wiederum aus den eigenen Reihen sein müssen. Doch der Druck aufs Resultat ist groß. Vielen erscheint es zu gefährlich, Nachwuchsspieler mit wenig Erfahrung einzusetzen.

„Ich brauche kein schönes Spiel, ich brauche Tore. In Italien musst du Killerinstinkt entwickeln“, soll Trainer Capello treffend zu Zlatan Ibrahimovic gesagt haben, als dieser 2004 zu Juventus wechselte. Anderswo schreiben die Medien kurz vorher und kurz nachher über eine Begegnung. In Italien läuft das dagegen die ganze Woche, und dabei setzen die Medien die Spieler konstanter Kritik aus.

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