Champions League
Liverpool verspricht „Barcas“ K.o.

Ausgerechnet Titelverteidiger FC Barcelona hat im Kampf um den Viertelfinal-Einzug der Fußball-Königsklasse die schlechteste Ausgangsposition aller 16 im Wettbewerb verbliebenen Clubs.

dpa HAMBURG. Zwar sind in der Champions-League-Geschichte bisher erst fünf Vorjahres-Finalisten im Achtelfinale oder früher auf der Strecke geblieben, doch nach der 1:2-Heimpleite gegen den FC Liverpool steht „Barcas“ Starensemble an der berühmt-berüchtigten Anfield Road dicht vor dem K.o. im Meistercup.

„Ich glaube nicht, dass der Titelverteidiger den Spieß noch umdrehen kann“, sagte der frühere Bayern-Trainer Felix Magath dem Fachmagazin „kicker“. Und Liverpools Torjäger Dirk Kuyt setzte sogar noch einen drauf: „Ich kann jedem versichern, dass wir den FC Barcelona ausschalten werden.“

Dagegen ist Superstar Ronaldinho sicher, dass der Top-Favorit aus Spanien doch noch die Wende schaffen wird. „Für die Engländer wird es gefährlich, wenn sie glauben, dass mit dem Hinspiel-Sieg die Arbeit schon getan ist. Wir sind schon oft aus schwierigen Situationen als Sieger hervorgegangen“, tönte der Brasilianer. Champions-League-Kenner Magath glaubt eher, dass der Sieger von 2005 aus Liverpool in dieser Saison „eine ähnliche Rolle wie vor zwei Jahren spielt“, als die „Reds“ im Finale den AC Mailand bezwangen. Zwar misslang dem Club beim 0:1 gegen Manchester United die Generalprobe, doch die unglückliche Pleite nach zuvor 30 Heimspielen ohne Niederlage soll ein Ausrutscher bleiben. „Wir werden zurückschlagen und weiter kommen“, versprach Kuyt, dessen Team sogar 0:1 verlieren dürfte.

Frank Rijkaard hat die Schwere der Aufgabe in seinem 200. Spiel als Barca-Coach erkannt. „Wir können uns nicht ausruhen, sondern müssen kämpfen wie nie zuvor.“ Zugleich versucht der Niederländer aber, den Druck auf Liverpool zu lenken: „Wir haben nach dem 1:2 nichts zu verlieren. Diesen Umstand müssen wir ausnutzen. Wir haben genug Klasse und Talent, um für eine Überraschung zu sorgen.“ Aber auch für die Katalanen ging die Generalprobe daneben (1:2 beim FC Sevilla) und kostete die Tabellenführung in der Primera Division.

„Dieses Spiel sollte uns eine Lektion gewesen sein“, forderte Rijkaard, der erstmals seit 160 Tagen seinen Traumsturm Ronaldinho-Eto'o-Messi einsetzen kann. Inter Mailand hofft nach dem mageren 2:2 in Valencia auf die Rückkehr von Angreifer Adriano - und auf Torjäger Zlatan Ibrahimovic, der zuletzt in Livorno das 2:1-Siegtor besorgte. „Ich habe keine Lust, die nächsten Champions-League-Spiele nur noch im Fernsehen zu sehen“, sagte der Schwede, dessen Team in der Serie A einen 16-Punkte-Vorsprung aufweist und auch europaweit weiter glänzen will. Ebenso stattlich ist das Punkte-Polster von Frankreichs Abonnements-Meister Olympique Lyon, der nach dem 0:0 beim AS Rom trotz Francesco Tottis Kampfansage („Ich mache ein Tor in Lyon“) gute Chancen hat, erneut unter die Top-Acht des Kontinents zu gelangen.

Der FC Chelsea mit dem deutschen Nationalspieler Michael Ballack hat sich mit dem 1:1 beim FC Porto eine noch bessere Ausgangsposition verschafft, denn ihm würde schon ein torloses Unentschieden genügen. Ex-HSV-Profi Khalid Boulahrouz soll den verletzten Abwehrchef John Terry ersetzen und „Tor-Maschine“ Didier Drogba (29 Saisontreffer in den diversen Wettbewerben) für das Weiterkommen sorgen. Pikant: Chelsea-Coach José Mourinho kann und will seinem Ex-Club in dessen 100. Meisterliga-Spiel die 50. Niederlage beibringen. „Denn unser klares Ziel ist das Viertelfinale“, betonte der Portugiese.

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