Chance auf das Achtelfinale steht gut
Blochin schaut nun selbstbewusst nach vorne

Die Chancen auf das Erreichen des WM-Achtelfinals nennt Ukraines Trainer Oleg Blochin nach dem 4:0-Erfolg über Saudi-Arabien "gut, aber nicht sehr gut". Für das letzte Gruppenspiel ist er aber dennoch guter Dinge.

So schnell kann sich die Stimmung in einem Team ändern: Nicht nur die Klitschko-Brüder kamen aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. Während ihre ukrainischen Landsmänner auf dem Rasen des Hamburger WM-Stadions das souveräne 4:0 (2:0) gegen Saudi-Arabien feierten, klatschten sich die Edelfans Wladimir und Witali auf der VIP-Tribüne ein letztes Mal zufrieden ab, nachdem sie zuvor jedes Tor begeistert gefeiert hatten. Mit dem auch in dieser Höhe verdienten Triumph im zweiten Gruppenspiel hat der WM-Neuling seine Chance auf das Achtelfinale gewahrt und sich zugleich für die Auftaktpleite gegen Spanien (0:4) rehabilitiert.

"Das war heute eine Cinderella-Story, aus dem Aschenputtel ist eine wunderschöne Prinzessin geworden", sagte der ukrainische Trainer Oleg Blochin schwärmerisch. "Dieses 4:0 spricht für sich. Die Mannschaft hat gezeigt, welches große Potenzial sie hat. Ich hoffe, es geht so weiter", erklärte Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko, der das vorherige Debakel gegen Spanien nicht überbewerten wollte: "Das war wie in einer ersten Runde im Boxring, wenn man noch nicht warm ist. Aber jetzt hat unser Team Selbstbewusstsein für das weitere Turnier gesammelt."

Blochin ist nun wieder zuversichtlich

Blochin freute sich über den ersten WM-Sieg der einstigen Sowjetrepublik, und er sieht seine Spieler nun gerüstet für weitere Runden: "Meine Mannschaft hat ihren Kampfgeist zurück. Jetzt können wir weiter vom Titelgewinn träumen - auch wenn es natürlich sehr schwer wird", sagte der frühere Ausnahme-Fußballer der Udssr: Es gibt sicher bessere Mannschaften als unsere, aber wir werden weiter kämpfen."

Mit einem Erfolg im letzten Vorrundenspiel der Gruppe H am Freitag gegen Tunesien (16.00 Uhr in Berlin) haben die Ukrainer nun den Einzug in die Runde der letzten 16 selbst in der Hand. "Unsere Chancen sind gut, aber nicht sehr gut", meinte Blochin. Torschütze Andrej Schewtschenko war da schon optimistischer: "Wir hatten nach der Niederlage gegen Spanien das Gewehr auf der Brust und haben uns deutlich gesteigert. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass wir weiterkommen."

Paqueta nimmt sein Team gegen Spanien in die Pflicht

Die zuvor ebenfalls sehr ambitionierten Saudis besitzen dagegen nur noch sehr geringe Chancen auf die zweite Achtelfinalteilnahme nach 1994. Sie müssen in ihrem abschließenden Gruppenspiel in Kaiserslautern zeitgleich gegen Spanien antreten. "Gegen Spanien wollen wir beweisen, dass wir besser sind", erklärte Saudi-Arabiens enttäuschter Coach Marcos Paqueta.

"Das frühe Tor hat uns Sicherheit gegeben. Als der Gegner aufmachen musste haben wir die entstehenden Räume genutzt", erklärte Bundesliga-Legionär Andrej Woronin von Bayer Leverkusen: "Wir waren einfach aggressiver als gegen Spanien und haben unsere Torchancen genutzt. Wenn wir so weitermachen, können wir auch gegen Tunesien gewinnen."

Schewtschenko lässt die Fans feiern

Das sahen auch die ukrainischen Anhänger so. Zu den Klängen von "Go West" feierten die rund 3 000 angereisten Fans ausgelassen die Wiederauferstehung ihres Teams, das fünf Tage zuvor nach der Schlappe gegen Spanien noch am Boden zerstört war. Im strömenden Regen feierten sie gemeinsam mit ihrem Team den Erfolg und forderten in Sprechchören immer wieder ihre Spieler um Publikumsliebling Schewtschenko.

Schewtschenko hatte nur rund 40 Sekunden nach Wiederbeginn sein ganz persönliches Erfolgserlebnis gefeiert, als er einen Freistoß zu seinem ersten WM-Tor ein köpfte. Bei seiner Auswechslung in der 86. Minute wurde der 29-jährige Superstar von den Anhängern der Gelb-Blauen dann frenetisch gefeiert.

© SID

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