Champions-League-Qualifikation muss her
Der freundliche Herr Slomka mag nicht nett sein

Der Schalker Trainer kann am Donnerstagabend mit seinem Team in das Halbfinale des Uefa-Pokals einziehen. Doch seinen Job sichert das nicht.

GELSENKIRCHEN. Das kolportierte Image hält der Realität offenbar stand. „Ich lade Sie ein“, sagt Mirko Slomka anlässlich des Interviews im neuen Szene-Restaurant „ESS-0-4“ auf dem Gelände des FC Schalke 04 und duldet keinen Widerspruch. Nicht, dass man sich nicht auch selbst eine Tasse Kaffee leisten könnte, aber diese Geste verrät schon sehr viel über das Selbstverständnis des Schalker Trainers. „Einer der nicht überall im Vordergrund stehen muss“ - so sieht sich Slomka. Und unterscheidet sich damit von vielen anderen Protagonisten der Bundesliga-Szene, deren Selbstverständnis es verlangt, dass sie diejenigen sind, die man einzuladen hat.

Freundlichkeit alleine aber wird Slomka seinen Trainerposten nicht erhalten. Gerade hat die „Bild-Zeitung“ auf ihrer Sportseite getitelt: „Kostet das Slomka den Job?“. Das zugehörige Foto zeigt einen nachdenklichen, vom Geschehen abgewandten Trainer, in dessen Rücken die Spieler des Hamburger SV nach dem Sieg auf Schalke am vergangenen Wochenende ausgelassen jubeln. Ein Sieg, der letztendlich auch auf die rote Karte des Schalker Außenverteidigers Rafinha wegen einer Tätlichkeit zurückzuführen war.

Nicht die erste Entgleisung Schalker Spieler in den letzten Wochen. So fehlen heute im Uefa-Pokal-Rückspiel gegen Levski Sofia Fabian Ernst und am Samstag in Duisburg neben Rafinha auch Levan Kobiashvili. Was Manager Rudi Assauer, zuletzt ungewöhnlich zurückhaltend, zur Aussage nötigte, diese Elf sei „undiszipliniert bis zum Gehtnichtmehr“.

Slomka aber widerspricht seinem Chef. „Das Wort Disziplinlosigkeit wurde im ersten Ärger gesagt, schein scheint mir aber übertrieben zu sein“, sagt der 38-Jährige, der ursprünglich Lehrer werden wollte (Mathematik und Sport) und das Staatsexamen besitzt. „Nehmen Sie die gelbe Karte für Fabian Ernst: in dieser Situation hätte es rot für den Hamburger Atouba geben müssen und sonst nichts. Oder die gelbe für Christian Poulsen in München. Da hätte es nach dem Ellbogencheck gegen Christian nicht gelb für ihn, sondern rot für Demichelis geben müssen“, erregt sich Slomka noch jetzt. Und hat zumindest in diesen beiden Fällen auch recht. Er wolle aber auch nichts schönreden. „Natürlich gehört Rafinhas Hand nicht ins Gesicht des Gegners, natürlich muss er nicht jede Entscheidung des Schiedsrichters kommentieren. Aber letztlich freue ich mich doch darüber, dass meine Spieler sich engagieren.“

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