Champions-League
Schützenfest: Bayern spazieren ins Viertelfinale

Bayern München hat ohne Mühe das Viertelfinale der Champions League erreicht. Nach dem 5:0 im Hinspiel setzte der deutsche Rekordmeister im Rückspiel gegen Sporting Lissabon sogar noch einen drauf und stellte ganz nebenbei einen neuen Rekord auf. Hoch her ging es bei den anderen Partien, wo unter anderem Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack jubeln durfte.

HB MÜNCHEN/TURIN/LIVERPOOL. Bayern München hat das nächste deutliche Ausrufezeichen in der Champions League gesetzt und sich mit der zweiten Gala binnen zwei Wochen schon einmal für das Viertelfinale warmgeschossen. Der deutsche Fußball-Meister gewann nach dem 5:0 im Hinspiel auch das Achtelfinal-Rückspiel gegen Sporting Lissabon leicht und locker mit 7:1 (4:1) und setzte damit seine beeindruckende Serie in Europa in dieser Saison weiterhin fort. Für die Bayern war es zudem der bislang höchste Sieg in der Champions League.

Im Viertelfinale, das am 20. März ausgelost wird und das die Bayern zum neunten Mal erreicht haben, droht der Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann nun aber ein richtig dicker Brocken. Mit zwölf Treffern in zwei Spielen der K.o.-Runde sorgten die Bayern zudem für einen Rekord, nachdem in dieser Statistik bislang Olympique Lyon durch seine Erfolge im CL-Achtelfinale 2004/05 gegen Werder Bremen (7:2, 3:0) vorne gelegen hatte.

"7:1 spricht eine deutliche Sprache. Mich freut es, dass die Mannschaft die Zügel nach dem 5:0 im Hinspiel nicht hat schleifen lassen", sagte Präsident Franz Beckenbauer: "Und es freut mich auch für Lukas Podolski. Für ihn war es eine Befreiung." Auch Klinsmann war zufrieden: "Wir wollten ein Zeichen setzen. Die Mannschaft hat es ernst angehen lassen. Sporting hat schnell gemerkt, da ist nichts zu holen."

Desolate Gäste

65 000 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Arena sahen den erwarteten Spaziergang des klar überlegenen Bundesliga-Zweiten gegen überwiegend desolat auftretende Gäste. Durch den Erfolg gegen Sporting haben sich die in der "Königsklasse" in dieser Saison weiterhin ungeschlagenen Münchner auch für die anstehenden Aufgaben in der Liga das nötige Selbstvertrauen geholt. Am Samstag muss der Rekordmeister zum VfL Bochum.

In einer unterhaltsamen Partie leitete Lukas Podolski den sechsten Sieg im achten Champions-League-Spiel in dieser Spielzeit mit einem Doppelpack ein. In der 7. Minute traf der Nationalspieler, der erneut für den verletzten Luca Toni in der Anfangsformation stand, mit einem sehenswerten Gewaltschuss von der Strafraumgrenze. Das 2:0 erzielte der künftige Kölner begünstigt vom schwachen Lissabon-Keeper Rui Patricio per Fallrückzieher (34.).

Nur fünf Minuten später traf Anderson Polga per Eigentor zum 3:0, ehe Joao Moutinho mit einem Weitschuss für Ergebniskosmetik sorgte (42.). Jörg Butt, der wie angekündigt Stammkeeper Michael Rensing vertrat, hatte beim Schuss des Sporting-Kapitäns keine Abwehrchance. Doch nur eine Minute später stellte Bastian Schweinsteiger den Drei-Tore-Abstand wieder her. Mark van Bommel erhöhte in der 74. Minute nach Vorarbeit des eingewechselten Amateurs Thomas Müller, ehe Miroslav Klose in der 82. Minute mit einem verwandelten Foulelfmeter traf. Für den Nationalspieler war es bereits der siebte Treffer in der laufenden Saison, so viele Tore hat noch kein deutscher Spieler in einer Saison in der Königsklasse erzielt. Müller sorgte in der 90. Minute für den Endstand.

Während Sporting erschreckend schwach auftrat, setzten die Münchner auch ohne die verletzten Toni, Franck Ribery, Hamit Altintop und Tim Borowski die Vorgaben von Klinsmann weitgehend um, der trotz des klaren Hinspiel-Erfolges an die Ehre seiner Mannschaft appelliert und vollen Einsatz gefordert hatte. Dies sei man den Fans schuldig.

Butt ohne Probleme

Nach der Pause schalteten die Münchner, die bislang in der "Königsklasse" rund 40 Mill. Euro eingenommen haben, angesichts der bevorstehenden Aufgaben und des klaren Vorsprungs einen Gang zurück. Lissabon kam dadurch für kurze Zeit besser ins Spiel, bei den wenigen Chancen, wie durch Simon Vukcevic (67.), war auf Butt Verlass.

Im zweiten Durchgang konnte es sich Klinsmann, der zunächst auf größere Wechselspielchen verzichtet hatte, sogar leisten, den Ersatzspielern Jose Sosa und Breno eine Bewährungschance einzuräumen.

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