Chance für die US-Brauerei
Budweiser trifft Bitburger

Beinahe hätte sich die Fußballweltmeisterschaft 2006 für den US-Braukonzern Anheuser-Busch zu einem erneuten Desaster entwickelt.

DÜSSELDORF. Bereits bei der WM 1998 in Frankreich hatte die Brauerei mit der Hauptmarke "Bud" vergeblich auf eine Lockerung des Werbeverbots für Alkoholika in französischen Stadien gehofft und ihre Banden deswegen untervermieten müssen.

Für 2006 drohte dem Unternehmen zunächst ein ähnliches Ungemach, weil die Bitburger Brauerei vor Jahren vor Gericht ein Werbeverbot für "Bud" in Deutschland erstritten hatte, da das amerikanische Kürzel für "Budweiser" so ähnlich klingt wie Bitburgers Abkürzung "Bit". Doch für die Zeit der Fußball-WM hat sich der nach Inbev und SAB-Miller drittgrößte Braukonzern der Welt mit der vergleichsweise kleinen, familiengeführten Bitburger Brauerei aus der Eifel rechtzeitig auf einen Kompromiss geeinigt: Sie darf auf den Spielfeld-Banden in den zwölf WM-Stadien für "Anheuser-Busch Bud" werben. Im Gegenzug billigt der "offizielle Bier-Sponsor" der WM seit 1986, dass Bitburger an 30 Prozent der Verkaufsstellen in den WM-Stadien eigenes Bier ausschenkt.

So werden viele der bierdurstigen Fußballfans während der WM in den Stadien zum ersten Mal in ihrem Leben amerikanisches Bier probieren - oder sich vor den Bitburger-Kiosken in langen Schlangen tummeln müssen. Für die Brauereien ist allein der Stadion-Ausschank schon ein wertvoller Absatzkanal: Rein statistisch gesehen trinkt jeder Stadiongast durchschnittlich mindestens einen halben Liter Gerstensaft, gleich ob mit oder ohne Alkohol.

Demnach wird Anheuser-Busch gleichzeitig mit dem Ende der WM für Deutschland wohl einen Absatzrekord melden. Denn auf dem deutschen Markt war Bier aus dem Hause Anheuser-Busch lange Zeit nur in homöopathischen Dosen verfügbar. Allenfalls gut sortierte Getränkemärkte legten sich manchmal ein oder zwei Kästen auf Lager.

Doch diesmal will der US-Konzern auch in Deutschland richtig Gas geben. "Dies ist eine großartige Gelegenheit für uns, Millionen erwachsener Biertrinker in Deutschland und der ganzen Welt zu erreichen", freut sich Bruce Hudson, Direktor für Internationales Sportmarketing bei Anheuser-Busch.

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