Champions League
Werders Wunder bleibt aus

Auf internationaler Ebene gehören die spektakulären Wiederauferstehungen Werder Bremens mittlerweile zu den festen Standards. In dieser Saison gelingt aber auch das dem Team von der Weser nicht: Gegen die Tottenham Hotspurs verlor die Krisenmannschaft mit 0:3. Damit können sich die Bremer vollends auf die Bundesliga konzentrieren.

Verloren, aber nicht vernichtet: Extrem ersatzgeschwächt hat Werder Bremen mit 0:3 (0:2) bei Tottenham Hotspur die erwartete Niederlage kassiert und wird damit weder in der Champions League noch in der Europa League überwintern. Die Gastgeber hingegen stehen sicher im Achtelfinale der Königsklasse.

Vor 36 310 Zuschauern im ausverkauften Stadion White Hart Lane nutzten die Engländer bereits ihre erste Einschussmöglichkeit zum Führungstreffer. Younes Kaboul profitierte in der sechsten Minute von einem Stellungsfehler von Profi-Debütant Dominik Schmidt und ließ Werder-Torhüter Tim Wiese mit einem Schuss aus der Drehung keine Abwehrmöglichkeit. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+1) gelang Luka Modric der zweite Treffer für die "Spurs", die in der 79. Minute durch Peter Crouch erhöhten.

Ersatzgeschwächte Bremer halten dagegen

Speziell in der ersten Halbzeit allerdings wehrten sich die mit zehnfachem Ersatz angetretenen Gäste tapfer gegen eine noch höhere Niederlage und konnten sich phasenweise sogar ein wenig stabilisieren. In der 21. Minute geriet das Tottenham-Gehäuse sogar erstmals in Gefahr, als Aaron Hunt mit einem Distanzschuss aus 25 Metern Entfernung nur knapp am linken Torpfosten vorbeischoss. Elf Minuten später vergab Marco Marin überhastet aus guter Position.

Dennoch blieb es auch nach dem Seitenwechsel beim Dauerdruck der Gastgeber. Einen weiteren Gegentreffer verhinderte dabei Wiese, der in der 54. Minute einen Foulelfmeter von Gareth Bale abwehrte. Bei zwei guten Kopfballmöglichkeiten durch den langen Crouch hatte der 28-Jährige dann zunächst noch das Glück des Tüchtigen.

Werder kommt fast zu spät

Wenige Stunden vor dem Anpfiff von Schiedsrichter Olegario Benquerenca aus Portugal hatte sich dessen Landsmann Hugo Almeida als zehnter Bremer Leistungsträger abgemeldet, Oberschenkelprobleme verhinderten seinen Einsatz. Dafür wurde der noch grippegeschwächte Petri Pasanen nachträglich eingeflogen. Für zusätzliche Aufregung sorgte ein Verkehrschaos rund um die traditionsreiche Arena, die Bremer waren erst 35 Minuten vor Spielbeginn im Stadion.

Beim Bundesliga-Zwölften wehrten sich besonders die Profineulinge Schmidt und Felix Kroos mit aller Macht gegen das befürchtete Debakel. Aber speziell der pfeilschnelle walisische Nationalspieler Bale war kaum zu halten und sorgte immer wieder für Gefahr. Im Mittelfeld der Mannschaft von Trainer Harry Redknapp war allerdings in manchen Situationen auch das Fehlen des am Knöchel verletzten ehemaligen Hamburgers Rafael van der Vaart nicht zu übersehen.

"Thomas Schaaf, du bist der beste Mann"

Trotz des Ausscheidens ließen die mitgereisten Bremer Fans keinen Zweifel an ihrer Sympathie für den aufgrund der sportlichen Misere auch in der Bundesliga in die Kritik gerateten Werder-Coach. "Thomas Schaaf, du bist der beste Mann", sangen sie. Die nächste Gelegenheit, sich aus der Krise zu befreien, ist nun das Bundesliga-Nordderby am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen Aufsteiger FC St. Pauli.

Für Schaaf brach auch Abwehrspieler Clemens Fritz nach dem Abpfiff eine Lanze: "Der Trainer stellt uns immer wieder gut ein. Ihm sind aufgrund der vielen Ausfälle doch die Hände gebunden. Ich bin aber sicher, dass wir zusammen aus dieser Situation wieder rauskommen."

© SID

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