Champions League
Real vertraut auf Özil, Bayern auf die innere Bestie

Bayern bereitet sich auf die Attacke gegen Real Madrid vor. Dort wiederum will man die „Bestia Negra“ zähmen. Neben Torgarant Ronaldo soll dafür vor allem Mesut Özil sorgen. Von einem Bayern-Komplex keine Spur.
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München/BerlinNach dem fast besiegelten Aus im Bundesliga-Meisterrennen geht es für den FC Bayern München um den nächsten Titel. Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League will der deutsche Fußball-Rekordmeister den Grundstein für das Endspiel in der heimischen Allianz Arena legen. Dabei geht es vor allem um eines: die Münchner wollen gegen die Top-Offensive der Spanier um Cristiano Ronaldo oder Mesut Özil mit allen Mitteln einen Gegentreffer verhindern.

Bei Real könnten gerade die Erwartungen an Mesut Özil nicht größer sein. Selbst Real-Legende Alfredo di Stéfano vertraut vor dem Gigantenduell in der Champions League gegen den FC Bayern München besonders auf die Magie des „Zauberers von Öz“.

„Cristiano Ronaldo und Özil haben ihre Flügel geöffnet, mit ihnen werden sehr viele gute Dinge passieren“, kündigte die argentinische Fußball-Ikone für den Auftritt der Madrilenen im Halbfinal-Hinspiel beim deutschen Rekordmeister am Dienstag an. Und auch Trainer José Mourinho lobte Özil pauschal für seine positive Entwicklung in Madrid: „Er ist heute ein besserer Spieler als vor zwei Jahren, als er bei Real ankam. Er kann der Mannschaft etwas geben.“

Auch wenn nicht nur Münchens Trainer Jupp Heynckes betont, dass Real „nicht nur Mesut Özil ist“, ragt der 23-Jährige aus dem Bundesliga-Quartett heraus. Mit mehr als 80 Schussvorlagen und 15 Assists ist er in der Primera División sogar zum Topvorbereiter in Spanien aufgestiegen. „Ich bin viel reifer geworden, habe mich entwickelt“, stellte Özil kürzlich selbst fest.

Von seiner Zuarbeit profitiert besonders Özils kongenialer Offensivpartner Cristiano Ronaldo, der nun ebenfalls seine gewonnene Fußball-Weisheit unter Beweis stellen muss. Der frühere Egozocker scheint trotz seiner Torbestmarke bei 41 Ligatreffern nicht mehr einzig darauf aus, sein eigenes Können in Szene zu setzen.

„Rekorde sind nicht das, was ich will“, kündigte der Portugiese vor dem Europapokal-Klassiker gegen München an und strebt eine Rückkehr in die Allianz Arena für das Endspiel am 19. Mai an: „Ich will die Meisterschaft und die Champions League gewinnen. Das ist mein Ziel.“

Der Ex-Bremer selbst hielt sich vor dem Showdown mit seinem früheren Bundesligarivalen wie so häufig in Sachen Kampfansage zurück. Wie schon bei seinem Aufstieg für Schalke, Werder und das deutsche Team sucht er in der neuen Heimat abseits des Platzes kaum das Scheinwerferlicht und schwankt in der Beurteilung der Öffentlichkeit zwischen den Extremen.

Während auch Defensivanker Khedira wegen seiner effektiven, aber unscheinbaren Spielweise mehrfach in der medialen Kritik stand, wertet DFB-Kollege Philipp Lahm ihre Entwicklung „sehr, sehr positiv. Sie sind gewechselt, um einen Schritt nach vorne zu machen, das ist ihnen gelungen“, urteilte der Bayern-Kapitän. „Sie sind ein fester Bestandteil einer Mannschaft, die in Spanien ganz vorne steht.“ Nur die Zuschauerrolle bleibt in großen Spielen hingegen für den früheren Bayern Hamit Altintop und den Ex-Dortmunder Nuri Sahin.

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