Chaos auf WM-Baustelle
„Das Spielfeld ist immerhin schon da“

Der Fifa-Generalsekretär übt sich in Zweckoptimismus: Alle Stadien der Fußball-WM werden noch fertig, sagt Jérôme Valcke bei einem Besuch in Düsseldorf. Sein größter Wackelkandidat ist jedoch eine echte Überraschung.
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DüsseldorfWas haben sie gestaunt in Brasiliens Süden: Ausgerechnet in Curitiba, der Metropole zwischen Sao Paulo und Porto Alegre, gibt es Probleme? Kann doch nicht sein. „Normalerweise machen sich die Leute in Rio de Janeiro und Sao Paulo über ihre Landsleute im Nordosten lustig“, erzählt Brasilienkenner Jochen Lösch. Wenn also ein Stadion für die Fußball-Weltmeisterschaft in Natal, Fortaleza oder Salvador nicht fertig geworden wäre – der Süden wäre in all seinen Vorurteilen bestätigt gewesen. Stattdessen meldet plötzlich Curitiba: Verzug bei den Arbeiten an der Arena da Baixada. Und das rund vier Monate vor dem ersten Anpfiff.

„Ich bin überzeugt, dass sie es noch hinbekommen“, sagt Lösch, der von Sao Paulo aus das Auslandsgeschäft der Marketingagentur Traffic Sports leitet und selbst seit Jahren in Südamerika lebt. „Die Brasilianer sind Weltmeister der Improvisation.“ Lösch ist in diesen Tagen in Deutschland unterwegs und Gast auf der SpoBis in Düsseldorf – mit rund 1600 Teilnehmern der führende Szenetreff im Bereich Sportbusiness in Europa. Eines der Hauptthemen auf den Fluren und Sälen im Düsseldorfer Congress Center: die Fußball-WM in diesem Sommer.

Was auch an dem prominentesten Gastredner lag: Jérôme Valcke. Der Fifa-Generalsekretär war es, der den Verantwortlichen in Curitiba zuletzt bei einer Besichtigung der Baustelle in aller Deutlichkeit klar gemacht hatte, dass der Spielort alles andere als auf WM-Kurs ist und die Arbeiten massiv verspätet sind.

Bei seinem Auftritt in Düsseldorf sagt Valcke dazu spöttisch: „Das Feld ist immerhin schon da.“ Dabei habe er bei der Vergabe gedacht, Curitiba wäre eines der ersten Stadien, die fertig sein würden. „Aber so kann man sich täuschen.“

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