Champions League ohne deutsche Teams Noch schießt Geld nur Abseitstore

Erstmals seit Jahren geht die Champions League ohne deutsche Beteiligung ins Halbfinale. Auch in der Europa League sieht es schlecht aus. Betriebsunfälle? Ja. Nur dürfen die nun nicht zur Norm werden. Ein Kommentar.
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Erstmals seit 2011 steht kein deutscher Verein im Halbfinale der Champions League. Quelle: dpa
Ausgeschieden

Erstmals seit 2011 steht kein deutscher Verein im Halbfinale der Champions League.

(Foto: dpa)

Bayern raus gegen Real? Falsche Schiedsrichterentscheidungen, Pech, passiert. Dortmund raus gegen Monaco? Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus mehr als verständlich, obendrein hat Thomas Tuchel die sportliche Verantwortung übernommen. Zwei Fußballwunder sind bereits ausgeblieben, erlebt der FC Schalke 04 am Donnerstag gegen Ajax Amsterdam nicht doch noch eins, beginnt für den deutschen Fußball international schon einmal die Sommerpause.

Seit 2011 stand jedes Jahr ein Bundesliga-Klub im Halbfinale der Champions League, meistens die Bayern, aber auch Dortmund und eben Schalke waren dabei. Darüber hinaus? Fehlanzeige. Bisher letzter Halbfinalist in der Europa League war, festhalten, 2010 der Hamburger SV. Unterm Strich nicht die Vorteilhafteste Momentaufnahme für die Bundesliga. Die muss sich jetzt vor allem um eins kümmern: dass es eine Momentaufnahme bleibt.

„Brilliant, chaotisch, episch, aber ziemlich kontrovers“
„Der Schiedsrichter übernimmt die Hauptrolle“
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„Brilliant, chaotisch, dramatisch, sogar episch, aber ziemlich kontrovers“, schreibt der Telegraph angesichts der Schiedsrichter-Entscheidungen, Ronaldos Toren und die Karten gegen Vidals, die zu Real Madrids Einzug ins Halbfinale der Champions League führten.

Quelle: telegraph.co.uk

Bayern-Aus trotz heldenhaftem Einsatz
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Kraft ist viel, reicht aber nicht zum Sieg. FC Bayern München ist im Spiel gegen Real Madrid an seine Grenzen gegangen. Die Bayern haben sich ins Zeug gelegt, aber Madrid war einfach die bessere Mannschaft.

Quelle: faz.de

„Wie ein Schwergewichtskampf“
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Die Zeit hebt einen ganz bestimmten Satz Philip Lahms hervor, der das Champions-League-Spiel sozusagen komplett umfasst und eben nicht wie alle – Trainer, Spieler, Journalisten und Fans – die Fehler dem Schiedsrichter gibt: „Da hatten wir wohl ein bisschen Pech.“

Quelle: Zeit.de

„Ronaldo und der Schiedsrichter schlagen heroische Bayern“
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Auch Sport1 sieht die kämpften Bayern stark, allerdings mit Pech – insbesondere wegen dem Schiedsrichter, dem Ungarn Viktor Kassai. Entsprechend fasst Bayern-Coach Ancelotti zusammen: „Wie waren nah dran am Halbfinaleinzug, dann wurden wir aber durch einige Entscheidungen des Schiedsrichters bestraft. Das kann im Fußball passieren, aber nicht diese Serie an Fehlentscheidungen.“

Quelle: sport1.de

La bestia blanca wirft Bayern raus“
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Die deutsche Website SPOX mit Sitz in München titelt Cristiano Ronaldo (M.) als „Schreckgespenst“, das die Bayern rauswirft. Der Madrid-Spieler hat in sechs Duellen gegen die Bayern neumal getroffen – so viele Treffer, wie gegen keine andere Mannschaft.

Quelle: spox.com

„Die Könige Europas“
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The Sun formuliert es etwas plastischer und spricht von der Durchbrechung der Champions-League-Geschichte, nachdem die Bayern aus Europa rausgekickt wurden und Real Madrid ins Halbfinale einzieht. „Die Bayern zeigten, dass sie eine exzellente Mannschaft waren, aber wir spielten besser“, sagte Cristiano Ronaldo (l.), der hier Arjen Robben (r.) umarmt.

Quelle: thesun.co.uk

„So ein Raub darf nicht passieren“
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Bayerns Mittelfeldspieler Arturo Vidal bekam schon in der fünften Minute von Schiedsrichter Viktor Kassai eine Gelbe Karte. In der 84. Minute flog er dann vom Platz und die Bayern wurden von Kassai sozusagen um den Sieg „beraubt“, so der Guardian.

Quelle: theguardian.com

Aus dem Doppel-Aus im Champions-League-Viertelfinale lässt sich keinesfalls ein Trend ableiten. Klar, die sportliche Unterlegenheit war stellenweise deutlich, aber kam den Umständen entsprechend nicht unerwartet. Überraschender ist es da schon, dass der Rest Europas seine Hausaufgaben erledigt hat. Monaco und Juventus Turin, zuletzt respektable, aber nicht mehr die größten Namen, ziehen nicht als krasse Außenseiter in die potenzielle Schlacht gegen das madrilenische Duo aus Real und Atletico.

Der FC Bayern und Borussia Dortmund repräsentieren den deutschen Geldadel. Die Münchener hat der anhaltende Erfolg auf ein finanzielles und sportliches Niveau geführt, das international konkurrenzfähig ist. Wirtschaftlich klaffen zwar Lücken zu Real Madrid, dem FC Barcelona oder Manchester United, allerdings sind die Münchener deutlich solider finanziert und robuster aufgestellt.

Der BVB im Schatten des Anschlags
Borussia Dortmund verliert in Monaco
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Erst der FC Bayern, dann der BVB - die Pleite der Weltmeisterliga in der Champions League ist perfekt. Binnen zwei Tagen verabschiedeten sich die beiden Aushängeschilder des deutschen Clubfußballs aus dem Wettbewerb. BVB-Trainer Thomas Tuchel kann die enttäuschten Spieler nur trösten. Anders als die Münchner bei Real Madrid, die erst in der Verlängerung bezwungen wurden, waren die Dortmunder beim 1:3 in Monaco chancenlos. Die wichtigsten Aspekte der Partie...

Kein Bundesligist im Halbfinale
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Erstmals seit 2009 ist die Bundesliga nicht im Halbfinale der Champions League vertreten. Durch das Ausscheiden des FC Bayern tags zuvor, hätte nur der BVB eine Chance auf die Runde der letzten Vier gehabt.

Marco Reus verabschiedet sich von den Fans
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Die Enttäuschung ist Marco Reus (r.) deutlich anzusehen. Das Halbfinale findet ohne den gebürtigen Dortmunder statt. In den vergangenen sieben Jahren hatten der FC Bayern München (2010, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016), Borussia Dortmund (2013) und der FC Schalke 04 (2011) die Runde der letzten vier Teams in der Königsklasse erreicht.

BVB-Trainer Thomas Tuchel
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Bei aller Enttäuschung über den Knockout verzichtete Thomas Tuchel auf Kritik an seiner Mannschaft. „Wir haben uns bis vor acht Tagen komplett bereit gefühlt, dieses Viertelfinale zu gewinnen. Die Vorzeichen haben sich aber auf dramatische Weise geändert“, sagte der BVB-Coach mit Bezug auf den Anschlag auf den Teambus vor dem Hinspiel in Dortmund. Mit ernster Miene fügte Tuchel an: „Man muss aufpassen, dass man diese beiden Spiele nicht zu hoch bewertet und die Leistung der Spieler als alleinigen Maßstab nimmt.“

Panne
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Die Fahrt zum Stadion weckte bei allen Beteiligten unangenehme Erinnerung. Auf Geheiß der Gendamerie durfte der mit den Dortmundern Profis besetzte Bus 17 Minuten lang nicht vom Hotel abfahren. „Nachdem was uns passiert ist, gibt es kaum eine schlechtere Situation, als dass du wieder gemeinsam im Bus sitzt und es geht nicht los. Es war ein etwas beklemmendes Gefühl“, klagte Tuchel.

Anschlag in der Woche zuvor
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Die Bilder des Anschlags in der Vorwoche dürften den Spielern noch in lebendiger Erinnerung gewesen sein. Nach Einschätzung von Verteidiger Marcel Schmelzer hatte diese Panne aber keinen großen Einfluss auf die Partie: „Ich denke nicht, dass das eine Rolle gespielt hat.“

Gute Stimmung
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Vor dem Spiel waren die Fans des BVB drauf und dran den Rückstand aus dem Hinspiel aufzuholen. Die Stimmung war gut. Die Monegassen sollten besiegt werden.

Sportlich gelang es den Bayern in den vergangenen Jahren immer wieder, in Schlagdistanz zu bleiben. So kann es sich der Rekordmeister erlauben, viel Geld in den Kader zu investieren, ohne selbst genötigt zu sein, Transfergewinne durch den Verkauf von Leistungsträgern erzielen zu müssen. Eine Luxussituation.

Dortmund hängt diesbezüglich schon national deutlich hinterher. Der einst kurz vor der Insolvenz stehende Spitzenklub wirtschaftete die vergangenen Jahre extrem klug, laboriert aber noch an den Engpässen der Vergangenheit. Verbindlichkeiten werden abgebaut, in dem Geld für Leistungsträger eingesammelt wird. Gleichzeitig hat der BVB eine Expertise entwickelt, Spieler kleinerer Vereine meistbietend einzukaufen, die aber noch nicht im Fokus aller anderen stehen.

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