Champions League
Werder nach Fußball-Krimi wieder im Rennen

Der SV Werder Bremen ist in der Champions League wieder im Geschäft: Nach einem knappen, insgesamt aber verdienten 4:3 (2:0)-Heimsieg gegen Udinese Calcio hat der Tabellen-Zweite der Fußball-Bundesliga alle Chancen, aus eigener Kraft den erhofften Einzug ins Achtelfinale zu schaffen und damit weiter im Millionenspiel der europäischen Königsklasse mitzumischen. Mit der Partie fügten die Norddeutschen ihrer bewegten Europapokal-Geschichte allerdings ein weiteres kurioses Kapitel hinzu. Denn in der zweiten Halbzeit avancierte die Partie zu einem echten Fußball-Krimi.

BREMEN. Binnen 360 Sekunden verspielten die Hanseaten zwischen der 54. und 60. Minute eine sichere 3:0-Führung, um dieses so wichtige Spiel dann dank des zweiten Treffers von Spielmache Johan Micoud (64.) doch noch für sich zu entscheiden.

Kurz vor Beginn der Partie war noch ein skeptisches Raunen duch das mit 35 424 Zuschauern ausverkaufte Weserstadion gegangen, als der Stadionsprecher verkündete, dass Ivan Klasnic sich bei Trainer Thomas Schaaf mit einer Blinddarmreizung ins Krankenhaus abgemeldet hatte – Werders unter dem Kürzel „K&K“ in der Bundesliga gefürchteter Paradesturm mit Klasnic und Miroslav Klose war geplatzt. Dabei hatte der Anhang vor allem von diesem Duo, das in der Bundesliga 19 der 31 Bremer Tore erzielt hat, den nötigen Offensivdrang und das Ende der Torflaute in der Champions League – bis dahin erzielte Werder nur einen Treffer – versprochen.

Was den Fans einen Euphoriedämpfer versetzte, ließ die Mannschaft von Thomas Schaaf kalt. Sie bewies vom Anpfiff weg, dass sie nach den formidablen Bundesliga-Auftritten der vergangenen Wochen wirklich so gefestigt ist, wie es der Coach vor der Partie behauptet hatte. In der Abwehr hatten Andreasen und Naldo alles im Griff, im Spiel nach vorne setzten Borowski und Micoud die Akzente und im Sturm wirbelte Klose halt mit Valdez statt mit Klasnic. Vor allem der Paraguayer, der bislang erst ein Bundesligaspiel von Anfang an betreiten durfte, bewies schnell, dass er mehr als nur ein Ersatzmann ist. Er erwies sich vielmehr als Glücksfall: Zwar erzielte er kein Tor, doch bereitete er alle drei Bremer Treffer vor.

Werder suchte sein Heil gegen die erwartet defensiv eingestellten Italiener in schnellem, variablem Spiel – und immer wieder den Abschluss. Valdez, Klose, Micoud – fast im Minutentakt tauchten die Bremer gefährlich vor dem Tor von Morgan de Santis auf. Udine am kaum zum Durchatmen. Den Lohn für das engagierte Spiel erhielten die Schaaf-Schützlinge schon nach 15 Minuten: Valdez flankte von rechts butterweich auf Klose, der das Leder unnachahmlich sicher im langen Eck versenkte.

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